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Bafög | Luxusprodukt Bildung

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In der Bibliothek können die Studierenden jedenfalls nicht wohnen. Foto: dpa/Monika Skolimowska »Ich hab kein Geld, bin vogelfrei«, singt der Bettelstudent in der gleichnamigen Operette der 50er Jahre. Die Einführung des Bafögs 20 Jahre später sollte das ändern. Endlich alle jungen Menschen, unabhängig von ihrer sozialen und wirtschaftlichen Situation, an die Unis! Das war der Plan. Geklappt hat das kaum. Heute reicht die Sozialleistung nicht mehr aus, um die zunehmende finanzielle Spaltung innerhalb der Gesellschaft wettzumachen.

82,4 Prozent der Studierenden, die allein wohnen, leben unter der Armutsgrenze. Selbst 70,4 Prozent der Studierenden in WGs sind arm. Insgesamt ist mehr als ein Drittel aller Lernenden an Hochschulen in Deutschland armutsbetroffen. Das ergibt eine neue Expertise des Paritätischen Gesamtverbands und des Deutschen Studierendenwerks.

Im August beschloss das Bundeskabinett zwar eine verspätete schrittweise Erhöhung des Bafögs ab dem Wintersemester 2026/27. Zuvor hatte die Reform auf der Kippe gestanden, nachdem die Union keine Sozialleistungen mehr erhöhen wollte. Die Wohnkostenpauschale will Schwarz-Rot aber erst im Sommersemester steigern, auf 440 Euro. Selbst dann wird sie nicht ausreichen, weil die tatsächlichen Wohnkosten im Mittel bereits jetzt bei 461 Euro im Monat liegen.

Zugleich sinkt die Zahl der Bafög-Empfänger*innen stetig. 2025 erhielten die Förderung nur noch rund 570.000 Personen, seit 2021 ist die Zahl um ein Drittel zurückgegangen. Das hängt mit der sinkenden Studierendenzahl zusammen. Aber auch komplexe Anträge, veränderte Familienstrukturen, lange Wartezeiten und mangelnde Planbarkeit wirken abschreckend – viele Berechtigte bewerben sich gar nicht erst um die Leistung.

Deshalb braucht es im Bafög dreierlei: eine armutsfeste Finanzierung sowie ein niedrigschwelliges Antragssystem. Und vor allem: sinkende Wohnkosten. Anderenfalls bleibt Hochschulbildung ein Luxusprodukt.

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Source: nd