Faultline Faultline Kommando 161

Germany · jungle.world · · 2h

Homestory #37/2026

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Blick auf Eriwan, im Hintergrund der Berg Ararat.

Blick auf Eriwan, im Hintergrund der Berg Ararat.

Eriwan mit seinem notorisch lärmenden Verkehr ist im September besonders belebt: Die Sommerferien sind vorbei, Schulen und ­Universitäten nehmen wieder den Betrieb auf. Noch mehr als sonst ist derzeit auf der Straße Russisch zu vernehmen, denn aus Sorge vor einer erneuten militärischen Mobilmachung sind in den vergangenen Wochen Zehntausende Russen Richtung Süden aufgebrochen, viele davon in die armenische Hauptstadt, die seit 2022 ein ­sicheres und freies Exil bietet.

Die Vor­bereitungen laufen auf Hochtouren: Kontakte werden geknüpft, ­Interviewtermine abgemacht und Recherche-Trips geplant.

Wenn diese Zeitung am Kiosk liegt, sind es nur noch wenige Tage, bis auch die Redaktion in den Flieger nach Eriwan steigt. Die Vor­bereitungen laufen auf Hochtouren: Kontakte werden geknüpft, ­Interviewtermine abgemacht und Recherche-Trips geplant. In ­Eriwan geht es zu Untergrund-Dragshows, auf ein Rabiz-Konzert und zum Nardispielen in schattige Hinterhöfe. Es wird Kontakt zu Exilanten aus aller Herren Länder aufgenommen – es sei eine Folge der tragischen armenischen Geschichte, dass das Land ­heute ein in der ­Region fast einzigartig sicherer Hafen für Verfolgte sei, meinte ein Gesprächspartner. Und wir treffen einige jener knapp Hundert­tausend Menschen aus Bergkarabach, die – am 19. ­September jährt es sich zum dritten Mal – 2023 durch eine ­Hungerblockade der aserbaidschanischen Armee aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Andere Redakteure reisen über serpenti­nen­reiche Straßen in den bergigen Süden Armeniens, wo Iraner zum Urlaub über die Grenze kommen, wo ein mehrheitlich einem ­deutschen Konzern gehörendes Minenunternehmen Abfälle aus dem Kupferbergbau in eine malerische Seenlandschaft leitet, ­deren Anwohner mit umgerechnet 100 Euro im Monat entschädigt werden, und wo im Krieg 2020 vom militärisch übermäch­tigen Nachbarn im Osten die Grenzen neu gezogen wurden, so dass an einigen Stellen die Militärposten bis heute mitten in den ­Dörfern liegen.

Und dann ist sie da, die extradicke Jungle World-Armenien-­Ausgabe, vollgepackt mit Recherchen und Geschichten aus dem Land, das schon zu Sowjetzeiten als das freieste der Region galt. Wer das – mit armenischem Wein, Cognac und Gata – in Berlin mit der Redaktion feiern will, sollte sich den 2. Oktober im Kalender ­anstreichen.

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Source: jungle.world