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Germany · jungle.world · 7h

Der »Ballesterer« geht leer aus

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Ungewollt finanziell unabhängig: Das österreichische Fußballmagazin »Ballesterer« erscheint seit 2000 zehnmal im Jahr

Ungewollt finanziell unabhängig: Das österreichische Fußballmagazin »Ballesterer« erscheint seit 2000 zehnmal im Jahr

Was passiert, wenn Fans in Fußballvereinen an die Macht kommen? Wie könnte eine gerechte Verteilung der Fernsehgelder im österreichischen Fußball aussehen? Dazu ein Bericht über zwei Wochen Fußballweltmeisterschaft in den USA und den französischen Sportjournalisten Christophe Gleizes, der wegen einer Recherche zu einem Fußballclub in der Berberregion Kabylei in Algerien in Haft sitzt: Das österreichische Fußballmagazin Ballesterer bietet eine Berichterstattung, die man in den Sportteilen anderer Zeitungen vergeblich sucht.

2000 als Fanzine in Wien gegründet, erscheint der Ballesterer zehnmal im Jahr. Mit einer Auflage von 20.000 Exemplaren ist das Magazin, gemessen an den neun Millionen Einwohnern Österreichs, überaus erfolgreich. Zum Vergleich: Deutschland hat mehr als 80 Millionen Einwohner, Fußball hat hier fast den Charakter einer Staatsreligion und die Arbeit des Bundestrainers wird zumindest zeitweise in der Öffentlichkeit intensiver diskutiert als die des Bundeskanzlers. Das kritischste Fußballmagazin hierzulande, die 11 Freunde, kommt auf 87.775 verkaufte Magazine.

Österreich hat seit 2024 einen mit 20 Millionen Euro üppig gefüllten Fördertopf, mit dem das Land Qualitätsjournalismus fördern will: Aus ihm fließen 2026 an die »Kronen-Zeitung« 1,8 Millionen Euro, an den »Standard« rund eine Million. Der »Ballesterer« erhält nichts.

Im Gegensatz zum Monatsmagazin 11 Freunde, das ebenfalls 2000 im Eigenverlag gegründet wurde und heute mehrheitlich im Besitz der Spiegel-Gruppe ist, hat das österreichische Magazin seine Unabhängigkeit bewahrt und erscheint im Zeitschriftenverlag Ballesterer. »Wir leben vor allem von unseren Leserinnen und Lesern«, sagt die Ballesterer-Chefredakteurin Nicole Selmer, die auch Mitglied bei Borussia Dortmund ist.

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Source: jungle.world