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Schöne neue Bundeswehr: Durch den Krieg in der Ukraine kehrt die Debatte um die Wehrpflicht zurück die Schulstreiks auch
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Dossier
„Unter der Überschrift „Gerne in die Kaserne“ hält Martin Machowechz auf Zeit Online am 14. Mai ein Plädoyer dafür, die Wehrpflicht wieder einzuführen. Mit diesen Gedanken ist er nicht alleine, denn wie Ex-Punk Campino (auch auf Zeit Online) hadert auch der Autor mit Blick auf die Ukraine mit der eigenen Verweigerung der Wehrpflicht. Sein vermeintlich progressiver Vorschlag: Er will alle Geschlechter verpflichten. Denn die neue Wehrpflicht solle „freier, sogar fröhlicher“ sein und „für alle Milieus, für alle Geschlechter“ gelten. Superdivers also soll sie sein, unsere neue Bundeswehr. Ein Wohlfühlort für Transpersonen, BiPoCs, Menschen mit Behinderung – geradezu verlockend. (…) In Europa und in der Nato finden sich heute nur noch sehr wenige Staaten, die an der Wehrpflicht festhalten…“ Kommentar von Bo Wehrheim vom 17. Mai 2022 in der taz online
und dazu:
- Unfreiwillige Motivierungsmaßnahme für den Schulstreik gegen die Wehrpflicht am 25. September: Bundeswehr beginnt mit Pflicht-Musterungen unabhängig vom Fragebogen

- HEUTE ZWINGEN SIE UNS ZUR MUSTERUNG – MORGEN ZUR WEHRPFLICHT
Aktualisierter Aufruf auf https://schulstreikgegenwehrpflicht.com/
und ein Infoplakat zur Musterung
auf Insta und zu den Hintegründen: - Auch ohne Interesse am Dienst: Bundeswehr beginnt mit Pflicht-Musterungen
„Kein Interesse am Wehrdienst ist künftig keine Ausrede mehr. Ab Juli 2027 soll die verpflichtende Musterung flächendeckend starten. Doch Hunderte junge Männer bekommen bereits in diesem Sommer Vorladungen. Die Bundeswehr hat damit begonnen, 18-jährige Männer zur Musterung vorzuladen, die kein Interesse am Wehrdienst bekundet haben. Seit Juli seien im Rahmen der Wehrerfassung fast 1000 von ihnen gemustert worden, teilte das Bundesverteidigungsministerium in Berlin mit…“ Agenturmeldung vom 19.09.2026 auf n-tv.de
- Bundeswehr auf Rekrutenjagd: Antwort interessiert nicht
„Bundeswehr musterte seit Juli 1.000 junge Männer, obwohl sie zuvor ihr Nichtinteresse bekundet hatten. Nächster Schulstreik am Donnerstag
Wer die größte europäische Militärmacht westlich des Dnjepr werden will, braucht neben Kriegsgerät auch Kanonenfutter. Noch setzt die Bundeswehr bevorzugt auf Freiwillige, um ihre Reihen »aufwachsen« zu lassen. Tatsächlich aber bestellt sie bereits auch jene 18jährigen zur Musterung ein, die – vom Staat danach gefragt – explizit kein Interesse am Militärdienst für die BRD bekundet haben. Der Aufforderung muss man offenbar nicht nachkommen, heißt es von Betroffenen, die vorsichtshalber nachgefragt haben. Das hat sich noch nicht bei allen herumgesprochen. Vom 1. Juli bis zum 31. August hat die Bundeswehr »im Rahmen der Wehrerfassung fast 1.000 Musterungen« von frisch volljährigen Männern vorgenommen, obwohl diese zuvor auf dem ihnen zugeschickten Fragebogen ihr »Nein, danke« quittiert hatten. Das teilte das Bundesverteidigungsministerium (BMVg) am Freitag mit. Zur Musterung geschleift werden musste offiziell niemand von ihnen. »Die Anreise aller 1.000 Gemusterten geschah selbständig«, erklärte eine BMVg-Sprecherin auf jW-Anfrage…“ Artikel von Marc Bebenroth in der jungen Welt vom 19.09.2026
- „Freiwilliger Wehrdienst“ wird immer unfreiwilliger – Die Jugend bleibt UNZWINGBAR
„Das vorbereitende Bündnis der Unzwingbar-Kundgebung (2.10.) kritisiert verpflichtende Musterungen und fordert junge Menschen auf, dagegen auf die Straße zu gehen und zu widersprechen
Das Unzwingbar-Bündnis kritisiert die zunehmenden Zwangselemente beim sogenannten „Neuen Wehrdienst“. Wie aktuell berichtet wird, lädt die Bundeswehr junge Männer bereits jetzt verpflichtend zur Musterung vor – unabhängig davon, ob sie überhaupt Interesse an einem Dienst bei der Bundeswehr haben…“ Pressemitteilung vom Bündnis „Unzwingbar: Kein Bock auf Krieg und Wehrpflicht!“ vom 22. September 2026 per e-mail, siehe Unzwingbar: Kein Bock auf Krieg und Wehrpflicht! Großkundgebung gegen Wehrpflicht am 2. Oktober 2026 in Berlin
- HEUTE ZWINGEN SIE UNS ZUR MUSTERUNG – MORGEN ZUR WEHRPFLICHT
- Proteste gegen Militarisierung trotz Einschüchterungsversuchen
„Ende September findet der nächste Schulstreik gegen Wehrpflicht statt. In Cottbus wurde einem Aktiven laut der Bewegung zeitweilige Suspendierung angedroht. (…) Für den 25. September ruft die Bewegung mit ihren regionalen Organisationen erneut zum Schulstreik auf. So auch in Cottbus. Dort sorgt dieser Tage ein Vorfall an einem Gymnasium für Empörung unter den an der Streikvorbereitung Beteiligten. Die Schulstreik-Initiative in der südbrandenburgischen Stadt ruft ebenfalls zu einer Demo samt Unterrichtsboykott auf. Am Sonntag postete die regionale Gruppe auf Instagram ein Video
, in dem zwei junge Frauen und ein junger Mann berichten, ein Mitstreiter sei vom Schulleiter des Max-Steenbeck-Gymnasiums wegen des Verteilens von Flyern mit einer dreiwöchigen Suspendierung vom Unterricht bedroht worden. Innerhalb eines Tages wurde der Beitrag 150.000 Mal aufgerufen. Nach Angaben von Schulstreik gegen Wehrpflicht Cottbus hatte ein Schüler der Einrichtung am 10. September außerhalb des Gymnasiumsgeländes in der Mittagspause die Flugblätter mit den Informationen zur Demo verteilt. Anschließend sei der Direktor in den Unterricht gekommen und habe dem jungen Mann »vor der gesamten Klasse« vorgeworfen, seine Mitschüler »indoktriniert« zu haben. Mehrfach habe der Schulleiter ihm mit zeitweiliger Suspendierung gedroht. Ob sich der Vorfall so zugetragen hat, ließ sich bis zum Redaktionsschluss am Dienstag nicht feststellen. (…)
In Hamburg wollen Schüler*innen auch während des Ende September stattfindenden Nato-Manövers »Red Storm Charlie« streiken und »somit direkt der Kriegsvorbereitung entgegentreten«, wie eine Aktivistin in Essen betonte. Sie wollen sich dafür mit Lehrer*innen und Eltern zusammentun.
Derweil erhalten 18-Jährige nach Angaben von Schulstreik gegen Wehrpflicht in Kiel und Flensburg bereits seit Juli Ladungen zu Musterungen. Das betreffe auch junge Männer, die beim Ausfüllen des von der Bundeswehr versendeten Erfassungsbogens angaben, kein Interesse am Wehrdienst zu haben. Auf telefonische Nachfrage sei einem Betroffenen versichert worden, dass eine Nicht-Teilnahme bisher keine Konsequenzen habe und erst ab nächstem Jahr eine Verpflichtung bestünde.“ Artikel von Jana Frielinghaus vom 15.09.2026 in ND online
- Antikriegstag 2026: Musterungen beginnen in Schleswig-Holstein – Schulstreik am 25.09.
„In Kiel und Flensburg erhalten 18-Jährige seit Juli Ladungen zu Musterungen. Das betrifft auch Männer, die auf dem verpflichtenden Erfassungsbogen kein Interesse an der Bundeswehr angegeben haben. „300.000 wurden angeschrieben und nur 530 haben sich zum Wehrdienst gemeldet. Weil wir offensichtlich darauf keinen Bock haben, kommen sie jetzt schon mit den Musterungen, ab nächsten Jahr dann als Pflicht. Die Bundesregierung tut alles, um die stärkste Armee Europas zu schaffen und einen Krieg vorzubereiten. Dafür wird Schritt für Schritt die Wehrpflicht eingeführt. Aber wir werden am 25.09. weiter dagegen streiken.“ sagt Golo, 18, ein betroffener Schüler aus Kiel. In den Ladungen wird zu einer Teilnahme an der Musterung „eingeladen“, über die rechtliche Lage wird nicht aufgeklärt. Auf telefonische Nachfrage hin hat die Bundeswehr einem betroffenen Schüler versichert, dass eine Nicht-Teilnahme bisher keine Konsequenzen habe und erst ab nächstem Jahr eine Verpflichtung bestünde.
Das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz trifft allerdings keine solche Einschränkung: Ab 2008 geborene, volljährige Männer können seit Inkrafttreten des Gesetzes verpflichtend zur Musterung geladen werden, die Ladungen sollen jedoch erst ab 1. Juli 2027 flächendeckend erfolgen. Die Formulierung, dass die Musterung erst ab 1. Juli 2027 beginnt, war ursprünglich im Gesetzestext vorgesehen, aber wurde zwei Tage vor Verabschiedung des Gesetzes daraus gestrichen. Nur in der Gesetzesbegründung wird noch von Musterungen ab dem 1. Juli 2027 gesprochen, da dafür erst Kapazitäten geschaffen werden müssten. Juristisch bindend ist jedoch nur der Gesetzestext – verpflichtende Musterungen können also jederzeit früher beginnen.
Bei einer Aktion des Schulstreikkomitees Kiel vor dem Musterungszentrum „Karrierecenter Kiel“, in dem zum 11. August 2026 bereits zur Musterung geladen wurde, wurde von den teilnehmenden 18-Jährigen berichtet, dass sie von einer Verpflichtung ausgingen. Alle dort Befragten gaben an, im Fragebogen zur Wehrerfassung vollständiges Desinteresse am Wehrdienst angegeben zu haben. Viele interessierten sich für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung. Ein 18-Jähriger berichtete nach der Musterung von stundenlangen Befragungen und einer einschüchternden Leibesvisitation.
Die Initiative Schulstreik gegen Wehrpflicht sieht in den stattfindenden Musterungen einen weiteren Vorstoß zur Wiedereinführung der Wehrpflicht. Pressesprecher Hannes Kramer erklärt: ��Der Antikriegstag erinnert an den Beginn des zweiten Weltkriegs, an das Leid, die Zerstörung und die Millionen Tote. Heute, 87 Jahre später, fordert Merz Großmachtpolitik und die stärkste Armee Europas. Heute, 87 Jahre später, werden wieder Jugendliche zu Musterungen geladen, werden Musterungszentren im ganzen Land gebaut und fließt immer mehr Geld in Rüstung, während an unserer Bildung und Gesundheit gekürzt wird.“
Die Schüler:innen-Initiative Schulstreik gegen Wehrpflicht organisiert am 25.09. – während des NATO-Manövers Red Storm Charlie in Hamburg – den vierten bundesweiten Streiktag. Dieser richtet sich gegen eine schrittweise Wiedereinführung der Wehrpflicht, gegen die Pläne der Wiedereinführung eines Zivildiensts und gegen die stattfindenden Musterungen. Am Antikriegstag finden überall in Deutschland Aktionen teil, an denen sich die Schulstreikbewegung beteiligt.“ Pressemitteilung vom 1.9.26 von Schulstreik gegen Wehrpflicht (per e-mail)- Siehe auch: Antikriegstag 2026: „Friedensfähig statt kriegstüchtig! Gemeinsam für Völkerverständigung, soziale Gerechtigkeit und eine Welt ohne Krieg“ (DGB)
- Unzwingbar – Kein Bock auf Krieg und Wehrpflicht! Großkundgebung gegen Wehrpflicht: Komm am 2.10. nach Berlin!
Aufruf zur Kundgebung am 2. Oktober 2026
- Dritte bundesweite Schulstreikkonferenz: Über 200 Schüler*innen beschließen nächsten Streik am 25.09. gegen die Wehrpflicht und weitere Aktionen
„Am Wochenende des 18. und 19. Juli fand in Essen die dritte bundesweite Schulstreikkonferenz statt. Die Konferenz wurde von der Bewegung „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ durchgeführt, die bisher an drei bundesweiten Streiktagen jeweils ca. 50.000 Menschen, vor allem Schüler:innen, gegen die Wehrpflicht auf die Straße gebracht hat. Auf der Konferenz waren Teilnehmer:innen aus ganz Deutschland anwesend, die sich über die Arbeit der lokalen Streikkomitees und die Streikorganisation austauschten und sich über die Entwicklungen rund um die Wiedereinführung der Wehrpflicht berieten.
Diese Themen waren auch Fokus der Workshops, die vor Ort stattfanden. So ging es unter anderem darum, wie gegen Bundeswehrauftritte an der eigenen Schule vorgegangen werden kann, welche Rolle Schüler:innenvertretungen dabei spielen und wie mit Repressionen umgegangen werden kann. Darüber hinaus wurde diskutiert wie die weitere Arbeit der Bewegung aussehen soll, wie es nach den Sommerferien weitergeht und welche Möglichkeiten es gibt, aktiv zu bleiben, sobald die Schulzeit abgeschlossen ist.
Die Konferenz endete mit dem Beschluss einer gemeinsamen Resolution, in der die Bewegung nächste Schritte für die kommenden Monate und darüber hinaus festhält. Diese wurde vorab in den den einzelnen Streikkomitees und dann gemeinsam auf der Konferenz diskutiert. (…)
Der nächste bundesweite Schulstreik gegen die Wehrpflicht wird am 25.09. stattfinden. Außerdem wird es am ersten Oktoberwochenende in Berlin zwei große Friedensdemonstrationen inklusive Konzertkundgebung und Straßenfest geben, an denen sich zahlreiche Schulstreikkomitees beteiligen. Carla aus dem Schulstreikkomitee Kiel freut sich darauf: „Wir werden den nächsten Schulstreik noch größer machen! Wir werden gemeinsam mit den Gewerkschaften auf die Straße gehen und den Aktionstag des DGB am 26.09. unterstützen. In Hamburg werden wir während des NATO-Manövers Red Storm Charlie streiken und somit direkt der Kriegsvorbereitung entgegentreten…“ Aus der Pressemitteilung vom 21.7.26 von Schulstreik gegen Wehrpflicht (per e-mail) – weder die PM noch die Resolution bislang online auf https://schulstreikgegenwehrpflicht.com/
- Schulstreik gegen Wehrpflicht: Warum die Jugend das liberale Staatsverständnis nicht teilt
„Die Regierung sucht einen Ausweg aus der Wirtschaftskrise, der primär der Jugend und der Arbeiterschaft schadet. Gleichzeitig wird in Erwägung gezogen, eine allgemeine Wehrpflicht wieder einzuführen, worauf die Jugend streikend reagiert. Das ist kein Ausdruck ihres Egoismus, sondern eines Bewusstseins für soziale Ungerechtigkeit. (…)
Die Ankündigung einer verpflichtenden Musterung als Grundlage für eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht, begleitet von tropfenden Decken in den Schulen, scheint das Fass zum Überlaufen gebracht zu haben: Seit Ende 2025 gehen Schülerinnen und Schüler auf die Straße unter dem Motto: „Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft”. Das Bild des Staates als Hüter des Gemeinwohls verliert an Glaubwürdigkeit; fortlaufende Kürzungen lassen Menschen anzweifeln, ob ihnen ein Staat, der immer mehr an Recht und Freiheit rüttelt, wirklich das eigene Leben wert ist.
In öffentlichen Debatten wird der streikenden Jugend des Öfteren vorgeworfen, aufgrund ihrer Ablehnung des Wehrdienstes egoistisch, ja unsolidarisch zu denken. Jedoch lässt sich beobachten, dass sich viele Jugendliche nicht nur für ihr eigenes Interesse (nicht für den Staat sterben zu müssen) einsetzen, sondern auch für jene in der Gesellschaft, die von dem Abbau des Sozialstaates am meisten betroffen sind: prekäre Beschäftigte, beispielsweise der outgesourcten Vivantes-Tochterunternehmen.(…)
Die Zeiten der Zugeständnisse sind vorbei, das bekommen auch Schülerinnen und Schüler zu spüren, etwa durch Unterrichtsausfall, überfüllte Klassenräume, Verzicht auf Klassenfahrten, marode Schulgebäude sowie das Streichen von Förderprojekten. Dass Jugendliche den Zusammenhang von Kürzungen und Militarisierung sehen und als Reaktion eine Bewegung entsteht, die mit ihren Vorstellungen von Solidarität und Gerechtigkeit an der Staatsräson kratzt, damit hat wohl niemand gerechnet. Der Gegenwind fällt dementsprechend stärker aus als bei vorherigen Schulstreiks wie Fridays for Future, da sich die Forderung, nicht durch ein Losverfahren für die Bundeswehr rekrutiert zu werden, noch schwieriger in das Krisenmanagement der Regierung integrieren lässt. Denn diese erhofft sich durch neue Profite in der Rüstungsindustrie einen Ausweg aus der Wirtschaftskrise und greift dabei auf eine bewährte Strategie zurück, um Zustimmung zu generieren: die Universalisierung partikularer Interessen, hegemonietheoretisch formuliert. Das bedeutet: Die Interessen einzelner Kapitalvertreter – wie etwa von Unternehmen wie Rheinmetall und Co. – werden als Interesse der Allgemeinheit artikuliert. Die mangelnde Finanzierbarkeit von Zugeständnissen an die Arbeiterklasse – darunter die outgesourcten Servicekräfte – erschwert die staatliche Legitimation restriktiver politischer Maßnahmen wie der Wehrpflicht. Wo es an Zustimmung fehlt, muss wieder mehr Zwang her. So folgten auf die Schulstreiks Einsperrungen in Schulen, Attestpflicht und teilweise sogar Festnahmen. (…)
Auf der Website des Schulstreiks gegen die Wehrpflicht heißt es: „Rheinmetall will, dass die Aktien weiter steigen. Wir wollen Geld für Bildung und Soziales!” Eine Parole, die das antagonistische Klassenverhältnis offenbart, das der kapitalistischen Produktionsweise zugrunde liegt. Hinter der Solidarität der Schülerinnen und Schüler mit den Beschäftigten der Vivantes-Tochterunternehmen steht ein Bewusstsein für den sich verschärfenden Klassenwiderspruch: Während Rüstungskonzerne vom Krieg profitieren, ist es die Arbeiterklasse, deren Existenzgrundlage durch fortschreitende Kürzungen bedroht wird.
Wer im Zweifelsfall auch mit Gewalt die bestehenden Eigentumsverhältnisse verteidigen würde, möge sich um das zunehmende Klassenbewusstsein der Jugend vielleicht sorgen. Für alle weiteren – zumindest diejenigen, die auf den Verkauf ihrer Arbeitskraft angewiesen sind und nicht über Kapital verfügen, das irgendwo herum akkumulieren kann – ist dieses Klassenbewusstsein von hohem Gewicht, damit der Arbeiter nicht wie ein Radfahrer nach oben zu buckeln und nach unten zu treten beginnt. Denn strukturelle Ohnmachtserfahrungen ohne erkennbare Ursache bergen das Risiko, sich in Aggressionen gegen Schwächere zu entladen. Um zu verhindern, dass rechtspopulistische Kräfte wie die AfD diesen latenten Groll politisch kanalisieren, bedarf es eines solidarischen Klassenbewusstseins, welches die strukturellen Ursachen der wachsenden Ungleichheit offenlegt.“…“ Artikel von Clara Schlote vom 24. Juni 2026 im Philosophie Magazin online
- Geheimdienst warnt vor Marx und Moritz: Brandenburgs Verfassungsschutz fordert von Schulen Mithilfe bei der Bespitzelung der Schulstreikbewegung gegen die Wehrpflicht
„Sie ist unausrottbar in die Mentalität der Mächtigen eingeschrieben: die Vorstellung, dass niemand – außer jene unter Herrschaft des Feindes – so unzufrieden sein könnte, dass er sich an Massenprotesten gegen die Regierung beteiligt, und dass lediglich die Agitation von »Extremisten« die Menschen auf die Straße treibt. Das ist verknüpft mit dem antikommunistischen Klischee, wonach diese »Extremisten« nur so tun, als ob sie nach einer friedlicheren und gerechteren Gesellschaft strebten, dies aber nur eine Verschleierungstaktik ist, die ihre Verschlagenheit beweist. Diesem Narrativ folgend warnt das brandenburgische Bildungsministerium Schulen vor einer »fortlaufenden Instrumentalisierung der Kampagne ›Schulstreik gegen Wehrpflicht‹ durch Linksextremisten«. So die Betreffzeile eines jW vorliegenden Schreibens des Verfassungsschutzes an das Ministerium, welches anschließend von diesem an mehrere Dutzend weiterführende Schulen zwischen Elbe und Oder weitergeleitet wurde. (…) In dem Schreiben wird ausdrücklich vor einer Teilnahme der MLPD, der SDAJ als Jugendorganisation der DKP sowie von Young Struggle als Jugendgruppe der türkisch-kurdischen MLKP gewarnt. (…) Als Beleg für die kommunistische »Unterwanderung« der Bewegung gegen die Wehrpflicht wird ausgerechnet ein Artikel zu deren »Wahrnehmung« durch die CDU-nahe Schüler-Union angeführt. Schließlich »bittet« der Geheimdienst die Schulleitungen um Mitwirkung bei der Bespitzelung ihrer Schüler gemäß Paragraph 14 Absatz 1 des brandenburgischen Verfassungsschutzgesetzes. Dort wird von Einrichtungen des Bundeslandes verlangt, »von sich aus« den Geheimdienst über »sicherheitsgefährdende« oder staatsfeindliche Tätigkeiten zu unterrichten, wenn ihnen solche bekannt werden. (…) Den Geheimdienstvorwurf des »Extremismus« wies das Schulstreikbündnis am Mittwoch entschieden zurück. Extrem sei nur eines, »nämlich die Pläne der Bundesregierung«, erklärte ein Bündnissprecher gegenüber jW. Er kritisierte, dass – »während durch Wehrpflicht und Militarisierung ein neuer Krieg vorbereitet wird« – sich der Staat »vor allem gegen Organisationen, die gegen diesen Krieg sind«, wende. Ziele des Streikbündnisses seien »eine Verhinderung der neuen Wehrpflicht und ein Ende der Militarisierung«. Man werde mit allen zusammenarbeiten, »die diese Ziele ebenfalls ehrlich vertreten«. Und jene Kräfte, die stets am entschlossensten gegen einen neuen Weltkrieg auftraten, sind eben nicht Liberale oder Sozialdemokraten, sondern Kommunisten. Das Schulstreikbündnis betonte, sich nicht einschüchtern zu lassen. Das Ziel bleibe weiterhin, »der Kriegsvorbereitung ein Ende zu bereiten«…“ Artikel von Philip Tassev in der jungen Welt 04. Juni 2026
, siehe dazu auch:
- „Wir wissen, wer du bist“: Geheimdienst und Polizei scheitern mit Versuchen, Schulstreik-Aktive in Kiel einzuschüchtern
„… In Kiel wagten sich Verfassungsschutz und Polizei vor wenigen Wochen mit Anquatschversuchen aus der Deckung.“ Vincent Cziesla sprach für die UZ vom 19. Juni 2026 mit Golo und Carla
über ihre Erlebnisse mit der Staatsgewalt, den Widerstand und die Folgen für die Bewegung: „Golo: Etwa zwei Wochen vor dem letzten Streiktag am 8. Mai bin ich morgens mit dem Fahrrad zur Schule losgefahren. Ungefähr 20 Meter von meiner Haustür entfernt trat ein Mann mit grüner Kleidung und Schirmmütze auf die Straße. Er war zwischen zwei Autos hervorgekommen und hatte sich so auf die Straße gestellt, dass ich nicht an ihm vorbeigekommen wäre, selbst wenn ich es versucht hätte. Auf beiden Straßenseiten standen Autos, auch da, wo eigentlich nicht geparkt werden darf. Der Mann rief mir entgegen: „Stopp! Allgemeine Verkehrskontrolle.“ Ich blieb daraufhin stehen. Er sprach weiter: „Spaß, Verfassungsschutz.“ Ich fand das nicht witzig, aber er – oder wer auch immer sich das überlegt hatte – offenbar schon. Ich bin abgestiegen und er hat gesagt, dass er mit mir über die Grenzen des antimilitaristischen Kampfes sprechen möchte. Ich habe entgegnet, dass ich keine Zeit habe und zur Schule muss. Ich stieg wieder auf das Fahrrad. Er rief mir noch hinterher: „Du bist doch Golo K. Du bist in der SDAJ. Du redest doch auch mit der KN.“ Mit KN meinte er die Lokalzeitung „Kieler Nachrichten“. Anscheinend wollten sie mir zeigen, dass sie etwas über mich wissen. Nach der Begegnung hatte ich erst mal Angst. Auf dem weiteren Weg habe ich immer wieder nach hinten geschaut. Mir wurde bewusst, dass der mir richtig aufgelauert hatte. Ich war unsicher, wie ich mit der Situation umgehen soll und habe dann erstmal ein Gedächtnisprotokoll geschrieben, um das Geschehen festzuhalten. (…) Carla: Etwa eine Woche nach dem Anquatschversuch bei Golo absolvierte ich ein Schulpraktikum in einer Buchhandlung. In dieser Zeit kam die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel vorbei, um eine Signierstunde durchzuführen. Deswegen waren diverse Sicherheitsleute anwesend, unter anderem auch das Bundeskriminalamt. Zuerst fiel mir auf, dass mich die BKA-Beamten unabhängig voneinander mit Namen ansprachen, obwohl ich mich nicht vorgestellt hatte. Ich habe die Belegschaft gefragt – niemand hatte meinen Namen weitergegeben. Auch der Inhaber hatte keine Liste mit Namen verschickt oder ähnliches. Wenn keine anderen Leute in der Nähe waren, drückten sie mir außerdem seltsame Kommentare. Sie haben Dinge gesagt, aus denen ich klar heraushören konnte: Okay, die wissen, wo ich organisiert bin – und die wissen, dass ich an den Schulstreiks teilnehme. So wurde zum Beispiel aus dem Nichts gesagt: „Jetzt keine Steine werfen!“ Solche Aussagen sind kein Zufall. Niemand spricht so mit einer 17-Jährigen, die er gerade zum ersten Mal sieht. Das war eine klare Botschaft: Wir wissen, was du machst, pass mal auf. Für mich war das ein klarer Einschüchterungsversuch. Sie haben ja keine Fragen gestellt, wollten also keine Informationen von mir bekommen. Ein paar Tage später kam ein Mann in den Laden, der sehr der Beschreibung ähnelte, die Golo von der Person gegeben hat, die ihn angequatscht hatte. Er lungerte lange Zeit im Laden herum und ich hatte den Eindruck, dass er auf eine günstige Gelegenheit wartete, mich anzusprechen. Ich habe mich dann in der Nähe meiner Kolleginnen und Kollegen aufgehalten, bis er irgendwann ging. (…) Es ist zu erwarten, dass die Repressionen gegen die Schulstreikbewegung zunehmen. In München wurden Schülerinnen und Schüler aus der Demonstration gezogen. Andernorts wurden Schülerinnen und Schüler in ihre Schulen zurückgefahren und getadelt. Von einzelnen Landesministerien wurden Rundbriefe an die Schulleitungen verschickt, um vor den Streiks zu warnen. Der Staat versucht also auf jede erdenkliche Weise, gegen unsere Bewegung vorzugehen. Die Frage, die sich mir in diesem Zusammenhang stellt: Wir haben jetzt schon eine ziemlich starke Bewegung und wir haben die dafür notwendigen Strukturen geschaffen. Was passiert eigentlich, wenn die Wehrpflicht wieder eingeführt wird? Wie viele Jugendliche werden dann auf den Straßen sein und wie groß werden die Repressionen? Das geht sicher vielen durch den Kopf. Aber wichtig ist auch: Wir sind gewappnet! Wir spüren die starke Solidarität in der Bewegung auch bundesweit. Auf dem zweiten Streik wurde ja ein Schüler wegen seines Schildes, auf dem „Merz leck Eier“ stand, aus der Demonstration gezogen. Am dritten Streiktag waren in jeder Stadt und bei jedem Streik Schilder mit der gleichen Losung zu sehen. Das zeigt den Zusammenhalt, den wir in unserer Bewegung erleben. (…) Wir lassen uns nicht klein-kriegen … Golo: … nein, und wir sind natürlich aufrechte Demokraten! Carla: Ach, leckt Eier. Golo: Ja, genau.“
- „Wir wissen, wer du bist“: Geheimdienst und Polizei scheitern mit Versuchen, Schulstreik-Aktive in Kiel einzuschüchtern
- 45.000 Schüler:innen beim Schulstreik gegen Wehrpflicht am 8. Mai sagen: Nie wieder Krieg! Nie wieder Wehrpflicht! – in München trotz politisch motivierter Polizeigewalt, in Berlin trotz Verhaftungen
- 45.000 Schüler:innen beim Schulstreik gegen Wehrpflicht sagen: Nie wieder Krieg! Nie wieder Wehrpflicht!
„Heute, am 08. Mai 2026, haben erneut 45.000 Schüler:innen in über 150 Städten die Schule bestreikt. Unter dem Motto „Nie wieder Krieg! Nie wieder Wehrpflicht“ haben sie am 81. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs deutlich gemacht: Die Jugend will keine Wehrpflicht. Die Schülerinnen und Schüler forderten die Rücknahme des Wehrdienstmodernisierungsgesetzes, einen Stopp der schrittweisen Wiedereinführung der Wehrpflicht sowie einen Stopp von Bundeswehrauftritten an Schulen. Laut aktuellen Zahlen hat erst ein Viertel der 18-Jährigen die Fragebögen der Bundeswehr beantwortet, obwohl Bußgelder drohen. Das zeigt, dass viele Jugendliche keine Lust auf die Wehrpflicht haben. (…) Die Stimmung auf den Streiks war solidarisch und laut. Die Schüler:innen waren nach dem Vorfall im März, bei dem ein Schüler mit einem Plakat mit der Aufschrift „Merz, leck Eier“ verhaftet wurde, in großer Zahl mit demselben Plakat auf dem heutigen Schulstreik und zeigten so, dass sie zusammenstehen und sich die Politik der Bundesregierung nicht gefallen lassen.
In Münster hat die Polizei, wegen dem Demospruch von „Merz, Leck Eier!“ Identitätsfeststellungen durchgeführt und Schüler:innen so eingeschüchtert. Auch in vielen weiteren Städten kam es zu Repressionsfällen wie Einsperrungen in Schulen und Attestpflicht. Phil Werring, 17, Schüler aus Münster erklärt dazu „Wir verurteilen diesen Angriff auf unsere Meinungs- und Versammlungsfreiheit aufs Schärfste! Regierung und Bundeswehr erzählen uns, dass sie auch dafür kämpfen, dass wir gegen sie sein können. Das hört aber auf, wenn sich dieser Widerstand organisiert. Wir lassen uns nicht einschüchtern, denn wir Schüler:innen haben gemeinsam eine große Stärke: Wir stehen zusammen und gehen für unser Interesse weiter auf die Straße. Für jede Repression verteilen wir noch mehr Flyer, diskutieren mit noch mehr Mitschüler:innen. Deshalb macht es mich froh, dass wir trotz Einsperrungen, trotz Einschüchterungen heute so viele auf der Straße sind und Widerstand dagegen leisten, dass wir in Kasernen gezwungen werden sollen, anstatt eine Zukunftsperspektive zu haben.“ (…)
Als nächste Schritte plant die Bewegung eine Aktionswoche (15.-21.6.) gegen den sogenannten „Veteranentag“, die nächste bundesweite Streikkonferenz Mitte Juli und ihren nächsten Streiktag im Herbst. Bis dahin orientiert sie auf die Arbeit gegen Bundeswehrpräsenz an Schulen und gemeinsame Austauschangebote während der Sommerferien.“ Pressemitteilung vom 8.5.26 von Schulstreik gegen Wehrpflicht mit Fotos - Tausende bei Schulstreik in München trotz politisch motivierter Polizeigewalt
„Beim Schulstreik am 08. Mai 2026 in München griff die Polizei den Demonstrationszug der Schülerinnen und Schülern an. Auf der Demonstration waren unter anderem Schilder zu lesen mit Aufschriften wie „Merz, Leck Eier!“ und „Merz, stirb doch selbst an der Ostfront!“. Bereits beim letzten Schulstreik am 05. März wurden Schüler:innen mit entsprechenden Plakaten von der Polizei in München festgenommen und zurück in die Schule gebracht. Durch den heutigen Einsatz wurden mindestens zwei Personen verletzt. Trotz der politisch motivierten Polizeigewalt wohnten über tausend Schüler:innen der Abschlusskundgebung bei. Auch in Berlin kam es zu Verhaftungen von Minderjährigen.
Als Bernhard Baudler, politischer Sekretär für den Bereich Schulpolitik bei der GEW Bayern seine Ansprache auf der Abschlusskundgebung vor ca. 1.500 Teilnehmern am Münchner Rosa-Luxemburg-Platz begann, wurde er nach zwei Sätzen unterbrochen: „Ich Grüße Euch im Namen der GEW Bayern, GEW steht für Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Wir sind die Bildungsgewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und bei uns sind nur Lehrerinnen und Lehrer…“, so Baudler. Dann gingen Polizisten in schwerer Montur in die Kundgebung rein und verhafteten eine Teilnehmerin aufgrund ihres selbstgemalten Schilds. Die betroffene 20-jährige Schülerin, die anonym bleiben möchte, berichtet: „Ich wurde von mehreren Polizisten gewaltsam abgeführt, als ich abseits von den Streikenden saß, aufgrund meines Demonstrationsschildes. Ich habe mich in der Situation sehr unterlegen und klein gefühlt“. Aufgrund des brutalen Vorgehens der Polizei wurde der Schülerin ein Arm verdreht, ein umherstehender Demonstrant erlitt eine Prellung an der Hand. Der gewerkschaftliche Redner Baudler forderte die Polizei über das Mikro auf, friedlich zu bleiben, doch er konnte seine Rede erst fortsetzen, nachdem die Polizei die zwanzig Minuten dauernde Störung der Abschlusskundgebung beendete und die Schülerin mit einer Anzeige wieder frei lies. Die Veranstalterin „Nein zur Wehrpflicht München“ stellt fest, dass mit dem Vorgehen der Polizei, konkret mit dem brutalen Vorgehen und der Polizeikette eine bedrohliche Lage für die anwesenden Schüler:innen geschaffen wurde…“ Pressemitteilung vom 8.5.26 von Schulstreik gegen Wehrpflicht mit Fotos (per e-mail) - Zehntausende gegen Krieg und Wehrpflicht: »Schulstreik«: In 150 Städten demonstrierten vor allem junge Menschen für friedliche Außenpolitik und gegen Zwangsdienste
„In mehr als 150 Städten haben nach Angaben des Netzwerks Schulstreiks gegen Wehrpflicht rund 45 000 Schüler*innen am Freitag den Unterricht bestreikt. Stattdessen gingen sie unter dem Motto »Nie wieder Krieg! Nie wieder Wehrpflicht« gegen Aufrüstung und Wehrpflicht auf die Straße. Unterstützt wurden die Schüler*innen überall von Menschen aller Generationen, unter ihnen Aktive des Bündnisses Eltern gegen Wehrpflicht. Auch Aktive der Friedensbewegung und Landesverbände der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Hessen, Bayern und Sachsen riefen zum Aktionstag auf, ebenso mehrere Landesschüler*innenvertretungen. Ausdrücklich erinnerten die Demonstrierenden an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor genau 81 Jahren und das Leid, das das faschistische Deutschland über die Völker Europas gebracht hatte. Hannes Kramer, Sprecher von Schulstreiks gegen Wehrpflicht, erklärte: »Heute haben Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland erneut deutlich gemacht: Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft. Damit ziehen wir die Schlussfolgerung aus dem Zweiten Weltkrieg.« Nie wieder Krieg heiße heute »nie wieder Wehrpflicht!«, so Kramer. Vor über 80 Jahren hätten IG Farben, Deutsche Bank und Krupp vom Krieg profitiert, heutzutage gehe es »um die Profite von Rheinmetall und Co«. Dagegen, dass die junge Generation »im Schützengraben verheizt« werden solle, werde sie weiter streiken…“ Artikel von Jana Frielinghaus vom 8.05.2026 in ND online
- Live-Ticker: Schulstreik gegen Wehrpflicht
„18:00: Fazit des Tages
45.000 Schüler:innen beteiligten sich in über 100 Städten an den Schulstreiks gegen die Wehrpflicht. Die größte Demo fand wieder in Berlin statt, je nach Schätzung mit 5.000 bis 10.000 Teilnehmer:innen. Auch wenn die Streiks etwas kleiner ausfielen als im Dezember und März, setzt sich die Ablehnung der Wehrpflicht und die Unzufriedenheit mit der Merz-Regierung fort. Mehr noch als bei den ersten beiden Streiktagen setzte die Polizei auf Repression: Aus mehreren Städten gab es Meldungen über Festnahmen wegen Schildern wie „Merz leck Eier“. In München knüppelte die Polizei sogar auf Schüler:innen ein. In vielen Fällen war die Repression aber nicht erfolgreich. Mehrmals solidarisierten sich Menschen mit Verhafteten und konnten die Polizei aus den Demos drängen. Wer Schüler:innen verprügeln lässt, zeigt sein autoritäres Gesicht. Schon ein harmloser Slogan reicht in Deutschland als „Majestätsbeleidigung“ aus. Wer den Blackrock-Kanzler kritisiert, bekommt es mit der Polizei zu tun. Das zeigten auch die skandalösen Einschüchterungsversuche des Inlandsgeheimdienstes („Verfassungsschutz“) im Vorfeld der Streiktages wie auch die hetzereische Berichterstattung aus manchen Medien wie dem BR. Offensichtlich greift der Staat zu härteren Maßnahmen, in der Sorge davor, dass die Schulstreikbewegung an die allgemeine Unzufriedenheit anschließen kann. (…)
14:58: Solidaritätsrede vom Vivantesstreik
Zwei Streikende des Vivantesstreiks halten eine Rede in Solidarität mit dem Schulstreik. Sie sagen, dass sie nicht nur gegen die Kürzungen und Sparmaßnahmen sind, sondern auch gegen gegen die Aufrüstung, für die bei Krankenhäusern und Gesundheit gespart wird. Sie fordern mehr Geld in Gesundheit und Soziales, statt in die Militarisierung. (…)
13:42: Vom Vivantesstreik zum Schulstreik
Die Streikenden von den Vivantes Töchter Unternehmen haben eine Soli Delegation zum Schulstreik gesendet. Aktuell kämpfen sie für 100 % TVÖD für die Beschäftigten der Tochter Unternehmen. Sie arbeiten in der Reinigung, in der Technik, der Speiseversorgung usw. in den Kliniken der Vivantes. Wo bei ihnen gespart und gekürzt wird fließt das Geld woanders hin. Denn die Gelder die für die Aufrüstung gebraucht werden werden woanders eingespart! Nein zur Wehrpflicht-TVÖD für alle an der Spree!…“ Bericht vom 8.05.2026 bei Klasse gegen Klasse
- Fotobericht: Schulstreik gegen Wehrpflicht
„Am 8. Mai haben wieder über 40.000 Schüler:innen in über 100 Städten gegen die Wehrpflicht gestreikt. Ein Fotobericht aus Berlin, München und Ingolstadt…“ Fotobericht von Elaine Toszka, Ricarda Julia und Patrick Guist
vom 10.05.2026 bei klassegegenklasse.org - „Rechtzeitig Widerstand leisten“
„Interview mit Hannes Kramer über die Schulstreiks gegen die Wehrpflicht, über die Prägung der jungen Generation durch Krisen und sich verdüsternde Zukunftsaussichten sowie über Fälle staatlichen Vorgehens gegen die Schulstreiks…“ Interview vom 8.5.2026 in german-foreign-policy.com
- #WehrpflichtSchreddern
- 45.000 Schüler:innen beim Schulstreik gegen Wehrpflicht sagen: Nie wieder Krieg! Nie wieder Wehrpflicht!
- Am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus finden in über 100 Städten erneut die Schulstreiks gegen die Wehrpflicht statt: „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! Nie wieder Wehrpflicht!“
- Die Schulstreiks gegen die Wehrpflicht gehen in die dritte Runde am 8. Mai 2026: „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! Nie wieder Wehrpflicht!“
„Am 8. Mai 1945 wurde der zweite Weltkrieg beendet. Der Krieg hatte 2000 Tage lang täglich Zerstörung, Leid und Tod mit sich gebracht. Er kostete über 60 Millionen Menschen weltweit das Leben. Etwas, das niemand von uns erneut erleben möchte.
Doch heute wird in Deutschland wieder aufgerüstet, fast jeder zweite Euro des Bundeshaushaltes wird für Panzer, Bomben und Infrastruktur, die das Land auf den Krieg vorbereitet, ausgegeben. Die Kassen der Rüstungsindustrie klingeln – damals wie heute: Rheinmetall, KNDS & Co. machen Rekordprofite. Währenddessen wird die Wehrpflicht Schritt für Schritt wieder eingeführt: verpflichtende Fragebögen seit Anfang des Jahres, Musterungen beim Militärarzt im nächsten Jahr. Und nun steht im Raum, dass Männer zwischen 17 und 45 Jahren nur noch mit Erlaubnis länger als 3 Monate ins Ausland ausreisen dürfen. Merz spricht vom „Zeitalter der Großmächte“, und meint damit den Kampf um Einflusssphären und Profit, wie wir es heute im Krieg gegen den Iran sehen können. Er spricht davon, dass die Pflicht kommen werde, wenn sich nicht genug Freiwillige melden. Das zeigt: Es wird sich auf einen Krieg vorbereitet und wir junge Menschen sollen das Kanonenfutter dafür sein.
Doch wir sagen: Das ist nicht das Zeitalter der Großmachtpolitik! Das ist das Zeitalter der Schulstreiks und des Widerstands!
Nachdem wir nun schon zweimal mit über 50.000 Schülerinnen und Schülern in ganz Deutschland auf der Straße waren, wollen wir dies am 08. Mai erneut tun. Wir zeigen damit: Was sind ein paar Fehlstunden oder schlechte Noten gegen 180 Tage Wehrdienst oder sogar der Tod im Schützengraben?
Am 08. Mai 1945 endete der 2. Weltkrieg, der Bombenhagel verstummte. Danach waren breite Teile der Bevölkerung sich einig: Von deutschem Boden dürfe nie wieder ein Krieg ausgehen. „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ war die Losung. In dieser Tradition werden wir am 08. Mai erneut auf die Straße gehen, mit allen, die kein Bock auf Wehrpflicht und den nächsten großen Krieg haben. Wir rufen dazu auf, dass alle Schülerinnen und Schüler an diesem Tag mit uns streiken. Lehrkräfte, Eltern, Studierende und alle die uns unterstützen, sind dazu aufgerufen mit uns auf die Straße zu gehen.“ Aufruf auf der Aktionsseite
samt der Liste von über 100 Städten
– von Aachen bis Wuppertal – in denen Aktionen angekündigt sind und auch Infos zum Aufruf
bei der Initiative „Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder!“
- Feminist:innen raus zum Schulstreik gegen die Wehrpflicht!
„Die Militarisierung ist allgegenwärtig – doch sie bedeutet nicht nur Panzer und Kriegsrhetorik. Sie bedeutet auch die Einschränkung reproduktiver Rechte, die Idealisierung der heterosexuellen Familie und die Rückkehr der Wehrpflicht. Wir gehen am 8. Mai auf die Straße – ihre Kriege, unsere Körper!…“ Aufruf von Lena Hense vom 06.05.2026 bei Klasse gegen Klasse
- Schulstreik gegen Wehrpflicht – am Gedenktag zum Ende des 2. Weltkriegs -Gewerkschafter:innen sollten sie unterstützen!
„Am 8. Mai wird an das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Befreiung vom Nationalsozialismus vor 81 Jahren erinnert.
Die politisch Verantwortlichen wollen Deutschland wieder kriegstüchtig machen und für die Jugend die Wehrpflicht einführen. Am 8. Mai wird es deshalb in ganz Deutschland durch die Straßen schallen: die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft! Berliner Streik und Demo haben das Motto: „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! Nie wieder Wehrpflicht!“
Sei dabei um 12 Uhr am Brandenburger Tor, Zubringer Demo startet 10:30 Uhr Hallesches Tor. (…)
Als Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin wünschen wir uns, dass die Arbeiter:innenjugend und Jugendverbände der Gewerkschaften mehr eingebunden werden und sich selbst aktiv beteiligen!
Ulrike Eifler – IG Metall, BuG Die Linke – dazu: „Ob die Verweigerung des Kriegsdienstes von einer moralischen Frage zu einer Straftat wird, ist eine politische Entscheidung. Und die zeigt, dass die Aufrüstung gegen äußere Feinde die Aufrüstung gegen innere Feinde nach sich zieht.
Am Freitag gehen die #Schülerstreiks weiter. Wir sollten sie unterstützen und schützen. Denn die Repressionen gegen sie werden zunehmen. Die Bundesregierung bereitet den Krieg vor, sie kann es sich nicht leisten, dass sich eine ganze Generation an der Frage von Krieg und Frieden politisiert. Wer verhindern will, dass die Bilder aus der Ukraine, wo verzweifelte junge Männer von „Feldjägern“ brutal in Kleinbusse gezerrt und geprügelt werden, auch in Deutschland irgendwann zur Realität und Normalität werden, der sollte am Freitag gemeinsam mit den Schulstreikenden auf der Straße stehen.““ Beitrag von Peter Vlatten am 04.05.26 im Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin
- Aufrüstung in Deutschland: Schrittweise Wiedereinführung der Wehrpflicht und Widerstand durch Schulstreik
„… Um tatsächliche Veränderung zu bewirken, ist es dringend Notwendig, dass sich auch die Arbeiter*innen und die Gewerkschaften mit den Schulstreiks solidarisieren und mit ihnen gemeinsame Kämpfe führen!
Der Streik ist für die Durchsetzung der eigenen Forderungen an den kapitalistischen Staat bereits das richtige Mittel. Leider erwirtschaften Schüler*innen noch keine Profite, weshalb ihr Streik, wie andere Demonstrationen von den Arbeitgebern und den Politikern die sie vertreten, vorerst ignoriert werden kann. Würden aber die Gewerkschaften mit der illusorischen Vision der Sozialpartnerschaft brechen, sich vom Staat ablösen und wieder die Interessen der Arbeiter*innen vertreten, so könnte ein groß angelegter Streik in Kürze die Regierung dazu zwingen, ihrer arbeiter*innenfeindlichen Politik Einhalt zu gebieten. Daher sollten sich nicht nur Schüler*innen aufgefordert fühlen, sich dem Kampf gegen die Wehrpflicht anzuschließen. Auch alle, die von den Gesetzesänderungen nicht direkt betroffen sind, sollten aus Solidarität zu den nächsten Generationen, zum Schutz der eigenen Kinder und zur Abwehr von Kriegstreiberei und dem immer härter fallenden Hammer der Kürzungen die Schüler*innen bei ihrem Protest unterstützen und die Notwendigkeit anerkennen, selbst gegen die anhaltende Militarisierung aktiv zu werden.“ Beitrag von Vincent Görlich vom 4. Mai 2026 bei etosmedia.de
- Zweite bundesweite Schulstreikkonferenz ruft auf: Nie wieder Wehrpflicht, nie wieder Krieg! Heraus zum 8. Mai!
„Am Wochenende des 18. und 19. April fand in Göttingen die zweite bundesweite Schulstreikkonferenz statt. Als Organisator:innen werten wir sie als vollen Erfolg aus.
Aus ganz Deutschland kamen mehr als 200 Teilnehmer:innen zusammen, um sich über die Arbeit der lokalen Streikkomitees und die Streikorganisation auszutauschen, um über die Entwicklungen rund um die Wiedereinführung der Wehrpflicht zu beraten.
So zum Beispiel in einem Workshop zum Umgang mit Repressionen, wie der Verhaftung in Berlin wegen einem „Merz leck Eier“ Plakat oder vermehrten Schuleinsperrrungen. Dort wurde diskutiert, dass wir uns nicht einschüchtern lassen, sondern jeden Angriff auf unsere Streiks skandalisieren werden. In Workshops zu Bildungsunterfinanzierung, Bundeswehrbesuchen in Schulen oder zur Mobilisation zum nächsten Streiktag, wurde die Perspektive der Bewegung diskutiert.
In einem Abschlussdokument (siehe https://schulstreikgegenwehrpflicht.com/
) beschlossen die Delegierten „Solange die Wehrpflicht weiter im Raum steht, werden wir weiter streiken. Wir kämpfen gegen die Wehrpflicht als Teil der aktuellen Kriegsvorbereitung, durch die hunderte Milliarden in die Aufrüstung gehen, während Bildung und Soziales gekürzt werden.“ und hielten gemeinsam nächste Schritte für die Bewegung fest.
Dazu gehört weitere Streikkomitees an Schulen zu gründen, die Bewegung weiter selbstorganisiert aufzubauen und mit weiteren Schüler:innen zu verbreitern. Wir haben klar gemacht: „Dabei entscheiden wir selbst vor Ort und bundesweit auf Streikkonferenzen, wie es mit der Bewegung weitergeht.“ An Schulen wollen wir uns fortan für „Schulen gegen Wehrpflicht“ einsetzen, die nicht länger die Bundeswehr bzw. Jugendoffiziere an die Schule einladen. Stattdessen organisieren wir selbst Kriegsdienstverweigerungsberatung und Friedensbildung. Mit allen Teilen der Jugend – Schüler:innen, Auszubildenden, Studierenden, Arbeitenden, Jugendorganisationen, Gewerkschaftsjugenden – wollen wir den Kampf gegen die Wehrpflicht stärken. Wir beteiligen uns an den 1. Mai Demonstrationen des DGB und an den Aktionstagen der Friedensbewegung am 01.09. und am 03.10. Zum Veteranentag soll vom 16.06. bis zum 22.06. eine Aktionswoche stattfinden.
Der nächste Schulstreik gegen Wehrpflicht findet am 08. Mai statt, zum Anlass des 81. Jahrestags des Endes des zweiten Weltkriegs. In unserem Aufruf schreiben wir: „Am 08. Mai 1945 endete der 2. Weltkrieg, der Bombenhagel verstummte. Danach waren breite Teile der Bevölkerung sich einig: Von deutschem Boden dürfe nie wieder ein Krieg ausgehen. „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ war die Losung. In dieser Tradition werden wir am 08. Mai erneut auf die Straße gehen, mit allen, die kein Bock auf Wehrpflicht und den nächsten großen Krieg haben. Wir rufen dazu auf, dass alle Schüler*innen an diesem Tag mit uns streiken. Lehrkräfte, Eltern, Studierende und alle die uns unterstützen, sind dazu aufgerufen mit uns auf die Straße zu gehen.““ Pressemitteilung vom 22.4.2026 per e-mail zum Aufruf auf https://schulstreikgegenwehrpflicht.com/
- Die Schulstreiks gegen die Wehrpflicht gehen in die dritte Runde am 8. Mai 2026: „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! Nie wieder Wehrpflicht!“
- Damit Kriegsdienstverweigerer mit dem Bußgeldern der Bundeswehr nicht alleine gelassen werden: Verweigert-Soli-Fonds und eine Spendenkampagen zu dessen Unterstützung
- Verweigert-Soli-Fonds
„Wenn die Bundeswehr ein Bußgeld gegen dich verhängt hat, weil du dich nicht registrierst und die Fragen nicht beantwortet hast oder weil du nicht zur Musterung erschienen bist, dann hilft dir der Verweigert-Soli-Fonds weiter!
Hinter der Wiedereinführung des Wehrdienstes steht das Vorhaben, unsere Gesellschaft zu militarisieren und wieder “kriegstüchtig” zu machen. Wir stellen uns dagegen, weil wir der festen Überzeugung sind, dass mehr Waffen und mehr Soldat*innen uns nicht sicherer machen werden, sondern dadurch neue Rüstungs- und Eskalationsspiralen drohen, die Kriege wahrscheinlicher machen.
Der Verweigert-Soli-Fonds unterstützt junge Menschen, die im Rahmen des neuen Wehrdienstgesetzes Post von der Bundeswehr bekommen haben. Es handelt sich dabei um die sogenannte Wehrerfassung, bei der alle jungen Männer verpflichtet werden – für junge Frauen ist das bislang freiwillig – einen Fragebogen auszufüllen. Die Bundeswehr greift damit weit in die persönliche Freiheitsrechte der Betroffenen ein…“ Aktionsseite der DFG-VK
und dort auch: - Spendenkampagen zur Unterstützung des Verweigert-Soli-Fonds
„Wie viel des Bußgeldes vom den neuen Verweigert-Soli-Fonds übernommen werden kann, hängt davon ab, wie viele Bußgelder verhängt werden, wie hoch sie sind und wie viel Geld dem Fonds zur Verfügung steht. Das alles können wir im Moment noch nicht genau überblicken. Trotzdem haben wir das Ziel möglichst 50% der Höhe des Bußgeldes zu übernehmen. Darauf möchten wir gemeinsam hinarbeiten. Leider können wir dafür aber auch zur Zeit keine Gewähr übernehmen, dass wir dieses Ziel in jedem Fall erreichen. Du kannst aber auch selbst dabei mithelfen, dass der Soli-Fonds möglichst viele Spendengelder einsammeln kann, indem du mithilfst die Spendenkampagne bekannt zu machen!…“
Kontoinhaber: DFG-VK Stuttgart
IBAN: DE32 4306 0967 4006 1617 40
Verwendungszweck: Verweigert Soli Fonds - Verweigert-Soli-Fonds: »Wir wollen eine Boykottbewegung gegen Wehrpflicht unterstützen«
„Gegen das Wehrdienstmodernisierungsgesetz haben die DFG-VK und »Rheinmetall entwaffnen« den Verweigert-Soli-Fonds gegründet – er deckt Bußgelder ab…“ Interview von Matthias Monroy vom 22.04.2026 in ND online
- Verweigert-Soli-Fonds
- Die Vorbereitungen für den Schulstreik am 5. März am Beispiel Köln: Eine Schulzeitung und der Aufruf der GEW Köln zur Unterstützungen an den und durch die Schulen
- Schulstreik gegen Wehrpflicht
Schulzeitung von antimilitaristischen Initiativen
aus Köln für Schüler:innen überall, auch als Flipbook
zum Lesen - Brief der GEW Köln an ihre Mitglieder zum Schüler*innenstreik gegen Wehrpflicht am 5. März 2026
„… Als Lehrer*innen und pädagogische Fachkräfte in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im Stadtverband Köln unterstützen wir grundsätzlich dieses Anliegen der uns anvertrauten jungen Menschen, von denen sehr viele noch unter 18 Jahre sind. Dabei berufen wir uns auch auf Beschlüsse der GEW zum Thema.
Wir bitten Euch und werden selbst alles tun, um ihnen eine Teilnahme an dieser Veranstaltung zu ermöglichen bzw. sie nicht unnötig zu erschweren. Dazu haben wir verschiedene Möglichkeiten – Beispiele: Es werden keine Klassenarbeiten oder Klausuren oder andere Prüfungen an diesem Tag durchgeführt. Oder das Anliegen der Veranstalter*innen wird zum Unterrichts- oder Projektthema gemacht und im Rahmen eines Unterrichtsganges vertieft.
Durch die Bewegung der „fridays for future“ in den vergangenen Jahren liegen diverse Erfahrungen vor, die hier im Rahmen der schulgesetzlichen Möglichkeiten wieder nutzbar gemacht werden können. Wir appellieren auch an die Schulleitungen, hier großzügige Möglichkeiten einzuräumen…“ Geschäftsführende Vorstand (GfV) der GEW Köln am 11.02.2026 (erhalten per e-mail) und auch überregional: - Stellungnahme von Kolleg*innen an Schulen: Bildung und Soziales statt Wehrpflicht und Aufrüstung!
„Am 5. Dezember 2025 haben 55.000 Schüler*innen gegen das neue Wehrdienstgesetz gestreikt. Für den 5. März ist der nächste Streik geplant. Wir als Kolleg*innen in den Schulen, GEW- und ver.di Mitglieder, unterstützen diesen Schulstreik und setzen uns in Schulen und gewerkschaftlichen Gliederungen für aktive Solidarität ein.
Aufrüstung und Kriegspropaganda sichern keinen Frieden, sondern erhöhen das Risiko von bewaffneten Zusammenstößen – ob von Seiten des russischen, des US-amerikanischen, oder des Imperialismus der EU-Staaten. Die Milliarden für die Aufrüstung werden bei den staatlichen Ausgaben für Bildung, Sozialsysteme und Umweltschutz gestrichenoder sowieso fehlen.
Die Jugend leidet unter einem maroden Bildungssystem: Bundesweit fehlen etwa 15.000(*) Stellen für Lehrende, Unterricht fällt immer wieder aus, Schulgebäude verfallen. Wohnraum ist sowieso knapp und für junge Menschen kaum bezahlbar. Der Kapitalismus treibt die Klimakatastrophe voran, hinterlässt unseren Schüler*innen einen kaputten Planeten. Und nun sollen jährlich zehntausende junge Menschen für den Kriegseinsatz vorbereitet werden.
Wenn am 5. März hunderttausende Schüler*innen wieder gegen Wehrpflicht und Aufrüstung auf die Straße gehen wollen, unterstützen wir sie mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln, wie z.B. durch Unterrichtsgänge, während der Pausen oder in Freistunden. Wir sprechen uns gegen jede Repression gegen unsere Schüler*innen aus!
Wir begrüßen ausdrücklich, dass sich die GEW auf Bundes-, Landes- und Kreisverbandsebene als Teil der Bewegung gegen Krieg und Wehrpflicht sieht und diese mit Material, Finanzen und Ideen unterstützt. Wir rufen alle Gliederungen der DGB-Gewerkschaften dazu auf, diese Beschlüsse zu unterstützen und vor Ort tatkräftig umzusetzen…“ Aufruf von schule@gegenwehrpflicht.info am 22.2. dokumentiert bei der VKG
(Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften) - Erneute bundesweite Schulstreiks gegen die Wehrpflicht für den 05.03.2026 angekündigt: „Gegen Wehrpflicht und alle Zwangsdienste!“
„Für den 5. März 2026 ruft die bundesweite Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ zu einer zweiten Schulstreikwelle gegen die Wehrpflicht auf. Die Schulstreiks richten sich gegen die von derBundesregierung betriebenen Maßnahmen zur Vorbereitung einer flächendeckenden Wehrpflicht, aber auch gegen jeden weiteren Ausweitungs- und Umsetzungsschritt des bereits beschlossenen „Wehrdienstgesetzes“…“Pressemitteilung vom 12.2.2026 der Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ (per e-mail) – siehe https://schulstreikgegenwehrpflicht.com/
- und Schulstreiks gegen die Wehrpflicht am 5. März 2026 bei der Friedenskooperative

- und Schulstreiks gegen die Wehrpflicht am 5. März 2026 bei der Friedenskooperative
- Schulstreik am 5. März: Jugend organisiert sich für Frieden
„Wie potentiell Wehrpflichtige den Schulstreik am 5. März vorbereiten und warum das so wichtig ist. Ein Bericht aus der Sicht einer Schülerin
Statt uns die Perspektive auf eine sichere Zukunft in einem friedlichen Land zu bieten, in dem sich die Regierung sich für einen sozialen Staat einsetzt, bekommen wir Jugendliche nun einen Fragebogen zum 18. Geburtstag geschickt. Einen Fragebogen zum Kriegsdienst, ein Symbol der Aufrüstung Deutschlands, auf Kosten des Sozialstaates, auf Kosten unserer Zukunft. Seit Januar wird die Bereitschaft zum Dienst an der Waffe bei allen Jugendlichen erfragt, die 2008 geboren wurden. Ab Sommer 2027 soll die verpflichtende Musterung folgen. Doch wir Schüler halten dagegen, die Mehrheit lehnt eine Rückkehr zur Wehrpflicht ab. Es ist uns klar, dass die Regierung nicht im Interesse der Bevölkerung handelt und schon gar nicht im Interesse der Jugendlichen. Deutlich geworden ist das erneut am vergangenen Wochenende bei der bundesweiten Schulstreikkonferenz in Göttingen. Sie zielte darauf ab, Bündnisse und Initiativen zu vernetzen, die Arbeit in den Schulstreikkomitees auszuwerten. Denn für den 5. März ist der nächste Schulstreik geplant, zu dem verschiedene Jugendorganisationen aufrufen. Er soll noch größer als der letzte werden. Und der war schon ordentlich: Am 5. Dezember gingen in rund 90 Städten mehr als 50.000 Schülerinnen und Schüler auf die Straße. Trotzdem wurde das »Wehrdienstmodernisierungsgesetz« der Bundesregierung mit einer Mehrheit verabschiedet. Die geplante Musterung ist ein weiterer Schritt Richtung Militarisierung…“ Artikel von Charlotte Küßner in der jungen Welt vom 19.02.2026
- Schulstreik gegen Wehrpflicht
- Nein zur Wehrpflicht in Bochum: Demo am 20. Februar
„Am 5. März wird es den nächsten bundesweiten Schulstreik gegen die geplante Einführung der Wehrpflicht geben. Um hierfür zu mobilisieren, ruft das Bochumer Bündnis „Nein zur Wehrpflicht“ am kommenden Samstag um 14 Uhr zu einer Demonstration auf, die auf dem Dr.-Ruer-Platz startet. Am Donnerstag, 18.2. findet bei DIDF, Rottstraße 30, ein Vorbereitungstreffen statt, bei dem vor allem Transparente und Plakate gestaltet werden sollen…“ Infos bei bo-alternativ
- Kein Ort für (junge) Menschen: Wehrpflicht für Frauen? Schon für Männer ein Verbrechen
„… Diese „Frauen zu den Kindern und Männer an die Front“-Mentalität führt in einigen Kreisen zu ganz neuen Auswüchsen „feministischer Außenpolitik“. Innerhalb der Grünen wird mit dem Argument der „Geschlechtergerechtigkeit“ schon länger über Zwangsdienste für alle diskutiert. Zum Parteitag der CDU fordert jetzt auch die Frauenunion in einem Antrag, die Fragebögen zur Erfassung der Kriegstüchtigkeit müssten für alle verpflichtend sein, langfristig bräuchte es ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr. Die Befreiung der Frau endet in diesen Kreisen wohl dabei, gleichberechtigt im Schützengraben zu sterben. Die richtige Antwort auf „Wehrpflicht für Männer“, ist nicht „Wehrpflicht für alle“, sondern „Wehrpflicht für niemand“! Zumindest dann, wenn es einem nicht um NATO-Vormachtstellung und deutsches Großmachtstreben, sondern um die Befreiung der Frau geht.
Damit sich der Zwangsdienst für alle aber trotzdem irgendwie nach „Befreiung“ anfühlt, muss sich noch einiges am Image tun. Boris Pistorius (SPD) hatte deshalb schon versprochen, dass die Musterungen in Zukunft ohne Demütigung und menschenwürdig verlaufen sollen. Junge Menschen können sich, wenn diese Zusicherung stimmt, also darauf freuen, bei der Musterung keinen größeren Schaden zu nehmen, bevor es an die Front geht.
Aber auch die Bundeswehr als Ganzes arbeitet an ihrem Image und kämpft dabei gegen die Realität, denn die Zahlen rassistischer und sexistischer Vorfälle innerhalb der Bundeswehr steigen. (…)
Doch die Jugend lässt sich nicht verarschen. Weder vom angeblichen Feminismus, der das gleichberechtigte Sterben im Krieg propagiert, noch davon, dass die von Faschisten aufgebaute Bundeswehr mit ihrem strukturellen Sexismus und der festen Verankerung faschistischer Netzwerke nun den nächsten Versuch unternimmt, ihr Image reinzuwaschen. Die meisten wissen: die Bundeswehr ist kein Ort für junge Menschen, weder für Männer noch für Frauen.
Alle Umfragen zeigen: Jugendliche sind nicht bereit in den Krieg zu ziehen. Der Protest gegen die Wehrpflicht zeigt: Sie lassen sich auch nicht zwingen…“ Artikel von Ronja Fröhlich in der UZ vom 13. Februar 2026
- Kollektiv den Krieg verraten – Die Wehrpflicht sabotieren!
„Der deutsche Staat rüstet zum Krieg. Seit Monaten schon diskutieren Regierungskoalition und Opposition, wie man die Bevölkerung außerhalb der Parlamente und Chefetagen dazu bringen kann, kriegstüchtig zu werden. (…) Für uns ist klar, dass wir uns an dieser Ertüchtigung nicht beteiligen. Militarisierung und Kriegsvorbereitung haben eine lange Geschichte – ebenso wie der Widerstand dagegen. (…) Hoffnung gibt uns, dass viele Jugendliche, die von der Wehrpflicht betroffen sind, gemeinsam aufbegehren. Auch die umfassende Kriegshetze, inklusive umfassender Belästigung mit Werbung für den Dienst an der Waffe im öffentlichen Raum, führen Umfragen zufolge nicht zu den gewünschten Ergebnissen bei den jungen Generationen. (…) Dass ein großer Teil der Jugend in der BRD keinen Dienst an der Waffe für diesen Staat leisten will, ist ein guter Ausgangspunkt. Egal, wie sehr die Herrschenden es wollen: Ohne Soldat:innen kann kein Krieg geführt werden. Eine der zentralen Aufgaben der nächsten Jahre wird es also sein, alle, die sich dem Militär entziehen wollen, zu unterstützen und an möglichst vielen Stellen Sand ins Getriebe der Kriegsmaschinerie zu streuen. Wir stehen solidarisch an der Seite all jener, die den legalen Weg der Verweigerung wählen und damit die Wehrerfassung in Kauf nehmen. Hier bieten DFG-VK u.a. Beratungen an. Wir stehen genauso solidarisch an der Seite all jener, die sich diesen Zumutungen komplett verweigern, die die Fragebögen zur Wehrerfassung schreddern werden und zu keinen Musterungen erscheinen. Wir werden gemeinsam diese Totalverweigerungen selbstbewusst aufnehmen und in die Öffentlichkeit tragen. Wir werden verhängte Geldstrafen massenhaft verweigern, solidarisch tragen und Betroffenen auch bei Gefängnisstrafen wegen Totalverweigerung zur Seite zu stehen. Gerade dort, wo die Fremdbestimmung und Individualisierung durch den deutschen Militarismus allumfassend zu sein scheint, sind Momente kollektiver Selbstbestimmung von zentraler Bedeutung. Deshalb ist es wichtig, die Frage der Verweigerung und alle möglichen Konsequenzen nicht nur mit sich selbst auszuhandeln, sondern gemeinsam zu beantworten und kollektiv den Krieg zu verraten. Mehr denn je wird es unsere Stärke sein, sich in Strukturen zu organisieren, die der gesellschaftlichen Rechtsentwicklung und Militarisierung etwas entgegensetzen können. (…) Als Teil einer internationalistischen antimilitaristischen Bewegung knüpfen wir an die bis hierher gemachten Erfahrungen an. Vom Kieler Matrosenaufstand 1918, der uns vor Augen führte: Befehle verlieren ihre Macht, wenn wir uns ihnen kollektiv widersetzten, über den Berliner Vietnamkongress 1968 und die Unterstützung desertierender GIs bis zur Anti-Nato-Kampagne. Wir verweigern, sabotieren und bekämpfen die Kriegsvorbereitungen und den Militarismus sowohl außer- als auch innerhalb des Militärs. Dabei kämpfen wir mit der Gewissheit, dass wir im Interesse aller handeln, die nicht von dieser Gesellschaftsordnung profitieren; dass wir mit unserem Widerstand eine klare Linie zwischen uns und den Herrschenden ziehen können. Nur eine kämpfende antimilitaristische Bewegung, die klar formuliert, dass ihr Kampf der Kampf im Interesse der Vielen und gegen die Interessen der Herrschenden ist, kann dem aufstrebenden Militarismus effektiv im Wege stehen. Komm mit und wehr dich – wir wollen eine Zukunft!“ Pressestatement vom 26. Januar 2026 von Rheinmetall entwaffnen
- Sie kriegen uns nicht: Wehrpflicht schreddern!
„Mit Werbetafeln im Straßenbild versucht die Bundeswehr, uns fürs Morden zu gewinnen – doch da machen wir nicht mit. Wir werden die Wehrpflicht boykottieren und zwar von Anfang an. (…) Lasst uns zusammenkommen, gemeinsam Widerstand leisten, organisiert Musterungszentren besetzen sowie Veranstaltungen und Manöver der Bundeswehr stören. Und zuallererst den Fragebogen ignorieren. Beim ersten Mal folgen dabei noch keine Konsequenzen. Und sollten beim zweiten Mal Bußgelder anfallen, sammeln wir Geld, damit niemand alleine mit den Kosten bleibt.
Über unsere gemeinsamen Erfahrungen und unsere weiteren Pläne und Aktivitäten wollen wir uns zusammen austauschen und koordinieren. Dafür bietet sich der Kriegsdienstverweigerungs-Kongress am 11./12. April 2026 in Kassel und das Rheinmetall-Entwaffnen-Camp Anfang September 2026 in Köln an. Hierzu laden wir alle Verweigerer:innen und die es werden wollen, herzlich ein. Wir haben nicht vor, in ihren Kriegen zu sterben…“ Aufruf von Interventionistische Linke vom Januar 2026
zu
- KDV-Kongress am 11./12. April in Kassel

- Rheinmetall-Entwaffnen-Camp 1.-6. September 2026 in Köln und Aktionstage gegen das NATO-Manöver 24.-26. September in Hamburg: https://rheinmetallentwaffnen.noblogs.org

- KDV-Kongress am 11./12. April in Kassel
- Eltern müssen mitstreiken: Wie verweigert man den Kriegsdienst erfolgreich? Dazu gibt es unterschiedliche Ansichten. Unabdingbar aber ist der Kampf.
„Kriegsdienst verweigern? Auf jeden Fall. Aber wie? Darüber gibt es verschiedene Ansichten. An dem Tag, als die Wiedereinführung der Wehrpflicht im Bundestag beschlossen wurde, verschickte der Vorstand der Verdi-Betriebsgruppe der Freien Universität an seine Mitglieder einen Aufruf gegen »Kriegsvorbereitung und Wehrpflicht«. Er sollte unter anderem insbesondere den jüngeren Mitgliedern Informationen über die Möglichkeit, den Wehrdienst zu verweigern, liefern. Darin heißt es: »Ihr könnt der Erfassung durch die Bundeswehr vorläufig entgehen, wenn ihr von eurem Widerspruchsrecht gegen die Datenübermittlung an die Bundeswehr an einem Berliner Bürgeramt Gebrauch macht.« Mit Musterschreiben und Hinweis auf die Seite kriegsdienstblocker.de weisen die Gewerkschafter darauf hin, dass man sein grundgesetzlich verankertes Recht auf Kriegsdienstverweigerung auch vorsorglich wahrnehmen kann. Auch die Berliner Landesverfassung garantiere, so die Verfasser: »Jedermann hat das Recht, Kriegsdienste zu verweigern, ohne dass ihm Nachteile entstehen dürfen.‹ (VvB Art. 30 Abs. 2)« Die DFG-VK, die deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner, empfiehlt hingegen nicht, Widerspruch gegen die Datenübermittlung an die Bundeswehr einzulegen, sondern, im Gegenteil, sich jetzt mustern zu lassen. Auf ihrer Website heißt es: »Wenn du als Kriegsdienstverweigerer anerkannt werden willst, musst du dich mustern lassen. Erst dann wird dein KDV-Antrag bearbeitet. Das ist gesetzlich in § 2 (6) des Kriegsdienstverweigerungsgesetzes verankert – ohne Musterung wird dein KDV-Antrag abgelehnt.« Gerade jetzt seien die Anerkennungschancen hoch. Und weiter: »Falls du mit dem KDV-Antrag noch warten willst, gibt es das Risiko, dass bei Ausrufung des Spannungs- oder Verteidigungsfalles dein KDV-Antrag die aufschiebende Wirkung verliert, die Anerkennungschancen schwinden und du zu einem Dienst in die Bundeswehr einberufen werden kannst.«
Welche Variante der Kriegsdienstverweigerung größere Erfolgsaussichten hat, ist eine wichtige Frage. Aber die Diskussion darum ist vor allem auch eine Debatte um die richtige individuelle Beratung. Es gibt mindestens eine weitere, notwendige Form des Widerstands: die kollektive Verweigerung nicht nur der eigenen Daten und des eigenen Körpers (und Geistes), sondern jeglicher Dienstleistungen. Dass vielerorts die Gewerkschaftsjugenden und die GEW den Schulstreik gegen Wehrpflicht unterstützt haben – die IG Metall Jugend sogar fast bundesweit –, ist ein Anfang. (…)
In drei Monaten soll der nächste Schulstreik stattfinden. Besser wäre zeitnäher und länger als einen Tag. In der Geschichte gibt es Beispiele für erfolgreiche Schulstreiks, woran die UZ in ihrer aktuellen Ausgabe erinnert. Entscheidend waren Masse und Durchhaltevermögen. Notwendig wird sein, dass die Eltern mitstreiken. Dafür braucht es die Gewerkschaften – nicht nur verbal unterstützend, sondern praktisch.“ Artikel von Susanne Knütter in der jungen Welt vom 11. Dezember 2025
- [Aufruf des Vorstands der ver.di-Betriebsgruppe FU] Nein zu Kriegsvorbereitung und Wehrpflicht

„Liebe Mitglieder, zum Anlass des Schulstreiks vom 5. Dezember, zu dem auch die Read the full story at the sourceSource: labournet.de