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Karstadt greift nach Kaufhof/Galeria. Immobilien im Visier
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Dossier
„Die Zitterpartie der Beschäftigten im Handel geht weiter. Der jetzige Karstadt-Eigentümer René Benko macht einen neuen Versuch sich den Kaufhof einzuverleiben. Der Österreicher Benko hatte dazu schon mehrmals Anlauf genommen. Doch im Oktober 2015 gab es den Zuschlag erst mal für den Kanadier Hudson’s Bay (HBC). Personal und einige Betriebsräte atmeten durch. Doch dies war, wie so oft, ein Trugschluss. Schon kurz nach dem Kauf zeigte HBC, worauf es beim schnellen Geld machen ankommt. Kahlschlag beim Personal, Fremdvermietung von Verkaufsflächen, Lohnverzicht durch erzwungene Teilzeit, waren auch bei HBC die Spielregeln der Personalleiter in den Filialen. Damit machte der Kanadier von Anfang an eine ähnliche Geschäftspolitik, wie sie auch Benko praktizierte…“ Artikel von Herbert Schedlbauer vom 06.07.2018, Erstveröffentlichung am 06.07.2018 in der uz – wir danken! Siehe dazu weitere Informationen
und darin NEU: Die 5. Insolvenz bei Karstadt-Kaufhof-Galeria für die verbliebenen 12.000 KollegInnen – und ver.di fordert – erneut und immer noch – Aufklärung... 
Karstadt greift Kaufhof
Immobilien im Visier
Die Zitterpartie der Beschäftigten im Handel geht weiter. Der jetzige Karstadt-Eigentümer René Benko macht einen neuen Versuch sich den Kaufhof einzuverleiben. Der Österreicher Benko hatte dazu schon mehrmals Anlauf genommen. Doch im Oktober 2015 gab es den Zuschlag erst mal für den Kanadier Hudson’s Bay (HBC). Personal und einige Betriebsräte atmeten durch. Doch dies war, wie so oft, ein Trugschluss. Schon kurz nach dem Kauf zeigte HBC, worauf es beim schnellen Geld machen ankommt. Kahlschlag beim Personal, Fremdvermietung von Verkaufsflächen, Lohnverzicht durch erzwungene Teilzeit, waren auch bei HBC die Spielregeln der Personalleiter in den Filialen. Damit machte der Kanadier von Anfang an eine ähnliche Geschäftspolitik, wie sie auch Benko praktizierte. Regelrecht abgeschrieben von Karstadt wurde die Vorgehensweise, wie der kapitalistische Grundsatz der Höchstprofite erreicht werden sollte. Nach dem gleichen Drehbuch lies sich so am schnellstens Profit für die Aktionäre machen. Die Mieten in den Filialen explodierten beim Kaufhof ebenso wie beim Karstadt Kahlschlag. Filetstücke wurden verkauft. Durch die viel zu hohen Mieten in 41 Filialen rutschte der Kaufhof in die roten Zahlen. Statt auf mehr Beratung und Personal zu setzen, drehte HBC unaufhörlich an der Schraube der Angst. Arbeitserverdichtung und der Vernichtung von Arbeitsplätzen waren die Folge. Doch nun reicht auch das nicht mehr. Die kanadische Heuschrecke und der Investor Simon Property wollen mehr Geld sehen. Die Aktionäre drängen auf einen Verkauf.
Zwischen HBC und Karstadt, der österreichischen Signa des Immobilieninvestors René Benko, gibt es Insidern zufolge deshalb Gespräche über einen neuen Handelskonzern. Man verhandelt darüber, dass Karstadt bei Kaufhof mit 51 Prozent einsteige. Um den jetzigen Verkaufspreis nach oben zu puschen, will das Kaufhof-Management vor dem Verkauf noch einen Sanierungstarifvertrag für die rund 17.000 Beschäftigten der Galeria Kaufhof mit Hilfe der Gewerkschaft ver.di vereinbaren.
Vor gut einer Woche wurde bekannt, dass Benko, wie nicht anders zu erwarten, als Immobilienspekulant die großen Warenhausfilialen des Kaufhof Konzerns im Visier hat. Diese befinden sich ähnlich wie bei Karstadt in Bestlagen der Innenstädte. Die Fusion der beiden Warenhausketten dürfte zu zahlreichen Schließungen und weiterer Vernichtung von Arbeitsplätzen führen. In München, Hamburg, Essen, Leipzig und Düsseldorf findet man Kaufhof und Karstadt in unmittelbarer Nähe zueinander. Hinzu kommt, dass mit einer neuen Warenhausgesellschaft die Verwaltung und der Einkauf ausgedünnt würde. Was weitere Arbeitsplätze kostet.
Für die Beschäftigten bedeutet dies nichts Gutes. Durch die Zentralisation wird es zu noch mehr wachsender Existenzunsicherheit kommen. Eine ver.di Sprecherin war auf Nachfrage, wie auf die Situation von gewerkschaftlicher Seite reagiert würde, nicht erreichbar.
Herbert Schedlbauer
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Weitere Informationen zum Fortgang der Tragödie
- Die 5. Insolvenz bei Karstadt-Kaufhof-Galeria für die verbliebenen 12.000 KollegInnen – und ver.di fordert – erneut und immer noch – Aufklärung…

- Nach erneuter Insolvenzeröffnung: ver.di fordert Aufklärung von Galeria
„Nach einer erneuten Insolvenzeröffnung beim Warenhauskonzern Galeria, erklärt Silke Zimmer, für den Handel zuständiges Bundesvorstandsmitglied der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di): „Die Beschäftigten haben es schon lange befürchtet: Galeria hat heute das vierte Insolvenzverfahren innerhalb von nur sechs Jahren eröffnet, ganz ohne eine Erklärung zu den Umständen. Das bedeutet eine völlige Ungewissheit für die 12.000 Kolleginnen und Kollegen in den 83 verbliebenen Filialen.
Haarsträubende Managementfehler haben zu dieser Entwicklung geführt. In den letzten Jahren sind durch die Gesellschafter keine nachhaltigen Investitionen geflossen. Es braucht jetzt eine schnelle Aufklärung, wie es für die 12.000 Beschäftigten weitergeht.
Eine Einbeziehung der Beschäftigten und des Gesamtbetriebsrates ist unumgänglich. Die Beschäftigten brauchen jetzt einen Plan für die Zukunft und keine Nebelkerzen!““ ver.di-Pressemitteilung vom 2.10.2026
- Fünfte Insolvenz bei Karstadt-Kaufhof-Galeria: Wie die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sich wieder und wieder am Nasenring durch die Manege führen lässt
„… Auch im Jahr 2026 ist der Warenhauskonzern Galeria wieder in den Schlagzeilen, am 2. Oktober 2026 hat er erneut Insolvenz angemeldet. Wie es mit den etwa 12.000 Beschäftigten in den 83 Warenhäusern weitergeht, ist wieder einmal unklar. Die Dienstleistungsgewerkschaft verdi reagiert nach bereits vier Karstadt–Insolvenzen und dem spektakulären Zusammenbruch des Eigners, der Signa-Gruppe, wieder einmal empört. Dabei hat ver.di diese Spielchen mit den Investoren immer wieder mitgemacht, sich nur auf die schon vier Mal gescheiterte privatwirtschaftliche Lösung konzentriert und sich mit auf die Suche nach neuen Eigentümern begeben. Überlegungen neuer Konzepte zur Rettung der Arbeitsplätze wie eine Kommunalisierung bzw. Weiterführung des Konzerns als Genossenschaft werden und wurden erst gar nicht seitens der Gewerkschaft zugelassen. Wieder verspricht man sich mit gleichem Tun, ein anderes Ergebnis zu erzielen. Das ist aber nur vorgegeben, das Ergebnis ist seit Jahrzehnten das gleiche: nämlich, das Unternehmen auf dem Rücken der Beschäftigten immer wieder schamlos auszusaugen. (…)
Das erste Insolvenzverfahren bei Karstadt wurde schon 2009 abgewickelt. Auch im zweiten Insolvenzverfahren 2020 hatte sich Galeria entschulden können und 40 von 172 Filialen geschlossen, wobei rund 5.000 Beschäftigte ihre Arbeitsplätze verloren. Auch mehr als zwei Milliarden Euro an Schulden wurden gestrichen. Das war offenbar noch zu wenig, wie die dritte Insolvenz 2023 gezeigt hat. In diesem Verfahren konnte der Konzern sich seiner Verbindlichkeiten von rund 900 Millionen Euro entledigen, im abgelaufenen Geschäftsjahr unterm Strich war sogar noch Geld übrig. Dabei sollten von den 17.000 Arbeitsplätzen erneut mehr als 5.000 abgebaut werden. (…)
Auch im vierten Insolvenzverfahren wollte man wieder einmal das Gleiche tun, nämlich auf die Suche nach Investoren gehen und erwartete andere Ergebnisse als in den drei Insolvenzen zuvor. Das Amtsgericht Essen hatte dann Ende Juli 2024 das vierte Karstadt Insolvenzverfahren mit Beschluss nach sieben Monaten aufgehoben. Damit war nun auch der Weg frei für die Übernahme des Unternehmens durch die US-Investmentgesellschaft NRDC Equity Partners und den Unternehmer Bernd Beetz. (…)
Auf Anweisung NRDC Equity Partners strukturierte Galeria nun sein Führungsteam um. So wurde Olivier van den Bossche, der frühere Chef von Galeria Kaufhof, entlassen. Vor allem Lucas Evans, der Topmanager bei NRDC Equity Partners, soll hinter dieser Entscheidung stehen. Evans konnte dann den Finanzinvestor Bain Capital gewinnen, den Warenhäusern ein Darlehen zu geben, für das offenbar hohe Zinsen fällig werden, man spricht von 15 Prozent sowie einer Laufzeit bis April 2029 und der Konzern muss umfangreiche Sicherheiten stellen, wie seine Warenbestände. Die Höhe des Darlehens wurde nicht offiziell bekannt gegeben, doch wurde die Zahl 60 Millionen Euro genannt. Auch die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat diese Spielchen mit den Investoren immer wieder mitgemacht, sich nur auf die schon vier Mal gescheiterte privatwirtschaftliche Lösung konzentriert und sich immer auf die Suche nach neuen Eigentümern begeben. Immer wieder verspricht man sich mit gleichem Tun, ein anderes Ergebnis zu erzielen.“ Beitrag vom 3. Oktober 2026 im gewerkschaftsforum.de
- Nach erneuter Insolvenzeröffnung: ver.di fordert Aufklärung von Galeria
- Kaufhauskette Galeria kommt nicht zur Ruhe: Ein Jahr nach dem Neustart des Warenhausunternehmens bleiben Probleme
„… Und wie ist es um die 12 000 Beschäftigten bestellt? Galeria kündigte im Herbst vergangenen Jahres an, nicht mit der Gewerkschaft Verdi zu verhandeln, stattdessen eine Art Haustarifvertrag – ein »betriebliches Bündnis« – zu etablieren. Trotz des Aufschreis bei Verdi und Teilen der Politik blieb das Management hart.
Damit die Änderung zustande kam, mussten mehr als 90 Prozent aller Mitarbeiter in den noch verbliebenen 83 Filialen in Deutschland und in der Essener Hauptverwaltung zustimmen. Nach einigen Wochen des Verhandelns gab es letztlich breite Zustimmung aus der Gesamtbelegschaft. Das Ergebnis sah einen Inflationsausgleich und stufenweise 8,5 Prozent mehr Gehalt bis 2027 vor. »Es ging um 800 Euro bar auf die Kralle und das kurz vor Weihnachten«, erinnert sich Mitarbeiter Dieter. Und schiebt nach: »Mir war wichtig, dass wir nach der Pleite überhaupt noch einen Job haben.«
»Das war auch ein klares Votum gegen Verdi«, meint Dieter. Er verstehe aber auch die Kollegen, die standhaft geblieben seien. »Es waren aber nur ganz wenige.« Sie zogen für eine flächentarifliche Bezahlung nach dem »Integrationstarifvertrag« vor Gericht. Dieter meint, dass sich kein Unternehmen in der Branche heute noch leisten könne, nach Tarif zu zahlen. Weitere Beschäftigte – darunter Verdi-Mitglieder – sagen, dass die Gewerkschaft in den vergangenen Jahren nicht viel erreicht habe für die Angestellten vor Ort. Auch deshalb habe man »der tariflichen Flucht« zugestimmt.
»Drei Insolvenzen in kurzer Zeit haben dafür gesorgt, dass Galeria-Beschäftigte die Krisen bei Galeria Karstadt Kaufhof immer mitfinanziert haben«, erklärt Verdi. Die neuen Eigentümer, Beetz und Baker, seien mit dem »betrieblichen Bündnis« aus der Zusage ausgestiegen, nach Flächentarifvertrag zu zahlen. Einige Beschäftigte kämpften nun vor Gerichten darum, dass ihnen das nach der letzten Insolvenz durch den Integrationstarifvertrag zustehende Gehalt gezahlt wird. »Es ist beschämend und nicht in Ordnung, dass ein so großer, traditionsreicher Konzern wie Galeria nach Überwindung der Insolvenz vereinbarte Regelungen einfach nicht anwendet und den Menschen nicht das zahlt, was ihnen zusteht.« Verdi setzt darauf, dass die Gerichte dies ebenso sehen.“ Artikel von David Bieber vom 01.09.2025 in ND online
- Ein Jahr nach dem »Neustart« bei der Warenhauskette: Galeria in Dauerkrise, ungewisse Zukunft für Filialen und Belegschaft, insbesondere am Alex in Berlin
- Galeria in Dauerkrise: Ungewisse Zukunft für Filialen und Belegschaft – auch ein Jahr nach dem »Neustart« bei der Warenhauskette
„Während der frühere Eigentümer von Galeria Karstadt-Kaufhof, der österreichische Immobilienpleitier René Benko, in Untersuchungshaft seinem ersten Strafprozess wegen betrügerischer Herbeiführung der Zahlungsunfähigkeit entgegensieht, häufen sich nach einem Jahr mit neuen Besitzern die Krisengerüchte um das Warenhausunternehmen, das inzwischen unter »Galeria« firmiert. Im Mai und Juni seien Umsätze und Gewinne deutlich eingebrochen, berichtete am Montag das Handelsblatt mit Verweis auf Unternehmenskreise. Ende Juli 2024 war das dritte Insolvenzverfahren innerhalb von dreieinhalb Jahren für die einst bundesweit engmaschig vertretenen Karstadt- und Galeria-Kaufhof-Häuser zu Ende gegangen. Das neuerlich entschuldete Unternehmen übernahmen NRDC Equity Partners um den US-amerikanischen Investor Richard Baker, BB Kapital des deutschen Unternehmers Bernd Beetz sowie mittlerweile noch der Bostoner Finanzinvestor Bain Capital, der zwar die geringsten Anteile hält, aber eine Schlüsselrolle bei Galeria spielen soll. Doch wie zuvor unter Benko, der mit seinen diversen Signa-Gesellschaften Warenhäuser und Immobilien rasant in die Pleite geführt hatte, scheint die Zukunft für die verbliebenen 83 Galeria-Filialen angesichts der Entwicklungen bei Umsatz und Gewinn ungewiss. (…) Fest steht, dass Galeria geplante Neuerungen noch nicht abgeschlossen hat, wie etwa den Umzug der Zentrale von Essen nach Düsseldorf. Fortlaufend werden hingegen Warenhausflächen an andere Firmen vermietet, wie etwa an den Lebensmitteldiscounter Lidl und den Sportartikelfilialisten Decathlon. Durch weitere Kooperationen will sich Galeria offenkundig von selbst bespielter Fläche und den entsprechenden Kosten trennen. Voran gehe laut Stern die Modernisierung der Warenhäuser, die jahrelang versäumt worden war. Zwanzig Filialen seien seit dem Sommer 2024 umgebaut worden, vier weitere sollen in diesem Jahr folgen. Künftig stünden pro Jahr fünf bis zehn Umbauten an. Aus Sicht von Carsten Kortum, Handelsexperte von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, sei das zuwenig, weil die Modernisierungen bei dem angekündigten Tempo erst in zehn Jahren abgeschlossen wären. Dann müsste man bereits wieder von vorne anfangen. Viele Häuser seien nach wie vor wenig attraktiv für Kundschaft und Beschäftigte. »Die Luft ist weiterhin dünn, und die Investoren versuchen, wie in der Vergangenheit, aus dem Unternehmen eher Geld herauszuziehen«, zitierte ihn die Zeitschrift. Kortum schätzt den Investitionsbedarf auf 20 Millionen Euro pro Filiale. Unterdessen verliert Galeria regelmäßig Leitungspersonal. (…) Karrierechancen scheinen sich die Vorstandsleute eher anderenorts auszurechnen.“ Artikel von Gudrun Giese in der jungen Welt vom 24. Juli 2025
- Hickhack um Galeria am Alex: Eigentümerin will Grundstück an Land Berlin verkaufen und Erbbaurecht erhalten. Einzug von Bibliothek erwogen. Kaufhausbelegschaft bangt um Jobs
„Angeblich plant die geschrumpfte Galeria-Warenhauskette in nächster Zeit keine weiteren Filialschließungen. Für das Haus am Berliner Alexanderplatz könnte es anders kommen. Seit längerem ist hier die Commerz Real, Tochter der Commerzbank AG, die Eigentümerin. Sie möchte für das Warenhausgeschäft perspektivisch deutlich weniger Fläche als bisher spendieren und statt dessen große Teile des Gebäudes dem Land Berlin für die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) anbieten. (…)
Offen bleibt derzeit auch, wie es in naher Zukunft für das Galeria-Warenhaus weitergeht, denn der Mietvertrag mit der Commerz Real endet am 28. Februar 2026 und muss verlängert werden. Hatte sich zunächst abgezeichnet, dass die bestehenden Vereinbarungen bis zum 31. August 2026 »unter gleichbleibenden wirtschaftlichen Bedingungen« fortgeschrieben werden könnten, um Zeit für Verhandlungen zu gewinnen, ist diese Einigung inzwischen fraglich geworden, berichtete die Morgenpost am vergangenen Freitag. Die Commerz Real fordere knapp vier Millionen Euro von Galeria über die Miete hinaus für die Beseitigung von Baumängeln und einen besseren Brandschutz. Das Warenhausunternehmen wolle hingegen lediglich etwa ein Viertel dieser Forderung aufbringen. Erst im August soll über die strittigen Geldforderungen weiterverhandelt werden, so dass für Galeria die Zeit knapp werden könnte, einen möglichen Sozialplan zu erarbeiten, falls es zu keiner Einigung kommen sollte. Immerhin geht es um rund 350 Arbeitsplätze am Standort des einstigen Centrum-Warenhauses…“ Artikel von Gudrun Giese in der jungen Welt vom 25. Juli 2025
- Galeria in Dauerkrise: Ungewisse Zukunft für Filialen und Belegschaft – auch ein Jahr nach dem »Neustart« bei der Warenhauskette
- Galeria vor nächster Krise: Bei der Warenhauskette bahnt sich neues Ungemach an. Gute Zinsgeschäfte von Investoren mit Filialresten
„Bei der Warenhauskette Galeria (früher: Karstadt und Galeria Kaufhof) lässt sich schon wieder beobachten, wie Investoren nach Entschuldung und Insolvenzverfahren dieses Unternehmen zur eigenen Bereicherung nutzen. (…) Derzeit gibt es noch rund neunzig Filialen. Und die scheinen keine guten Geschäfte zu machen. Nach einem Artikel in der Lebensmittelzeitung (LZ) vom vergangenen Mittwoch sorge »die schwache Umsatzentwicklung dafür, dass die Investoren den Warenhauskonzern stärker an die Kandare nehmen«. Vor allem NRDC Equity Partners gebe dabei den Ton an. Über eine Luxemburger Gesellschaft halte die New Yorker Investmentfirma der Familie Baker 65,8 Prozent der Anteile, während Beetz lediglich mit 28,2 Prozent engagiert sei. Außerdem nehme inzwischen der Bostoner Finanzinvestor Bain Capital eine zentrale Rolle bei Galeria ein, der zwar mit sechs Prozent den geringsten Anteil am Unternehmen habe, als Kreditgeber allerdings eine Schlüsselrolle spiele. (…)
Damit das wenige Geld, das die Filialen noch erwirtschaften, garantiert in den richtigen Taschen landet, wurde der Finanzinvestor Bain Capital gewonnen, der zwar nichts mit dem operativen Geschäft zu tun hat und auch keine Kontrollrechte bei Galeria ausübt. Dafür hat er den Warenhäusern ein Darlehen gegeben, »für das offenbar hohe Zinsen fällig werden und der Händler umfangreiche Sicherheiten stellen muss«, so die LZ. Bei der US-amerikanischen Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (SEC) eingereichten Unterlagen zufolge sei für Galeria ein »First Lien Senior Secured Loan« eingetragen mit Zinssätzen von 15 Prozent und Laufzeiten bis April 2029. Nicht aufgeführt habe man die Gesamthöhe des Kredits. Die LZ beruft sich auf Insider, die von rund 60 Millionen Euro sprechen, mit denen der Neustart von Galeria finanziert werden sollte. Besichert sei die Summe mit den Warenbeständen des Unternehmens…“ Artikel von Gudrun Giese in der jungen Welt vom 23.06.2025
- Eine Chronologie des ohnmächtigen Elends bietet die ver.di-Unternehmensseite: https://handel.verdi.de/unternehmen/galeria
– ohne aktuellen Stand
- Eine Chronologie des ohnmächtigen Elends bietet die ver.di-Unternehmensseite: https://handel.verdi.de/unternehmen/galeria
- ver.di-Streik in Berlin-Brandenburg für Tarifbindung, weil das Galeria-Management es individuell mit etwas Lohnerhöhung gegen vollen Verzicht auf Tarifvertrag versucht
- Gegen das massive Drängen des GALERIA-Managements – ver.di streikt in Berlin-Brandenburg für rechtssichere Lohnerhöhung und Tarifbindung
„Die Gewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigten von GALERIA am Dienstag, den 5. November zum Streik auf. Mit dem Streik macht ver.di Druck für eine tarifliche Lohnerhöhung bei den Galeria-Beschäftigten. Die Gewerkschaft fordert das Unternehmen nachdrücklich auf, unmoralische, vergiftete Angebote an die Verkäufer:innen zu unterlassen und sofort an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Hintergrund der Eskalation in der Auseinandersetzung ist der eklatante Druck auf die Beschäftigten durch das Galeria-Management. Das Management macht einen Verzicht der Beschäftigten auf den Schutz durch den Tarifvertrag zur Bedingung für eine Lohnerhöhung. Zusätzlich wiegelt das Unternehmen die Kolleg:innen gegeneinander auf. Denn nur wenn 90% der Beschäftigten einer Filiale auf den Schutz des Tarifvertrags verzichten, soll die Lohnerhöhung gezahlt werden – auch nur an die, die diesem Verzicht zustimmen.
Damit wird gezielt Zwietracht in den Belegschaften gesät und der Druck auf die Kolleg:innen erhöht, die am Schutz durch den Tarifvertrag festhalten wollen. (…) „Galeria versucht mit dem sogenannten „Betrieblichen Bündnis“ einen rechtssicheren Tarifvertrag zu verhindern. Doch nur mit einem Tarifvertrag sind Einkommen und Arbeitsbedingungen rechtssicher & verbindlich geregelt. Ohne Tarifvertrag sind die Verkäufer:innen zukünftig abhängig vom „Goodwill“ ihres Arbeitgebers. Das wäre auch der Türöffner zu den manteltariflichen Regelungen, wie die Anzahl der Urlaubstage, Zuschläge usw. Alles wäre nun angreifbar“ erklärt Conny Weißbach, Landesfachbereichsleiterin Handel Berlin-Brandenburg. „Die neuen Eigentümer stellen mehr Geld für die Beschäftigten in Aussicht, was ja tatsächlich dringend notwendig ist. Aber sie verlangen im Gegenzug den Verzicht auf den Tarifvertrag. So treiben sie die Verkäufer:innen in die Ecke, denn diese haben im Prinzip nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera.“…“ Pressemitteilung vom 04.11.2024 von ver.di BB
- Warenhauskette Galeria: Lohnerhöhungen an der Gewerkschaft vorbei. Das Einzelhandelsunternehmen Galeria will Verdi per Lohnerhöhung aus den Filialen drängen
„Schon wieder ächzt es im Gebälk des Berliner Einzelhandels. Erneut steht die Warenhauskette Galeria im Mittelpunkt. Vor der Filiale in der Schloßstraße im Ortsteil Steglitz sind etwa 60 Beschäftigte zu einer Streikkundgebung zusammengekommen. Sie sind einem Aufruf der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gefolgt. Verdi ringt seit 2022, als das Management den Integrationstarifvertrag gekündigt hatte, um einen neuen Abschluss für tarifliche Lohnerhöhungen. Hatte Galeria noch im Sommer dieses Jahres eigene Angebote vorgelegt, die die Gewerkschaft als unzureichend abwies, liegen die Verhandlungen mittlerweile auf Eis. Das Unternehmen scheint nun anderes im Sinn zu haben. Galeria hatte den Mitarbeiter*innen mitgeteilt, das letzte Angebot »notfalls auch ohne Tarifeinigung« durchzusetzen. Mit einer Frist bis Freitag seien den Beschäftigten in der Folge neue Verträge vorgelegt worden. Eine Unterschrift würde den Einzelnen zwar innerhalb von drei Jahren eine Lohnerhöhung von 11,3 Prozent bis Oktober 2026 bringen – allerdings nicht tariflich abgesichert. Vielmehr, so Verdi, werde der Verzicht auf einen Tarifvertrag zur Bedingung für die Lohnerhöhung gemacht. Nur wenn 90 Prozent der Beschäftigten einer Filiale auf einen Tarifvertrag verzichteten, soll die Lohnerhöhung gezahlt werden. Und das ausschließlich an diejenigen, die die Vereinbarungen unterschrieben haben. (…)
Auf der Kundgebung vor der Schloßstraßen-Filiale fällt häufig das Wort Nötigung. Eine Mitarbeiterin in gelber Streikweste erzählt »nd«, dass auch sie eine entsprechende Vereinbarung zur Unterzeichnung vorgelegt bekommen habe. Ob sie die Vereinbarung unterschrieben habe? »Dazu äußere ich mich nicht«, sagt sie. Allerdings hätten »eine ganze Menge« ihrer Kolleg*innen unterschrieben. Gewerkschaftssekretär Ralph Thomas kann nachvollziehen, warum die Beschäftigten die Vereinbarung unterschreiben. Das Lohnniveau der Galeria-Beschäftigten fällt immer weiter hinter das des Flächentarifvertrags zurück, mitterweile bis zu 30 Prozent. Da erscheine die von Galeria perfide aufgezogene Kampagne Vielen als alternativlos. Die Mitarbeiter*innen hätten Angst, dass sie sonst gar keine Lohnerhöhungen bekommen, sagt Thomas. (…)
Conny Weißbach, Landesfachbereichsleiterin bei Verdi, sieht es als Fehler an, dass die staatliche Unterstützung in Höhe von 680 Millionen Euro zur vermeintlichen Rettung von Galeria nicht an Beschäftigungsbedingungen geknüpft war. (…)
Einige von denen, die nach Steglitz gekommen sind, sind unzufrieden, dass ihre Kolleg*innen vom Alexanderplatz nicht auf der Kundgebung sind. »Wenn nicht die, wer dann? Die haben doch nichts mehr zu verlieren«, sagt eine Mitarbeiterin. (…)Es sei nicht ungewöhnlich, dass die Beschäftigten sich nach Angriffen erstmal wegduckten und nicht öffentlich Gesicht zeigten, sagt Verdi-Sekretär Ralph Thomas. Er will dennoch auf die Beschäftigten zugehen und den Alexanderplatz ins Zentrum der künftigen Auseinandersetzungen um Galeria stellen…“ Artikel von Christian Lelek vom 5.11.2024 in ND online
– der Rückstand zum Tarif ist ja allerdings hausgemacht
- Gegen das massive Drängen des GALERIA-Managements – ver.di streikt in Berlin-Brandenburg für rechtssichere Lohnerhöhung und Tarifbindung
- Galeria: ver.di kritisiert „Anpassung der Vergütung ohne Tarifabschluss“ als „vergiftetes Angebot“ der neuen Eigentümer
„Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ist über das angekündigte Angebot der Galeria-Unternehmensleitung an die Beschäftigten für eine „Anpassung der Vergütung“ empört. „Das angekündigte Angebot ist vergiftet und unmoralisch. Wir fordern die Geschäftsführung auf, solche Angebote zu unterlassen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer. „Die Beschäftigten bei Galeria haben – anders als die Eigentümer – den Laden seit Jahren am Laufen gehalten. Sie haben ohne Wenn und Aber eine faire Bezahlung verdient.“ Galeria ist im Zuge der Kündigung des Integrationstarifvertrages verpflichtet, mit ver.di eine Anschlussregelung auszuhandeln. Dass die neuen Eigentümer dies mit ihrem angekündigten Angebot für eine „Anpassung der Vergütung ohne Tarifabschluss“ aushebeln wollten, schlage dem Fass den Boden aus, sagte Zimmer. „Geplant wird bei Galeria ein dauerhafter Abschied von den regionalen Entgelt- und Manteltarifverträgen der Branche und in der Folge auf Dauer ein Einkommensniveau stark unterhalb der marktüblichen Entgelte – das ist mit uns so nicht zu machen.“ Schon heute erhielten die Beschäftigten bei Galeria fast 30 Prozent weniger als Einzelhandelsbeschäftigte mit Tarifvertrag, so Zimmer weiter. Dass die Geschäftsführung den Beschäftigten mehr Geld in Aussicht stelle, sei daher gut – aber die Bedingungen dafür seien pure Erpressung. Denn die Beschäftigten würden mit ihrer Unterschrift zu den vom Arbeitgeber geänderten Arbeitsbedingungen die Nachwirkung des Integrationstarifvertrages und damit den Rechtsanspruch auf alle bisherigen tarifvertraglichen Leistungen des Einzelhandels aufheben. Was künftig an Leistungen gewährt werde, liege dann allein in der Entscheidung des Arbeitgebers. Zudem müssten nach den Plänen der Geschäftsführung 90 Prozent der Kolleginnen und Kollegen einer Filiale dem Angebot zustimmen, damit es umgesetzt werde. Zimmer: „Offenkundig wird damit versucht, die Zustimmung zum Angebot zu erpressen, indem Beschäftigte gegenseitig Druck unter Druck gestellt werden. Dies widerspricht dem Prinzip der individuellen Vertragsfreiheit.“ ver.di-Pressemitteilung vom 16. Oktober 2024
und dazu:
- Galeria: Ertrag ohne Tarifvertrag? Verdi kritisiert Frontalangriff auf tarifliche Grundsätze durch neue Konzerneigentümer
„Noch im September hatte Galeria-Arbeitsdirektor Guido Mager angekündigt, »sämtliche Tarifverträge in der aktuellen Fassung, insbesondere die Manteltarifverträge« erhalten zu wollen. Davon ist der Warenhauskonzern jedoch nun offenbar abgerückt. Für die verbleibenden rund 12 500 Beschäftigten plant er laut Gewerkschaft Verdi einen dauerhaften Abschied von den regionalen Entgelt- und Manteltarifverträgen der Branche. Stattdessen sollen sie einem Angebot des Unternehmens individuell »ohne Tarifabschluss« zustimmen, wie es in einer Verdi-Mitteilung heißt. Die Verhandlungen mit der Gewerkschaft über flächendeckende Verträge seien indes für »unbestimmte Zeit« auf Eis gelegt worden. Das aktuelle Angebot von Galeria, dem die Beschäftigten individuell zustimmen sollen, sieht eine Lohnerhöhung von insgesamt 11,3 Prozent über drei Jahre bis Oktober 2026 vor. Die Gehaltssteigerungen sollen in vier Etappen erfolgen: 3,0 Prozent ab Oktober 2024, noch einmal 3,3 Prozent ab Januar 2025 und jeweils weitere 2,5 Prozent ab Oktober 2025 und 2026. Damit bleibe die Bezahlung der Beschäftigten langfristig deutlich unter dem Branchendurchschnitt, bemängelt die Dienstleistungsgewerkschaft. In den vergangenen Jahren hatten die Mitarbeitenden angesichts der schwierigen Lage des Unternehmens auf bis zu 30 Prozent ihrer Gehälter im Vergleich zum Flächentarif des Einzelhandels verzichtet. Das neue Angebot würde diesen Rückstand lediglich auf 23 Prozent reduzieren, was die Gewerkschaft als unzureichend betrachtet. Auch vor dem Hintergrund lehnt Verdi das Angebot entschieden ab und kündigt Widerstand an. »Wir werden dieses unfaire Vorgehen nicht akzeptieren«, betont die Gewerkschaft. Galeria müsse endlich Verantwortung übernehmen und eine zukunftsfähige Lösung für die Beschäftigten erarbeiten, statt weiterhin auf fragwürdige Methoden zu setzen. (…) Besonders übel stößt der Gewerkschaft auf, dass die neuen Eigentümer mit ihrem angekündigten Plan bisherige Vereinbarungen aushebeln würden. Das beträfe etwa die Nachwirkung des sogenannten Integrationstarifvertrags (ITV) und den Rechtsanspruch der Beschäftigten auf bisherige tarifvertragliche Leistungen. Der ITV war im Jahr 2019 im Zuge der Fusion von Karstadt und Kaufhof ausgehandelt worden und beinhaltet unter anderem eine schrittweise Angleichung der Entgelte an die regionalen Flächentarifverträge des Einzelhandels sowie eine Standort- und Beschäftigungssicherung. Im Gegenzug waren unter anderem die Gehälter leitender Angestellter gekürzt worden. (…) Laut eigenen Angaben agiert das Unternehmen seit August wieder alleinverantwortlich. Nachdem die US-Investmentgesellschaft NRDC Equity Partners und der vom Unternehmer Bernd Beetz kontrollierten Gesellschaft BB Kapital mit Sitz in der Schweiz ins Geschäft eingestiegen sind, hob ein Essener Gericht den Insolvenzantrag auf. Die Warenhauskette wurde in den Konzern Nabo Holdings mit Sitz in Luxemburg eingegliedert. Die neuen Eigentümer planen, die Kosten weiter zu senken. Von den noch vorhandenen 92 Filialen sollen nur 83 erhalten bleiben. Damit geht auch ein entsprechender Stellenabbau einher. Parallel zu den Einsparungen will das Konsortium Investitionen in Höhe von bis zu 100 Millionen Euro aufbringen, um die Modernisierung des Geschäfts voranzutreiben, vor allem im Bereich des Online-Handels.“ Artikel von David Bieber vom 21. Oktober 2024 in Neues Deutschland online
- Galeria: Frontalangriff auf tarifliche Grundpositionen
„Drei Insolvenzen in vier Jahren: Inzwischen sind bei Galeria Karstadt Kaufhof neue Investoren am Start, für viele Beschäftigte alte Bekannte, die schon einmal versucht haben, den Warenhauskonzern zu retten. Mit wenig Erfolg. Als erstes haben sie den Namen auf Galeria gestutzt und einige Filialen geschlossen. ver.di ringt mit den verbliebenen 12.000 Beschäftigten um ein tragfähiges Zukunftskonzept
Galeria bietet den Beschäftigten laut 11,3 Prozent mehr Lohn über drei Jahre bis Oktober 2026 an. Das klingt erst einmal gar nicht so schlecht. Aber dieses Angebot ist vergiftet: Keine schrittweise Angleichung der Entgelte an die regionalen Flächentarifverträge, keine Standort- und Beschäftigungssicherung, keine Flächenvergütung bei betriebsbedingten Kündigungen rückwirkend für 12 Monate – was die neue Geschäftsführung von Galeria bereits am 18. September gefordert hatte, glich schon einem Frontalangriff auf die tariflichen Grundpositionen, die sich die Galeria-Beschäftigten hart erstritten haben in den zurückliegenden Jahren. Und schon heute erhalten sie fast 30 Prozent Lohn weniger als Einzelhandelsbeschäftigte mit Tarifvertrag. Nachdem die Galeria-Geschäftsführung zunächst angekündigt hatte, alle Tarifverträge in der aktuellen Fassung erhalten zu wollen, entpuppt sich auch das neuerliche Angebot als richtig mies. Obwohl der Integrationstarifvertrag (ITV), mit dem vieles an sozialer Absicherung geregelt ist, verbindlich nachwirkt, will die Arbeitgeberseite stattdessen eine völlig andere Richtung einschlagen. Mit ver.di und den Beschäftigten ist das nicht zu machen…“ umfangreicher Beitrag vom 16.10.2024 bei ver.di
- Galeria: Ertrag ohne Tarifvertrag? Verdi kritisiert Frontalangriff auf tarifliche Grundsätze durch neue Konzerneigentümer
- Galeria Karstadt Kaufhof: ver.di Bundestarifkommission lehnt Zukunftskonzept der Geschäftsleitung ab, da dieser erneut und erheblich auf Kosten der Beschäftigten gehe
„Nach einem kurzen ersten Verhandlungstag hat die Bundestarifkommission der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) am Mittwochabend (17. Juli 2024) einen Vorschlag der Geschäftsleitung zur Zukunft von Galeria Karstadt Kaufhof entschieden abgelehnt, da dieser erneut und erheblich auf Kosten der Beschäftigten gehe. „Wer im Schweinsgalopp einen Billigabschluss durchdrücken will, verkennt die angespannte finanzielle Situation der Menschen und ihrer Familien bei Galeria. Statt ein tragfähiges Zukunftskonzept zu entwickeln, verspielt die Galeria-Geschäftsführung so die Chance, mit gut ausgebildeten und motivierten Fachkräften in die Zukunft zu gehen“, kommentierte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer das Angebot der Arbeitgeber. „Die Pläne des vorgelegten sogenannten Warenhaustarifvertrags sind kein tragfähiges Zukunftskonzept für die Warenhauskette, die sich im dritten Insolvenzverfahren befindet, sondern ein reines Kostensenkungsprogramm zu Lasten der Beschäftigten“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Marcel Schäuble. (…) „Was uns heute in der ersten Verhandlung von den Arbeitgebern vorgelegt wurde, ist skandalös und ein Affront gegen die Beschäftigten, die hart für die Zukunft ihres Unternehmens arbeiten“, sagte Schäuble. Die Geschäftsleitung entferne sich mit ihrer Idee von einem „neuen Warenhaustarifvertrag“ sehr weit weg von den Regelungen des Integrationstarifvertrags von 2019, mit dem GKK die letzte Insolvenz überstanden hatte. „Sie planen einmal mehr auf dem Rücken der Beschäftigten. Ihr sogenanntes Zukunftskonzept ist ein Griff in die Geldbeutel unserer Kolleginnen und Kollegen bei GKK.“ Letztlich würden die vorliegenden Pläne der Geschäftsleitung die hohe Differenz zum jeweils gültigen Flächentarif in den Ländern nicht verringern. Im Gegenteil…“ ver.di-Pressemitteilung vom 18.07.2024
(„Galeria Karstadt Kaufhof: ver.di Bundestarifkommission lehnt Zukunftskonzept der Geschäftsleitung ab“) – war bisher nie ein Grund… - [Die Hoffnung stirbt zuletzt?] Galeria: Neustart im August mit 83 Filialen (und mit den verbliebenen 12.000 Beschäftigten)
„Zum dritten Mal innerhalb drei Jahren ist Galeria Karstadt Kaufhof insolvent. Jetzt gibt es neue Investoren, für viele Beschäftigte alte Bekannte, die schon einmal versucht haben, den Warenhauskonzern zu retten. Mit wenig Erfolg. ver.di wird mit den verbliebenen 12.000 Beschäftigten um ihre Zukunft kämpfen
Etwas mehr Klarheit haben die Beschäftigten von Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) seit dem 7. Juni: An dem Tag gab Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus bekannt, dass Ende August insgesamt neun und nicht 16 Filialen geschlossen werden. Weitere 600 Mitarbeiter*innen behalten damit ihren Arbeitsplatz im Warenhausunternehmen, das demnächst einem Konsortium gehören wird.
Nach derzeitigem Stand werden zum 31. August 2024 die Filialen in Berlin (Ringcenter), Berlin-Tempelhof, Essen, Wesel, Augsburg, Regensburg (Neupfarrplatz), Trier (Fleischstraße), Leonberg und Chemnitz geschlossen. Nicht geschlossen werden die Häuser in Berlin-Spandau, Köln (Breite Straße), Mainz, Mannheim, Oldenburg, Potsdam und Würzburg. Bereits Ende Mai hatte die Gläubigerversammlung dem Sanierungsplan des Insolvenzverwalters zugestimmt, womit die Voraussetzungen geschaffen sind, das Verfahren förmlich abzuschließen. Nach dem Aus des österreichischen Signa-Konzerns, dem vorigen Eigentümer, hatte GKK Anfang des Jahres wiederum Insolvenz anmelden müssen. Auch das dritte Verfahren innerhalb von dreieinhalb Jahren endete mit enormen Verlusten an Geld, Filialen und Beschäftigtenzahl.
Ab August werden die neuen Eigentümer, die US-Investmentgesellschaft NRDC des Kaufhausunternehmers Richard Baker und eine Beteiligungsfirma des Geschäftsmanns Bernd Beetz, 83 Warenhäuser mit insgesamt noch 12.000 Beschäftigten übernehmen. Wie das gesamte Unternehmen wird auch sein Name geschrumpft: Künftig heißt die Kette „Galeria“.
Große Skepsis gegenüber den Plänen der neuen Eigentümer äußerte nach der Gläubigerversammlung Marcel Schäuble, Landesfachbereichsleiter Handel bei ver.di Hessen und für die Gewerkschaft zuständig für die Tarifverhandlungen bei GKK: „Zu den Zielen für die Zukunft haben die Verantwortlichen wenig ambitionierte Aussagen getroffen.“ Außerdem zeigten die Erfahrungen der Vergangenheit, dass der Schwerpunkt immer wieder auf Kostensenkungen gelegt worden sei. „Das hat nicht zur Stabilisierung der Warenhäuser geführt, sondern ist vor allem zu Lasten der Beschäftigten gegangen.“ Das sei komplett inakzeptabel. (…)
Bei ver.di stößt zudem das Vorhaben, Galeria von einer GmbH in die Gesellschaftsform einer „Société à responsabilité limitée“ umzuwandeln, auf Widerstand, denn dabei entfällt der Aufsichtsrat, in dem bisher Beschäftigte und Gewerkschafter Kontrollfunktionen wahrnehmen. „Es wäre für einen Neuanfang nach der dritten Insolvenz wichtig, auf die Erfahrungen der langjährigen Beschäftigten zurückzugreifen“, betont Silke Zimmer, für den Handel zuständiges Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. Schließlich seien sie seit langem direkt von den Folgen vieler Managementfehler betroffen. Jetzt würden sie ihre Kenntnisse gerne einbringen, damit dieselben Fehler nicht wiederholt würden.
Mit scharfer Zurückweisung reagierte sie auf den Plan der neuen Eigentümer, die Warenhäuser künftig einmal im Monat sonntags zu öffnen…“ ver.di-Meldung vom 18.06.2024
- Galeria Karstadt Kaufhof: Investor Richard Baker? Der schon wieder. Wann wird es Zeit, Vergesellschaftung zu fordern, statt schon wieder Rettung zu erhoffen?
- Übernahme von Galeria Karstadt Kaufhof: Statement von ver.di-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer
„Zur Übernahme von Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) erklärt Silke Zimmer, Mitglied im Bundesvorstand der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di):
„Wir begrüßen, dass offensichtlich ein finanzstarker Investor gefunden wurde, der Galeria als Ganzes erhalten will und über Kompetenz im Einzelhandel verfügt, wenngleich unsere Erfahrungen in der Vergangenheit durchaus zwiespältig waren. Wir erwarten deshalb, dass der neue Eigentümer in das Unternehmen investiert, die Standorte erhält und für die Beschäftigten langfristig die Arbeitsplätze sichert. Der neue Eigentümer sollte gemeinsam mit den Beschäftigten ein modernes Zukunftskonzept entwickeln und auf dem Weg bringen, das die Stärke der Warenhäuser ausspielt: ein breites Sortiment gepaart mit guter Beratung. Vorschläge hierzu haben die Beschäftigten schon erarbeitetet, sie sind bislang nicht aufgegriffen worden. Damit werden Chancen vertan. Wer fortlaufend nur auf Kostensenkung durch Filialschließungen, Personalabbau und untertarifliche Zahlung setzt, senkt die Attraktivität der Warenhäuser für die Kundinnen und Kunden und beeinträchtigt die Attraktivität der Innenstädte.“ ver.di-Pressemitteilung vom 10.04.2024
- Mehr als 70 Galeria-Filialen sollen gerettet werden
„Der US-Investor NRDC und der deutsche Unternehmer Bernd Beetz planen, mehr als 70 der 92 Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof fortzuführen. Die finale Entscheidung der neuen Eigner soll wohl erst Ende April fallen…“ Meldung vom 10.04.2024 im Spiegel online
- Galeria Karstadt Kaufhof: Der schon wieder. Investor Richard Baker übernimmt Warenhauskette Karstadt Kaufhof
„Es bleibt in Sachen Galeria Karstadt Kaufhof beim RB: Auf den pleitegegangenen Immobilienmogul René Benko folgt beim deutschen Warenhauskonzern Richard Baker als neuer Investor. Dessen Beteiligungsgesellschaft NRDC Equity Partners unterzeichnete am Dienstag den Kaufvertrag. Der 58-Jährige ist zumindest bei Kaufhof kein Unbekannter. 2015 stieg seine Tochterfirma Hudson’s Bay Company (HBC) bei der Warenhauskette ein. Große Versprechungen gab der Investor ab, ohne diese zu halten. Vorwürfe des Missmanagements wurden laut, die Ankündigung von Standortschließungen sorgte für Kritik, Kreditgeber wurden zunehmend vorsichtig. Nach drei Jahren beendete Baker, der immer wieder im Privatjet mit Hündchen Bella einflog, sein Engagement und verkaufte an den Konkurrenten Benko, der die eigene Karstadt-Kette mit Kaufhof verschmolz. (…) Die Rückkehr zu Galeria – Partner dabei ist der ehemalige Kaufhof-Aufsichsratschef Bernd Beetz – dürfte eher für besorgte Fragen sorgen: Wird das Schrumpfen weitergehen? Aktuell hat der Konzern 92 Warenhäuser, das ist weniger, als alleine Kaufhof seinerzeit beim Einstieg Bakers hatte.“ Artikel von Kurt Stenger vom 09.04.2024 im ND online
- Übernahme von Galeria Karstadt Kaufhof: Statement von ver.di-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer
- Wie weiter mit Galeria Kaufhof Karstadt? Die Kaufhäuser denen, die sie brauchen!
„Galeria Kaufhof Karstadt ist nun in der dritten Pleite seit 2020. Sämtliche Eigentümerwechsel im letzten Jahrzehnt sicherten weder die Kaufhäuser als Stätten zur Versorgung der Bevölkerung noch die Arbeits- bzw. Ausbildungsplätze für damals ca. 25.000 überwiegend weibliche Beschäftigte. (…) Sie haben nicht vergessen, dass sie schon mehrfach auf tarifliche Leistungen in den letzten Jahren verzichtet haben, um ihre Arbeitsplätze zu retten. Und dabei gingen viele davon aus, dass das letztlich nicht viel bringt. »Gibt es keine Alternativen? Können wir denn gar nichts machen!« (…) Wie wichtig den Städten, den Beschäftigten und ver.di die Innenstadtkaufhäuser sind, zeigen ihre Aktivitäten, um die Vermieter der Immobilien zu Mietsenkungen zu bewegen. Es bleibt die Frage: Warum soll alles der Markt regeln? Warum nicht eine Vergesellschaftung von Galeria Karstadt Kaufhof nach Artikel 14 und 15 Grundgesetz wagen? (…) Dies wäre eine neue Form der Vergesellschaftung durch Kommunalisierung sowie genossenschaftliche Teilhabe der Beschäftigten und Kund:innen sowie Bürger:innen…“ Artikel von Anton Kobel
erschienen in express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit – Ausgabe 2/2024 - Wie konnte Benko die Politik so hinters Licht führen? Vertrauliche Dokumente belegen, wie 680 Millionen Euro Staatshilfe ohne ausreichende Absicherung an Galeria flossen
„… René Benko soll möglicherweise noch kurz vor der Pleite seines Signa-Konzerns Millionensummen verschoben haben. Nach diesen jüngsten Meldungen haben Investoren Strafanzeige gegen den Österreicher gestellt. Die juristische Aufarbeitung der Signa-Pleite ist das eine – doch wie sieht es mit der politischen Verantwortung für die Milliardenschäden aus? Hier stehen die 680 Millionen Euro Coronahilfen für den insolventen Konzern Galeria Karstadt Kaufhof an erster Stelle; die hatte der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) dem Kaufhauskonzern gezahlt, offenbar ohne ausreichende Absicherung und ohne verlässliche Recherchen über die finanziellen Hintergründe des Signa/Benko-Imperiums. Dem WDR vorliegende vertrauliche Dokumente zeigen, dass die Verantwortlichen im WSF offenbar mit einer erneuten Pleite von Galeria rechneten. In diesem Fall sollten ihre noch offenen Forderungen gegen Galeria Karstadt Kaufhof an die Signa verkauft werden. (…) Am 27. März 2023 wurde zwischen dem WSF, Signa und Galeria eine geheime sogenannte Put-Options-Vereinbarung geschlossen; danach sollte im Insolvenzfall von Galeria Karstadt Kaufhof der Mutterkonzern Signa in die Bresche springen und für die Forderungen des WSF gegenüber Galeria eintreten – allerdings mit einem gehörigen Abschlag. Zu diesem Zeitpunkt waren überhaupt nur noch 88 Millionen Euro besichert und dies lediglich unter anderem mit Warenbeständen, Namens- und Markenrechten. Und für diese Restforderung sollte die Signa Holding lediglich 27 Millionen Euro bezahlen müssen. Im Klartext: Der Steuerzahler würde auf über 60 Millionen Euro verzichten. Im Vertrag fehlt allerdings jede Regelung für den Fall, dass die Signa Holding selber in Insolvenz geht. Und dieser Fall trat dann tatsächlich Ende 2023 ein. (…) Und warum nahm eigentlich niemand René Benko selbst in Mithaftung, den Milliardär und die Hauptfigur des gesamten Signa-Imperiums? Nicht nur dies wurde unterlassen; Benko profitierte sogar noch selbst von den Staatshilfen der deutschen Steuerzahler. Über die Mieten, die Galeria an die Signa zahlen musste, flossen Millionensummen zurück in Benkos Reich der tausend Firmen, Beteiligungen und Familienstiftungen. (…) Die Staatshilfen an die marode Galeria waren aber nicht nur hochriskant, sondern der WSF setzte sich dabei zudem über geltendes EU-Recht hinweg. Danach durften sogenannte „Unternehmen in Schwierigkeiten“ nur unterstützt werden, wenn sie zum 31. Dezember 2019 noch über die Hälfte an Eigenkapital verfügten; das aber war bei Galeria bereits seit dem 30. September 2019 komplett verbrannt. (…) „Es ist ja sicherlich kein Zufall, dass immer ehemalige Politiker auf der Gehaltsliste von Herrn Benko stehen oder der Signa und dort auch Geld bekommen“, so Fabio De Masi, der als Bundestagsabgeordneter mehrere Anfragen zu den Kontakten von Benko unter anderem zu Olaf Scholz an die Bundesregierung stellte. Immer deutlicher wird im Zuge der Mega-Pleite, über welch gutes Netzwerk der „Immobilien-Zocker“ Benko nicht nur in Österreich verfügte…“ Beitrag von Ingolf Gritschneder vom 10. Februar 2024 bei tagesschau.de
- Die unendliche Karstadt-Geschichte: Auf, auf zur vierten Insolvenz! Auf, auf zur neuen Suche nach einem „guten“ Investor durch ver.di
- Nach erneuter Insolvenz: ver.di fordert Zukunft für die rund 12000 Beschäftigten bei Galeria Karstadt Kaufhof
„Mit Sorge blickt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) auf den Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) Warenhauskonzern, der heute erneut Insolvenz angemeldet hat. „Für die Beschäftigten ist das absolut bitter. Seit Jahren haben sie auf Teile ihres Lohns verzichtet, um Arbeitsplätze zu retten, und Galeria Karstadt Kaufhof hatte sich als Unternehmen in den letzten Monaten neu aufgestellt. Nun ist das Unternehmen aufgrund der Insolvenz des Signa-Mutterkonzerns erneut in eine wirtschaftliche Schieflage geraten und für die rund 12000 Beschäftigten und ihre Familien ist wieder offen, wie es für sie weiter geht“, sagte Silke Zimmer, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand und dort zuständig für den Handel. „Vom neuen Insolvenzverwalter fordern wir, alles daranzusetzen, dass die gute wirtschaftliche Entwicklung, die das Unternehmen in den letzten Monaten genommen hat, fortgesetzt werden kann und die verbliebenen rund 12000 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Wir als Gewerkschaft werden mit den Beschäftigten für ihre Zukunft kämpfen“, so Zimmer. ver.di sieht für Galeria Karstadt Kaufhof mit einem stationär-digitalen Warenhauskonzept eine gute Zukunft. „Warenhäuser sind das Herz vieler Innenstädte. Sie bieten Kundinnen und Kunden Waren und gute Beratung in einer Breite und Tiefe an, die sie sonst nirgendwo so erhalten. Dafür stehen vor allem die Galeria Beschäftigten. Sie sind das Gesicht des Warenhauses“, ist die Gewerkschafterin überzeugt. „Was es jetzt aber braucht, das ist ein Investor, der an die Stelle von Signa tritt“, so Zimmer. „Wünschenswert aus Sicht von ver.di wäre ein strategischer Investor, der Handelskompetenz hat und Galeria Karstadt Kaufhof ermöglicht, als Ganzes erhalten zu bleiben und damit die Arbeitsplätze zu sichern,“ sagte die ver.di-Vorstandsfrau.“ ver.di-Pressemitteilung vom 9. Januar 2024
, siehe auch:
- Planungsstopp am Hermannplatz JETZT!
„Der Signa – Konzern gerät immer mehr ins Schleudern: Die Projektgesellschaften für die Bauprojekte am Hermannplatz und Kudamm (beide gehören zu Signa) sind mittlerweile insolvent. Und obwohl die Firmen insolvent sind, will der Senat den vorhabensbezogenen Bebauungsplan am Hermannplatz fortführen. Das ist absurd! Der Senat, ebenso wie die Gewerkschaft VERDI, hofft auf einen neuen Investor. Aber wenn es doch mit Benko und seinen profitgierigen Vorgängern nicht geklappt hat, warum sollte es mit einem neuen besser werden?!...“ Initiative Hermannplatz am 31.1.2024
- Galeria: Unsicherheiten durch Signa-Holding-Insolvenz
„Nachdem ver.di kurz vor Weihnachten eine Sondervereinbarung erzielen konnte, gibt es nun erneut Unruhe durch die Insolvenz der Signa-Holding GmbH. Ab Januar 2024 soll dennoch über ein großes Tarifpaket weiterverhandelt werden…“ ver.di-PM vom 30.11.2023
– viel besser: - Für ein anderes Warenhaus – gemeinwohlorientiert, von unten und für alle! Planungsstopp am Hermannplatz JETZT!
„Am 27.11.2023 wurde bekannt, dass die Signa Real Estate Management Germany GmbH – ein Tochterunternehmen der Signa Holding in Deutschland – einen Insolvenzantrag gestellt hat. Einen Tag später gab die gesamte Unternehmensgruppe Signa Holding ihre Insolvenz in Wien bekannt. Nun gab die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen bekannt, dass sie Planungen am Hermannplatz vorerst nicht mehr vorantreiben. Aber einen Planungsstopp gibt es trotz der Insolvenz der Signa Holding immer noch nicht! Damit ist klar, dass Signa nun anfangen wird Immobilien und Firmenanteile zu verkaufen! Die Signa Retail Selection AG, zu der Galeria gehört, hat sich bereits von Signa Holding abgekoppelt! Es gibt die akute Gefahr, dass das Warenhaus-Gebäude am Hermannplatz an den nächsten Immobilienhai verkauft und Galeria an den nächsten Schwindler verkauft wird. Jetzt ist noch klarer als noch Anfang November, dass eine Baugenehmigung ganz klar im Sinne von Investor*innen wäre, weil sie damit den Wert der kriselnden Immobilien steigern können…“ initiative-hermannplatz am 30. November 2023
- Planungsstopp am Hermannplatz JETZT!
- Die unendliche Karstadt – Geschichte: auf, auf zur vierten Insolvenz!
„Am 08. Januar 2024 war es mal wieder soweit: Der Warenhauskonzern Karstadt Kaufhof Galeria GmbH gab bekannt, dass beim Amtsgericht Essen ein Antrag auf die Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt wurde. Das erste Insolvenzverfahren bei Karstadt wurde schon 2009 abgewickelt. Auch im zweiten Insolvenzverfahren 2020 hatte sich Galeria entschulden können und 40 von 172 Filialen wurden geschlossen, wobei rund 5.000 Beschäftigte ihre Arbeitsplätze verloren. Auch mehr als zwei Milliarden Euro an Schulden wurden gestrichen. Das war offenbar noch zu wenig, wie die dritte Insolvenz 2023 gezeigt hat. Im diesem Verfahren konnte der Konzern sich seiner Verbindlichkeiten von rund 900 Millionen Euro entledigen, im abgelaufenen Geschäftsjahr unterm Strich war sogar noch Geld übrig. Dabei sollten von den 17.000 Arbeitsplätzen mehr als 5.000 abgebaut werden. Nun wurde Galeria vollständig in den Sog des vorgeblichen Zusammenbruchs der Signa Holding GmbH gezogen und geht wieder ins Insolvenzverfahren. Der Mutterkonzern Signa ist pleite und aus dem Insolvenzverfahren in Österreich ist wenig Optimistisches zu hören, denn die Schweizer Signa-Handelstochter, zu der Galeria angehört, will die Kaufhauskette verkaufen. Und wieder einmal ist für die Beschäftigten alles offen. (…) Bei der damaligen Insolvenz setzte der österreichische Multimilliardär und Galeria-Eigentümer René Benko der Bundesregierung wieder einmal die Pistole auf die Brust: Entweder gibt es staatliches Geld oder die mehr als 17.000 Arbeitsplätze fallen weg. Auch sollte der Staat auf die 590 Rettungsmillionen aus dem ersten Insolvenzverfahren, bei dem die damaligen Gläubiger mit zwei Milliarden bluten mussten, verzichten. Wenn nicht, so stand es im Insolvenzplan, ist der „Geschäftsbetrieb unmittelbar einzustellen“. Das hemdsärmelige Auftreten der Eigentümer gehörte immer schon zur neueren Karstadtgeschichte, doch wie offensichtlich frech dreist Benko sein Geschäftsmodell pflegt – immer mit der Insolvenzordnung unter dem Arm – ist schon eine neue Qualität. Das Geschäftsmodell funktioniert, jedenfalls in dem größten Teil seiner Häuser, so: Der Milliardär kauft Warenhäuser in besten Innenstadtlagen, trennt die meist finanzschwachen Betreibergesellschaften von den wertvollen Immobilien und als deren neuer Mitinhaber verlangt er dann stattliche Mieten. Dabei rechnet er fest mit der Hilfe der Steuerzahler, die dann einspringen sollen, wenn den Warenhäusern die Luft ausgeht. Die Leistungen aus der Staatskasse fließen dann auch, denn schließlich geht es stets um viele Arbeitsplätze und lebendige Innenstädte. Verkürzt heißt das: Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren. Während zuletzt noch tausenden Beschäftigten gekündigt wurde, hatte sich der Mehrheitsanteilseigner René Benko ausgerechnet zu dem Zeitpunkt rund 100 Millionen Euro Dividende der Muttergesellschaft des Handelskonzerns, der Signa GmbH, ausschütten lassen. Es wurde auch bekannt, dass die Signa-Holding in den USA noch einmal kräftig investiert hatte, mit einem US-Partner war man dort mit 134 Millionen Euro auf Unternehmenseinkaufstour gegangen. (…) Im Fall der unendlichen Karstadt Kaufhof Galeria Geschichte scheint es müßig zu sein, nachzurechnen, wie viel Geld und Sachwerte in den vergangenen 19 Jahren aus der einen in die andere Tasche geflossen sind. Hier handelt es sich nicht nur um staatliche Geldspritzen, Steuerverzicht, Immobilienwerte im Milliardenbereich, den 50 Millionen Euro, die der Insolvenzverwalter Hubert Goerg erhielt, sondern auch um die hohen Lohnsummen, auf die die Beschäftigten verzichteten und die Sozialleistungen für die arbeitslos gewordenen Menschen. Da sich an den Eigentumsverhältnissen durch die Insolvenzverfahren nichts geändert hat, haben die Eigner über die eingesetzte Geschäftsführung nach wie vor das Sagen und genau das ist der Hemmschuh für alternative Lösungen z.B. für die Fortführung der Unternehmen in Form von Kooperativen oder Genossenschaften von den zuvor dort Beschäftigten. Da bleiben das Geld und die Sachwerte im Betrieb bzw. gehören der Genossenschaft. Für so eine Lösung gibt es genug erfolgreiche Beispiele. In dem derzeitigen Wirtschaftssystem in Deutschland werden die Insolvenzverfahren der Unternehmen regelmäßig genutzt, um mit gesetzlichem Segen, völlig „krumme Geschäfte“ tätigen zu können. Bei denen Geld und Ware, auch öffentliche Mittel, in die Taschen von Firmeninhabern und Rechtsanwaltskanzleien umverteilt werden und dabei nicht nur die Bank immer gewinnt, sondern bei den Insolvenzen sind die Unternehmen immer die Gewinner. Auf, auf zur vierten Insolvenz bei Karstadt!“ Beitrag vom 9. Januar 2024 vom und beim gewerkschaftsforum.de
. Siehe auch beispielhaft: - Schließung von Galeria Kaufhof in Mönchengladbach: „Wir bekommen nicht mal mehr eine Abfindung“„Ursula Schacht hat Jahrzehnte bei Galeria Kaufhof in Mönchengladbach gearbeitet. Kurz vor der nun vorgezogenen Schließung erreichte sie und die Kollegen eine „schreckliche Nachricht“. Warum sich die 55-Jährige im Stich gelassen fühlt und sie von Kunden beleidigt wurde. (…) „Uns verbliebenen Mitarbeitern wurde nun gesagt, dass uns weder die Abfindung von anderthalb Monatsgehältern, noch rückwirkend Geld für die Tariferhöhung ausgezahlt wird“, sagt die 55-Jährige. Auch ein Bonus über 500 Euro, der laut ihrer Aussage versprochen wurde, weil sie bis zum Ende im Geschäft arbeitet, soll wegfallen. „Ich hatte fest mit den mehreren Tausend Euro als Polster gerechnet. Nach all den Jahren im Unternehmen lässt man uns kurz vor der Schließung noch einmal im Stich.“ Die Mitteilung erreichte Schacht und die anderen Mitarbeiter am selben Tag, Kostenpflichtiger Inhalt an dem die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof erneut ein Insolvenzverfahren beantragt hatte. Es ist das dritte innerhalb weniger Jahre. „Die Insolvenzordnung sieht vor, dass zum Beispiel Abfindungen nicht direkt ausgezahlt werden, sondern in eine Insolvenztabelle eingetragen werden müssen“, sagt Heino Georg Kassler von Verdi Handel NRW. „Nach Abschluss des Verfahrens wird dann verteilt, was übrig bleibt. Das ist für die Mitarbeiter natürlich sehr ärgerlich, aber so vorgeschrieben.“ Schacht ist trotzdem der Meinung, dass die aktuelle Situation hätte vermieden werden können. „Ich und viele Kollegen haben das Gefühl, dass man uns hingehalten hat, damit wir im Weihnachtsgeschäft noch vor Ort sind. Nun werden wir vor vollendete Tatsachen gestellt.“…“ Artikel von Christoph Wegener vom 12.01.2024 in der Rheinischen Post online

- Nach erneuter Insolvenz: ver.di fordert Zukunft für die rund 12000 Beschäftigten bei Galeria Karstadt Kaufhof
- ver.di meldet Sondervereinbarung für die rund 12000 Verbliebenen bei Galeria Karstadt Kaufhof: Vor Weihnachten 500 Euro und Umwandlung von Zeitgutschrift in Cash
„Nach vielen Verhandlungsrunden gibt es nun erste Schritte hin zu einem Tarifvertrag für die rund 12000 verbliebenen Beschäftigten des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat nun mit der Unternehmensleitung in einem ersten Zwischenschritt eine Eckpunktevereinbarung für einen Tarifvertrag abgeschlossen und eine Sonderzahlung vor Weihnachten vereinbart. „Noch im November gibt es 500 Euro und eine Zeitgutschrift aus 2023 in Cash“, fasst ver.di-Verhandlungsführer Marcel Schäuble die Vereinbarung kurz zusammen. Danach ist vorgesehen, dass alle Vollzeitbeschäftigte 400 Euro Inflationsausgleichsprämie und zusätzlich 100 Euro als Warengutschein erhalten; ursprünglich hatte die Unternehmensleitung nur 300 Euro Inflationsausgleichsprämie angeboten. Zudem bekräftigen beide Seiten, die Verhandlungen im Januar zum großen Tarifpaket und den Entgelten fortzusetzen. Das Ziel von ver.di ist eine verbindliche Anpassung der Tabelle in der Fläche in einem Tarifvertrag.
„Das Ergebnis ist ein guter Erfolg der ver.di-Tarifkommission, die zäh und hartnäckig verhandelt hat. Teilzeitbeschäftigte bekommen die Prämie je nach Arbeitszeit anteilig, wobei der Mindestbetrag bei der Geldzahlung 100 Euro und beim Warengutschein 25 Euro beträgt. Die Auszahlung erfolgt noch im November 2023“, so Schäuble. „Damit gelingt der Zwischenschritt, den sich die Kolleginnen und Kollegen der Tarifkommission für diesen Zeitpunkt fest als Ziel vorgenommen hatten, um den negativen Folgen von Inflation und Preissteigerungen für die Beschäftigten etwas entgegenzusetzen.“
Neben der Inflationsausgleichsprämie ist auch eine Umwandlung der Zeitgutschrift für das Kalenderjahr 2023 von Bedeutung. Demnach sollen 50 Prozent der Zeitgutschrift aus dem Jahr 2023 in eine Einmalzahlung umgewandelt werden, die ebenfalls noch im November ausgezahlt wird. Die übrigen 50 Prozent werden in zusätzliche Urlaubstage umgewandelt. Diese sollen für den Fall, dass das Weihnachtsgeschäft erfolgreich verläuft, ebenfalls in eine Einmalzahlung umgewandelt werden können. Voraussetzung ist, dass die vom Aufsichtsrat genehmigten Planziele erreicht oder maximal um 10 Prozent unterschritten werden.
Die Verhandlungen für einen Tarifvertrag, die aus Sicht von ver.di nach Jahren des Verzichts der Beschäftigten endlich verbindliche, faire und marktgerechte Lohnanpassungen garantieren müssen, werden im Januar 2024 fortgesetzt.“ Pressemitteilung vom 09.11.2023
- Tarifverhandlungen bei Galeria: Störfeuer aus dem Gesamtbetriebsrat
„Am letzten Mittwoch, 26. Juli 2023, wurde in Frankfurt wieder über die Bezahlung der Beschäftigten bei Galeria Kaufhof/Karstadt verhandelt. Die Geschäftsleitung hatte im Laufe des letzten Insolvenzverfahrens den gültigen „Sanierungstarifvertrag“, der eine schrittweise Angleichung an die Tarifverträge im Einzelhandel vorsah, gekündigt. Offensichtlich soll jetzt der Bezug zu den Tarifverträgen vollends gekappt werden und eine gänzlich andere Regelung durchgesetzt werden.
Im Vorfeld dieser Verhandlungsrunde gab es einen sehr ausführlichen Artikel in der WAZ Mediengruppe, der sich mit den Bedingungen bei Galeria vor den Verhandlungen beschäftigte. Dabei wurde heraus gestellt, dass offensichtlich ein Mitglied aus dem Gesamtbetriebsrat, es wurde gemunkelt es handelt sich um den Vorsitzenden, der auch Mitglied im Aufsichtsrat ist, gegen die Forderung von ver.di die vollkommene Angleichung an die gültigen Tarifverträge ausgesprochen hat. Auch Orhan Akman, der ehemalige Abteilungsleiter Einzelhandel im Fachbreich Handel von ver.di und Mitglied im Aufsichtsrat bei Galeria, hatte sich ja schon vor Wochen gegen die Forderung von ver.di ausgesprochen.
In diesem Artikel wurde der Geschäftsführer von Galeria, ausführlich zitiert, in dem er darstellen konnte, dass es für Galeria unmöglich sei, die Beschäftigte nach dem Tarifvertrag zu bezahlen und dieser ja sowieso nicht mehr zeitgemäss sei. Er erläuterte, dass es einen extra Tarifvertrag für die Kaufhäuser geben müsse, da die Arbeit die dort verrichtet werde nicht mit anderen Vertriebschienen des Einzelhandels vergleichbar sei. Es geht hier also um Grundsätzliches. Wie der Einzelhandelsverband HDE schon vor Jahren gefordert hat, sollen für die verschiedenen Vertriebsschienen unterschiedliche Tarifverträge geschaffen werden. In diesem Fall für die Kaufhäuser. Dabei wird die Geschäftsleitung offenbar aus Teilen des GBR und dem Ausichtsrat unterstützt. Wie zu erwarten war, gab es bei dieser Verhandlung kein Ergebnis. Die Unternehmensleitung blieb bei ihrer Forderung und ver.di nach Bezahlung der gültigen Tarifverträge, obwohl im Vorfeld erklärt wurde man könne sich über einen erneuten Stufenplan unterhalten.
Die diesjährigen Tarifverhandlungen im Handel sind wieder einmal äußerst zäh. Die Unternehmer machen „Angebote“ die für die Beschäftigten massive Lohnverluste bedeuten würden. Darauf kann ver.di sich nicht einlassen. Es kann sein, dass es in dieser Tarifrunde um eine grundsätzliche Entscheidung geht. Entweder beibehaltung der gültigen Flächentarifverträge oder Zerfledderung der Tariflandschaft.“ Kommentar von Helmut Born vom 28.07.2023 – wir danken! Siehe zum Hintergrund:- Siebte Galeria-Tarifrunde: Arbeitgeber wollen kaputtsparen statt Zukunftsmodell zu bauen
„Auch in der siebten Verhandlungsrunde hat die Arbeitgeberseite von Galeria Karstadt Kaufhof keine verbindlichen Einkommensentwicklungen für die Beschäftigten in Aussicht gestellt. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert: „Das Angebot von Galeria ist für die ver.di-Bundestarifkommission völlig inakzeptabel. Gerade die Beschäftigten, die in den zurückliegenden Jahren und jetzt auf viel Geld verzichtet haben, trifft die Inflation umso härter. Keine verbindlichen Entgeltanpassungen in den nächsten Jahren – das bedeutet, dass sich die finanzielle Lage der Beschäftigten nochmal dramatisch verschärfen wird“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Marcel Schäuble im Anschluss an die Verhandlung. Derzeit liegt das Einkommen der Beschäftigten bei Galeria auf dem Niveau des abgesenkten Entgeltes (Stand Oktober 2022) vor Einleitung des Insolvenzverfahrens. Mit den bis dahin geltenden Entgelten, die im sogenannten Integrations- und Sozialtarifvertrag geregelt waren, „liegen die Einkommen in der Entgeltgruppe der Verkäufer/in monatlich um fast 500 Euro niedriger als beim Flächentarifvertrag“, so Schäuble. Viele Beschäftigte hätten schon jetzt kein frei verfügbares Einkommen mehr und kehrten dem Unternehmen wegen Perspektivlosigkeit den Rücken, da sie bei Wettbewerbern zu besseren Konditionen eine Anstellung finden…“ ver.di-Pressemitteilung vom 26.07.2023
- Betriebsrat contra Verdi: Ringen um Tarifvertrag bei Galeria
„Vor der nächsten Tarifrunde bei Galeria offenbart sich eine Kontroverse zwischen Verdi und Betriebsrat. Was sie für die Beschäftigen bedeutet…“ Kostenpflichtiger Artikel von Frank Meßing vom 25.07.2023 in nrz.de
- Siebte Galeria-Tarifrunde: Arbeitgeber wollen kaputtsparen statt Zukunftsmodell zu bauen
- Warnstreiks in 19 Galeria-Filialen am Oster-Samstag – Warnstreiks, keine Besetzungen, und doch will der Konzern dagegen juristisch Vorgehen! Am Mittwoch (12. April) geht es dennoch in mehreren Bundesländern weiter
- Erneute Warnstreiks bei Galeria – ver.di ruft Beschäftigte zu Arbeitskampf auf
„Im Zuge der seit Februar dieses Jahres laufenden Tarifverhandlungen ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten der Galeria Kaufhof Karstadt GmbH an diesem Mittwoch (12. April) erneut in mehreren Bundesländern zum Warnstreik auf. Betroffen sind Filialen in Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die Beschäftigten wollen mit den Aktionen den Druck in den feststeckenden Tarifverhandlungen erhöhen. (…) „Knapp 1.000 Kolleg*innen sind bereits am Ostersamstag in mehreren Bundesländern dem Streikaufruf ihrer Gewerkschaft gefolgt“, sagte Marcel Schäuble. „Dass Belegschaften sowohl in von Schließung betroffenen Häusern als auch in den sogenannten Fortführungsfilialen sich am Streik für die Rückkehr in die Tarifbindung des Einzelhandels beteiligt haben, zeigt wie groß die Wut der Beschäftigten ist“, so Schäuble weiter…“ ver.di-Pressemitteilung vom 12.04.2023
- Insolventer Warenhauskonzern: Warnstreiks in 19 Galeria-Filialen
„Die Beschäftigten der Galeria-Gruppe haben bei einem ganztägigen Warnstreik die Arbeit in 19 Filialen niedergelegt. Die Konzernspitze hält die Streiks für rechtswidrig und droht mit Konsequenzen.
Die Belegschaft der Galeria Karstadt Kaufhof hat insgesamt 19 Filialen in Hamburg, Baden-Württemberg und Hessen bestreikt. Die Gewerkschaft ver.di hatte zu den ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. Die Geschäfte blieben trotz der Protestaktion geöffnet, wenn auch mit eingeschränkter Betriebsamkeit. (…) „Die Belegschaften stecken seit vielen Jahren Geld in die Sanierung des Unternehmens und verzichten auf bis zu 5500 Euro jedes Jahr“, sagte Lattekamp. Die Wut und Enttäuschung der Beschäftigten seien sehr groß. Das Management habe zuletzt eine Rückkehr zum Flächentarifvertrag ausgeschlossen und eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten gefordert. „Unsere Antwort auf diese unverschämten Pläne sind erste regionale Warnstreiks.“ (…) Der Galeria-Vorstand hatte die Pläne für Warnstreiks kritisiert. „Die geplanten Streikmaßnahmen sind offensichtlich rechtswidrig und drohen ruinöse Schäden zu verursachen, für die Sie haftbar zu machen wären“, schrieben Konzernchef Miguel Müllenbach und der Galeria-Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz an die ver.di-Spitze. Der Brief lag dem Portal „Business Insider“ vor. Beide Chefs erinnerten daran, dass sich Galeria nach wie vor in einem Insolvenzverfahren und einer „existenziellen Krisensituation“ befinde. Nach dem Bericht von „Business Insider“ bezeichnet die Konzernführung den Streik als rechtswidrig, weil er gegen den Integrations- und Überleitungstarifvertrag und den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz verstoße. Außerdem würde er auf eine Benachteiligung der Gläubiger und eine Begünstigung der Arbeitnehmer „durch kurzfristige Vereinnahmung von Mitteln aus der Insolvenzmasse abzielen“, schrieben Geiwitz und Müllenbach an ver.di. Die ver.di-Chefs und auch die streikenden Arbeitnehmer würden für die entstehenden Schäden persönlich haftbar gemacht, hieß es.“ Meldung vom 08.04.2023 in tagesschau.de
und zuvor: - Galeria-Chefs drohen Beschäftigten: Management von insolventer Warenhausket
- Erneute Warnstreiks bei Galeria – ver.di ruft Beschäftigte zu Arbeitskampf auf
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Source: labournet.de