Faultline Faultline Kommando 161

Germany · jungle.world · · 1h

Im Strudel der Modernisierung

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Schlendern statt feilschen. Auf dem ­Gelände des Ghantar-Markt in Erwian ­befindet sich seit der Modernisierung der Stadt ein Park

Schlendern statt feilschen. Auf dem ­Gelände des Ghantar-Markt in Erwian ­befindet sich seit der Modernisierung der Stadt ein Park

Im Jahr 1923 kam der Architekt Alexander Tamanjan zurück nach Eriwan, in die Hauptstadt der Armenischen Sozialistischen Sowjetrepublik, um dort als designierter Chefingenieur mit großer städtebaulicher Anstrengung die architektonische Neuordnung der Stadt voranzutreiben. Anhand seines Masterplans von 1924 wurde Eriwan bis zu seinem Tod 1936 und darüber hinaus signifikant umgestaltet und modernisiert. Tamanjan orientierte sich dafür am durchaus monumentalen Neoklassizismus, integrierte aber auch genuin armenische Elemente, zum Beispiel die maßgebliche Verwendung des lokalen rosafarbenen oder schwarzen Tuffgesteins – Eriwan wird nicht zuletzt deshalb »die rosa Stadt« genannt – sowie traditionelle armenische Motive, Ornamente und Arkaden.

Viele Gebäude, die von der wechselhaften Herrschafts- und Kulturgeschichte Armeniens zeugten, die sich der Lage zwischen den persischen, osmanischen, arabischen und russischen Einflusssphären verdankt, mussten indessen weichen: Karawansereien, Basare, Badehäuser, historische Lehmbauten sowie manch ältere Kirchen und Moscheen fielen der Neugestaltung zum Opfer.

Das neuerliche Interesse an Armens Roman lässt sich zum Teil auf dessen dichte, vielschichtige Komposition und stilistische Kunstfertigkeit sowie die zeitgeschichtliche Bedeutung für das Selbstverständnis der armenischen Hauptstadt vor 100 Jahren zurückführen.

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Source: jungle.world