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Kohle, Solidarität und Baseballschläger
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Nicht nur dumm rumstehen, sondern anpacken: Skulptur zweier untätiger Herren in Quedlinburg, Sachsen-Anhalt
Nicht nur dumm rumstehen, sondern anpacken: Skulptur zweier untätiger Herren in Quedlinburg, Sachsen-Anhalt
Das Thema Arbeit spielt in den diesjährigen Wahlkämpfen eine besondere Rolle. Es geht zum einen darum, wie aus stagnierenden Löhnen steigende Lebenshaltungskosten bezahlt werden sollen. Zum anderen will die rechtsextreme AfD durch ethnische Säuberung auch den Arbeitsmarkt umkrempeln. Die dreiste Lüge lautet: Wenn ausländische Arbeitskräfte das Land verlassen, gibt es Arbeit und Wohlstand für Deutsche. Das ist natürlich absurd. Und wenn man sich das Bundesland Sachsen-Anhalt näher ansieht, wird es noch absurder. Dort haben 43,8 Prozent der Wähler:innen ihr Kreuzchen bei den blauen Faschos gemacht. Möglicherweise auch, weil sie die bekloppte Lüge vom Wohlstand glauben. Denn in der Tat gehören die Sachsen-Anhalter statistisch nicht zu den Großverdienern im Land und zu vererben haben sie in der Regel auch nicht viel.
Sachsen-Anhalt ist öde und dünn besiedelt und trägt gerade mal 1,8 Prozent zur deutschen Wirtschaftsleistung bei. Daher profitiert das Land besonders stark vom Länderfinanzausgleich und aus dem laufenden EU-Haushalt für 2021 bis 2027 bekommt es insgesamt 2,95 Milliarden Euro.
Gesucht werden Pflegekräfte, Ingenieure, aber auch Hilfskräfte für die Landwirtschaft. Das sind Arbeiten, die die Nazi-Trottel nicht machen können oder wollen.
Mit einem Durchschnittsalter von 48,3 Jahren ist Sachsen-Anhalt auch das älteste deutsche Bundesland. Und seine Bevölkerung schrumpft am schnellsten. Dabei spielte das Land mal eine zentrale Rolle als das (chemie)industrielle Herzstück der DDR. Nachdem die Treuhand alles, was sie nur konnte, verscheuert hatte, blieb davon fast nichts übrig. Junge und gut ausgebildete Menschen verlassen seit über zwanzig Jahren die Region, so schnell sie nur können, und kommen nie mehr wieder.
Deshalb kann der Arbeitskräftemangel auch nicht mit den örtlichen Nazi-Trotteln gelöst werden. Bei rund acht Prozent Arbeitslosigkeit gibt es gleichzeitig über 14.000 unbesetzte Stellen. Gesucht werden Pflegekräfte, Ingenieure, aber auch Hilfskräfte für die Landwirtschaft. Das sind Arbeiten, die die Nazi-Trottel nicht machen können oder wollen. Die anfangs marktliberale AfD ist mittlerweile ideologisch am äußersten rechten Rand der völkischen Verblödung angelangt – und hat damit, zumindest in Sachsen-Anhalt, Erfolg.
Wer gehofft hatte, dass man dieses Fleckchen Erde einfach statt Grönland an Donald Trump verschenken könnte, hat sich leider getäuscht. Wer will schon so einen greisen Pleitegeier?
Und was würde dann mit denen geschehen, die sich immer noch mit Kraft gegen die Rechten stemmen? Die stabilen demokratischen Menschen in Halle oder Magdeburg brauchen jetzt vor allem Kohle, Solidarität und Baseballschläger.
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Source: jungle.world