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War & Militarism nd

Besatzungslose Luftrettung | Ukraine evakuiert Verwundeten erstmals per Flugdrohne

Die ukrainische Armee vermeldet die erste besatzungslose Luftrettung eines Soldaten von der Front. Auch die Bundeswehr testet ein solches Gerät.

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Auch das deutsche Heer erprobt die Verwundetenbergung mit einem schweren Hexacopter. Anders als in der Ukraine sind die Soldat*innen in dem Fluggerät aber von einer Hülle umgeben. Foto: Avilus Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben erstmals einen verwundeten Soldaten mit einer Flugdrohne von einer Frontstellung gerettet. Wie die 92. Separate Sturmbrigade in dem Kurznachrichtendienst Telegram mitteilte, war der Infanterist einer anderen Brigade an seiner Position verwundet worden. Ein Rettungstrupp zu Fuß hätte die beteiligten Soldaten gefährdet. Auch eine Evakuierung mit bodengestützten unbemannten Fahrzeugen, wie sie aufseiten der Ukraine inzwischen vermehrt eingesetzt werden, sei wegen der Aktivität russischer Drohnen und vermintem Gelände nicht möglich gewesen.

Zum Einsatz kam nach Angaben der Brigade ein schwerer Hexakopter des ukrainischen Herstellers Gurzuf Defence, der diesen wohl kostenlos bereitstellte. Das ursprünglich als Bomber entwickelte Fluggerät mit sechs Rotoren wurde dazu mit einer Seilwinde ausgestattet, an der sich der Soldat befestigte.

An der Vorbereitung und Durchführung sollen mehrere Einheiten beteiligt gewesen sein. Die Drohne soll Berichten zufolge rund 98 Kilogramm wiegen und kann bis zu 90 Kilogramm Nutzlast tragen. Der Hersteller bezifferte die Flugstrecke auf 62 Kilometer, das Gerät soll dafür eine Stunde und 14 Minuten benötigt haben. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

Ukrainische Bodenroboter sollen im laufenden Jahr über 100.000 Logistik- und Evakuierungseinsätze durchgeführt haben. Massentauglich zur Luftrettung sind die Systeme aber nicht, warnte Gurzuf-Defence-Mitgründer Pavlo Feldblium laut der ukrainischen Zeitung »Ukrajinska Prawda«. Jeder Einsatz müsse individuell geplant werden.

Wenige Tage vor der angeblich erstmaligen besatzungslosen Luftrettung an der Front wurde bekannt, dass die Ukraine für derartige Missionen die Drohne »Stargate« des ukrainischen Herstellers Skyfall testet. Der ebenfalls sehr schwere Hexakopter trägt dazu eine Trage unter dem Rumpf und soll über eine Nutzlast von etwa 150 Kilogramm verfügen. Er erreicht nach Herstellerangaben bis zu 105 Stundenkilometer und kann feindliche Drohnen mit einem Störsender und Fangnetz abwehren. Ein KI-System soll die Kontrolle auch bei Ausfall der Satellitennavigation aufrechterhalten.

Die US-Armee erprobte bereits 2016 einen unbemannten Hubschrauber und 2019 eine Tandemrotor-Drohne zur Verwundetenbergung. Näher am ukrainischen Hexakopter-Konzept steht die US-Drohne »Flowcopter«, die rund 100 Kilogramm tragen und mehr als 95 Kilometer weit fliegen soll. Die US-Armee soll sie in diesem Jahr bei der Großübung »Saber Strike« in Polen eingesetzt haben.

In Deutschland testet das Heer derzeit das System »Dronevac«, das eine Forschungsgruppe der TU München gemeinsam mit der Bundeswehr entwickelt hat. Es wird von der bayerischen Firma Avilus hergestellt und besteht aus dem Luftfahrzeug »Grille«sowie einer mobilen Bodenstation.

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Originally published bynd
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