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Bolsonaro und Lula | Brasilien folgt dem Rechtstrend

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Flavio Bolsonaro gewinnt in Brasilien die erste Runde der Präsidentschaftswahlen. Foto: dpa/Eraldo Peres Südamerikas letzte linke Bastion außer dem kleinen Uruguay steht vor dem Fall: In der Stichwahl am 25. Oktober braucht Brasiliens Präsident Luiz Inácio »Lula« ein mittleres bis größeres Wunder, um die Niederlage in der ersten Runde vom 4. Oktober noch zu drehen. Der ultrarechte Flávio Bolsonaro kam auf gut 47 Prozent der Stimmen, Lula nur auf knapp 45 Prozent. Und Lula war der linke Einheitskandidat, während auf der Rechten noch sieben Prozent auf weitere Kandidaten entfielen, die in der Stichwahl eher bei Bolsonaro denn bei Lula landen dürften.

Lula muss in drei Wochen die Regel brechen, die bisher in Brasilien galt: Wer die erste Runde gewinnt, gewinnt auch die Stichwahl. In Kolumbien schaffte es 2022 der linke Gustavo Petro gegen die Prognosen, die Stichwahl zu gewinnen. Über die millionenfache Mobilisierung von Wähler*innen mittels Haustürwahlkampf seiner Vizekandidatin Francia Márquez. Vor dieser Herausforderung steht der 80-jährige Lula mit seinen Mitstreiter*innen nun auch. Sie ist immens, und über eine charismatische Vize verfügt Lula nicht.

Der Trend spricht eindeutig für den ultrarechten Flávio Bolsonaro. Sowohl im Senat als auch im Abgeordnetenhaus und bei Gouverneursposten holte sich Bolsonaros rechte Partei bei dieser Abstimmung breite Mehrheiten. Mit Michelle, Carlos und Jair Renan Bolsonaro sind darunter auch noch weitere Familienmitglieder.

Der Rechtsruck in Brasilien ist eindeutig. Wenn Bolsonaro die Stichwahl gewinnt, wird damit die rechte Dominanz in Südamerika gestärkt. Brasilien könnte sich dem Recht des Stärkeren anschließen und dem im März 2026 von US-Präsident Donald Trump aus der Taufe gehobenen »Schild der Amerikas« beitreten – dem Bündnis, das Washington mit 14 lateinamerikanischen und karibischen Ländern geschlossen hat.

Brasilien hat in drei Wochen die Wahl: Multilateralismus und Verteidigung der nationalen Souveränität oder Unterwerfung unter die US-Vorherrschaft.

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Source: nd