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Basketball-WM | DBB-Frauen schlagen Japan: Wichtiger Sieg im Wohnzimmer
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Nyara Sabally (r.) erzielte an alter Wirkungsstätte 18 Punkte gegen die Japanerinnen. Foto: imago/Beautiful Sports Am Ende des ersten Viertels war es so weit. Nachdem die deutschen Basketballerinnen einen 28:11-Start gegen Japan aufs Parkett gezaubert hatten, machte die ausverkaufte Max-Schmeling-Halle dieses ihr ganz eigene, ohrenbetäubende Geräusch, wenn das gesamte Publikum steht und schreit. Dann kann die lärmende Energie von den Tribünen nirgendwo mehr hin. Sie prallt gegen die niedrige Decke und die Ecken der Halle, strömt durch Trommelfelle und Körper, und landet direkt auf dem Spielfeld.
Für viele im deutschen Team war das Spiel am Samstag eine Art Rückkehr ins eigene Wohnzimmer. In den angebauten Trainingshallen der Max-Schmeling-Halle haben alle deutschen Auswahlspielerinnen schon einmal geschwitzt. Die gebürtigen Berlinerinnen im WM-Kader, Nyara Sabally, Alexandra Wilke und Lina Sontag haben hier unzählige Stunden verbracht. Auch Bundestrainer Olaf Lange kennt die Halle in seiner Geburtsstadt bestens. Doch so dröhnend wie am Samstagabend haben sie die DBB-Frauen bei einem eigenen Spiel noch nicht erlebt.
»Wir haben gehört, wie laut die Fans waren. Auch als Japan im zweiten Viertel zurückgekommen ist, standen alle weiter hinter uns. Das hat uns einen riesigen Schub gegeben«, sagte Emma Eichmeyer nach dem wichtigen 74:58-Sieg im zweiten Gruppenspiel. Die 26-Jährige von den Saarlouis Royals hatte mit fünf schnellen Punkten in der ersten Spielminute selbst dafür gesorgt, dass die deutschen Fans sofort angezündet waren.
Im Unterschied zur Auftaktniederlage gegen Spanien einen Tag zuvor in der größeren Arena am Ostbahnhof präsentierte sich das deutsche Team diesmal vom Tip-off an voll entschlossen. Im Angriff lief der Ball flüssiger und schneller durch die eigenen Reihen. In der Verteidigung nutzten die DBB-Frauen ihre physischen Vorteile, um die Spielzüge der quirligen, aber deutlich kleineren Japanerinnen früh zu stören. »Die Art, wie wir heute ins Spiel gestartet sind, war einfach mitreißend. Wir haben das Publikum sofort mitgenommen«, freute sich Bundestrainer Lange.
Vor allem aus der Distanz fanden die Asiatinnen gegen die robuste deutsche Verteidigung nie ihren Rhythmus. Nach dem WM-Rekord von zwanzig erfolgreichen Dreipunktewürfen im Spiel gegen Mali am Freitag trafen die Japanerinnen diesmal nur drei ihrer 27 Versuche.
In der Offensive glänzte Leonie Fiebich in einer neuen Rolle. Die 26-Jährige übernahm die Aufgabe als Spielmacherin für die wegen einer Lebensmittelvergiftung ausgefallene Alexis Peterson-Smalls und verteilte starke sieben Assists. Weil Fiebich dafür das Wurfglück fehlte – nur einer ihrer neun Versuche landete im Korb –, übernahmen Nyara Sabally mit 18 Punkten und Frieda Bühner mit 19 Punkten das Scoring im deutschen Team.
»Manchmal, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht, kommt das Beste heraus und wir haben heute unsere beste Seite gezeigt«, erklärte Lange die Leistungssteigerung seiner Spielerinnen, die auch dringend nötig war. Weil Mali am Samstagmittag völlig überraschend die Spanierinnen geschlagen hatte, war Deutschland vor dem Spiel gegen Japan plötzlich das einzige sieglose Team in Gruppe A. Bei einer Niederlage gegen die Asiatinnen wäre das Aus nach der Gruppenphase schon bedrohlich nahegekommen.
Doch die deutschen Basketballerinnen zeigten unter Druck ihre mentale Stärke. Auch die Schwächephase im zweiten Viertel, durch die Japan bis zur Pause auf 34:29 herankam, steckte das DBB-Team weg – und antwortete im dritten Viertel mit einem vorentscheidenden 15:4-Lauf.
Den herausgespielten Vorsprung gaben die Gastgeberinnen dann auch im Schlussabschnitt nicht mehr her, immer angetrieben von den begeisterten Zuschauer*innen in der »kleinen« WM-Halle. Dafür gab es nach dem Spiel dann auch noch ein Sonderlob vom Bundestrainer: »Besonders im dritten und vierten Viertel haben uns die Fans richtig getragen.«
Nach dem Ruhetag am Sonntag geht es für Deutschland nun am Montagabend gegen Mali weiter. Weil alle Teams in der Gruppe A aktuell einen Sieg auf dem Konto haben, ist vor dem letzten Gruppenspiel noch alles möglich. Mit einem eigenen Erfolg und einer Niederlage der Spanierinnen gegen Japan könnten die DBB-Frauen als Gruppenerste direkt ins Viertelfinale einziehen. Bei einer Pleite gegen die Afrikanerinnen droht im schlimmsten Fall weiterhin das Aus in der Vorrunde.
Sicher ist dagegen, dass es für das deutsche Team das letzte Spiel in der Max-Schmeling-Halle war. Der Gruppenabschluss gegen Mali findet wieder in der Arena am Ostbahnhof statt und in der K.-o.-Phase werden alle Partien dort ausgetragen. Doch der Sieg gegen Japan sollte den deutschen Basketballerinnen gezeigt haben, was es braucht, um die eigenen Fans so richtig mit ins Spiel zu holen – damit dann auch die große WM-Arena zum eigenen Wohnzimmer werden kann.
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Source: nd