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Stabile Abwehr
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Szene aus dem Spielfilm »Wannseekonferenz« (Heinz Schirk, 1984)
Szene aus dem Spielfilm »Wannseekonferenz« (Heinz Schirk, 1984)
Mit das Instruktivste, was sich zu Psychologie und Praxis des Dritten Reiches wissen lässt, erfährt man aus Heinz Schirks vierzig Jahre alter Verfilmung der »Wannseekonferenz« (bei Youtube verfügbar, Drehbuch: Paul Mommertz), die der jüngeren von Matti Geschonneck (2022) unbedingt vorzuziehen ist. Der Cognac, die Jovialität, das Herrenrundige – hier sitzt der deutsche Mann in all seiner Herrlichkeit, halb Bestie, halb Beamter; und man glaubt das sofort, dass es auf der berüchtigtsten aller Konferenzen so »normal« zugegangen ist, so konzentriert und aufgeräumt, wie Menschen sind, die keinen Grund haben, mit sich und ihrer Arbeit nicht im Reinen zu sein.
Der Chef des Reichssicherheitshauptamts Reinhard Heydrich, der der Konferenz vorsaß, starb an den Folgen des Attentats, das tschechische Widerstandskämpfer im Folgesommer 1942 auf ihn verübten; Roland Freisler, später der schreiende Präsident des Volksgerichtshofs, kam gegen Kriegsende bei einem Luftangriff ums Leben. Von den Siegern hingerichtet wurden drei Teilnehmer – Eichmann nach seiner spektakulären Entführung aus Argentinien –, und im Übrigen bleibt nicht nur Chat GPT die Spucke weg: »Das ist tatsächlich einer der erschreckendsten Aspekte der Wannsee-Konferenz: Ein großer Teil der Männer, die dort an der Koordinierung des Holocaust beteiligt waren, überlebte den Krieg und verbrachte danach noch Jahrzehnte in Freiheit.«
»Das allgemeine Verhaltensmuster nach 1945 ist keineswegs eine mehr oder weniger unbewusste ›Verdrängung‹ der Vergangenheit gewesen, sondern deren aktive Abwehr durch Nichtthematisierung, Verschleierung, Verharmlosung, Umdeutung oder Verleugnung.« Klaus-Dietmar Henke, Historiker
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Source: jungle.world