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BVG | Sehr schmutziges Gelb bei der Berliner U-Bahn

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Ich weiß, was in den letzten Wochen an dir heruntergelaufen ist – ein Zug der U7 am Montag. Foto: Nicolas Šustr »Nicht waschen. Testfahrzeug!« Das ist einer dieser typischen Kommentare, mit denen sich Passanten auf besonders dreckigen Autos am Straßenrand verewigen. Inzwischen könnten ÖPNV-Nutzer*innen das auch auf so manchem Berliner U-Bahn-Wagen machen. Zumindest, wenn sie auf den U-Bahn-Linien U6 bis U9 unterwegs sind.

Tatsächlich sind auch mit den Fingern in den Schmutz geschriebene Schriftzüge zu sehen. Erkennbar ist auch, wo ein klebriges Getränk den Zug traf – denn dort halten sich Staub und Dreck besonders gut. Auch manche Scheibe ist so schmutzig, dass Handabdrücke als Gucklöcher durch den milchigen Schleier zu erkennen sind.

Der Grund für das sehr schmutzige Gelb, in dem sich viele Züge auf vier U-Bahn-Linien präsentieren, liegt in der Betriebswerkstatt Britz-Süd. Anfang Juli begann die Demontage der automatischen Zugwaschanlage. Sie hatte das Ende ihrer Lebensdauer erreicht.

Voraussichtlich erst im November soll die neue Anlage in die bestehende Halle eingebaut sein, heißt es von der BVG auf Anfrage von »nd«. »Die notwendigen Arbeiten wurden in die Sommermonate gelegt, in denen die Züge erfahrungsgemäß nicht so stark verschmutzt sind wie im Winter«, so das Landesunternehmen weiter.

»Kritik am Erscheinungsbild einzelner Fahrzeuge nehmen wir ernst und entschuldigen uns bei den Fahrgästen.«

Normalerweise wird jeder U-Bahn-Wagen im Berliner Netz etwa alle 14 Tage von außen gereinigt. Offensichtlich kann diese Frist nicht eingehalten werden, obwohl die BVG angibt, »den Personaleinsatz für die Außenreinigung parallel hochgefahren« zu haben. Die manuelle Reinigung mit Schrubbern ist nun mal deutlich zeitintensiver als die automatische Reinigung.

»Vor allem, wenn – wie aktuell – zeitgleich eine hohe Anzahl von Graffiti-Schmierereien zu verzeichnen ist, kann es aber passieren, dass die ›normale‹ Außenreinigung nicht so häufig stattfinden kann, wie üblich«, erklären die Berliner Verkehrsbetriebe.

Ein Kenner der Berliner U-Bahn fragt sich jedoch im Nahverkehrsportal bahninfo-forum.de, warum nicht verfahren worden ist wie beim Ersatzneubau einer Halle in der Betriebswerkstatt Machandelweg am U-Bahnhof Olympia-Stadion. Im Bauzeitraum von Ende 2009 bis 2013 sei »eines der beiden alten Waschportale nicht verschrottet, sondern zunächst draußen neben dem Stellwerk aufgebaut« worden. Die Züge seien zum Waschen mit der Akkulok durchgezogen worden, erläutert er. Er vermutet »Geld- und Personalmangel« als Ursache.

Drei Finger im Schmutzschleier Foto: Nicolas Šustr In der aktuellen Situation ist so ein Vorgehen für die BVG keine Alternative. »Der Aufbau eines temporären Waschportals ist aufgrund der hohen umweltrechtlichen und genehmigungsrechtlichen Anforderungen sehr aufwendig«, entgegnet das Unternehmen.

Dass es ein Problem gibt, ist auch in der BVG bekannt. »Kritik am Erscheinungsbild einzelner Fahrzeuge nehmen wir ernst und entschuldigen uns bei den Fahrgästen«, heißt es von den Verkehrsbetrieben. Man arbeite »mit Nachdruck daran, unseren Fahrgästen auch während der Umbauphase bestmöglich gereinigte Fahrzeuge bieten zu können«.

Allerdings lässt man keinen Zweifel daran, dass erst »die neue Anlage wieder die erforderlichen Kapazitäten für eine regelmäßige und nachhaltige Außenreinigung der Fahrzeuge bereitstellen« wird.

Der Ausschreibungstext zu den Anforderungen an die neue Waschanlage aus dem Jahr 2025 lässt ein High-End-Produkt erwarten. Gefordert wurde »eine 10-Bürsten-Portalwaschanlage, bestehend aus 2 Tandemportalen, automatischer Fahrzeugerkennung mittels RFID, Steuerungs- und Bedienterminals, Ferndiagnoseeinheit, Wasseraufbereitungstechnik«.

Vielleicht wäre es eine schöne Geste, nach Einweihung der neuen Anlage den Fahrgästen Mitfahrten in die Waschstraße anzubieten, um zu zeigen, dass die Liebe der BVG nicht immer eine schmutzige Angelegenheit sein muss.

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Source: nd