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Gecancelt in Sankt Petersburg
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»Expliziter Antisemitismus in der Propaganda des Trumpismus und der Maga-Bewegung«. Rapper Ye, früher Kanye West, zu Besuch bei Präsident Trump im Oval Office, Oktober 2018
»Expliziter Antisemitismus in der Propaganda des Trumpismus und der Maga-Bewegung«. Rapper Ye, früher Kanye West, zu Besuch bei Präsident Trump im Oval Office, Oktober 2018
Die Gazprom-Arena in Sankt Petersburg, mit 68.134 Plätzen eine der größten Hallen Russlands, ist fast ausverkauft. Beziehungsweise war fast ausverkauft, denn nach dem derzeitigen Stand werden die beiden für den 10. und 11. Oktober angekündigten Konzerte des Rappers Ye, wie Kanye West sich seit 2018 nennt, doch nicht stattfinden. Die für russische Verhältnisse sehr hohen Ticketpreise lagen zwischen umgerechnet 90 und 1.500 Euro; die Fans bangen nun, ob sie ihr Geld zurückbekommen werden.
Dabei hatten regierungstreue Medien den Besuch des Rap-Stars zunächst als einen Durchbruch gegen die internationale Isolation Russlands und ein Zeichen der wachsenden Anerkennung im Ausland gepriesen. Der »westlichen Cancel Culture«, die sich sowohl gegen Russland als auch den Rapper richte, sollte entgegengetreten werden.
Medien und Politiker begannen zu skandalisieren, dass West in der Stadt auftreten will, die einst der Hungerblockade der Nazis standhielt.
Kanye West hat sich zwar im Januar – vor Beginn seiner ersten Tour seit zehn Jahren – für seine Hitler-Verehrung und seinen offenen Antisemitismus der vergangenen Jahre entschuldigt und sie auf diverse psychische Probleme zurückgeführt. Seiner Rückkehr ins große Show-Geschäft hat das aber wenig geholfen: Seine Tour verläuft schleppend, immer wieder werden Konzerte abgesagt, Großbritannien verweigerte ihm im April sogar die Einreise. Dennoch hat er weiterhin eine weltweite Fangemeinde. In den USA füllte West einige Arenen, in Georgien gab er kürzlich das größte Konzert in der Geschichte des Landes, in Istanbul jubelten ihm knapp 120.000 Menschen zu. Die Konzerte in Russland hätten nicht nur Wests Comeback genützt, sie wären auch für das international sanktionierte Russland ein PR-Gewinn gewesen.
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Source: jungle.world