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… meine Seele sterben lassen, damit mein Körper weiterleben kann
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Arshaluys Mardigian wurde 1901 in Ostarmenien als Tochter eines erfolgreichen Geschäftsmanns und Landwirts geboren. Mardigians Vater und Bruder wurden bei einem Massaker an armenischen Christen getötet. Während der Todesmärsche verlor sie die verbliebenen Familienmitglieder. 1917 konnte sie in die Vereinigten Staaten fliehen, wo sie den Vornamen Aurora annahm. Dort begann sie als eine der wenigen Überlebenden, von ihren Erfahrungen während des Genozids zu berichten.
Arshaluys Mardigian wurde 1901 in Ostarmenien als Tochter eines erfolgreichen Geschäftsmanns und Landwirts geboren. Mardigians Vater und Bruder wurden bei einem Massaker an armenischen Christen getötet. Während der Todesmärsche verlor sie die verbliebenen Familienmitglieder. 1917 konnte sie in die Vereinigten Staaten fliehen, wo sie den Vornamen Aurora annahm. Dort begann sie als eine der wenigen Überlebenden, von ihren Erfahrungen während des Genozids zu berichten.
Meine Geschichte beginnt am Morgen des Ostersonntags im April 1915. In unserem Elternhaus bereiteten wir uns auf eine fröhliche Feier des Osterfestes vor, und unsere Freude wurde noch verstärkt durch eine Nachricht aus Konstantinopel. Gerade hatte die türkische Regierung den armenischen Truppen ihre Dankbarkeit für ihre treuen und ehrenwerten Dienste im Großen Krieg ausgesprochen. Etwa sechs Monate vor dem Kriegseintritt der Türken hatte eine große Angst in ganz Armenien um sich gegriffen, denn ohne den schützenden Einfluss Englands und Frankreichs, so fürchtete man, könnten die Türken die Gelegenheit nutzen, ihre christlichen Untertanen zu unterdrücken, wie es schon so oft geschehen war. Die jungen armenischen Männer, die es eigentlich vorgezogen hätten, gegen den Sultan zu kämpfen, hatten sich zum Zeichen ihrer Staatstreue eilig zur osmanischen Armee gemeldet.Da jetzt der Sultan ihre Opferbereitschaft öffentlich anerkannt hatte, waren die Ängste vor erneuten Verfolgungen durch unsere moslemischen Herrscher allmählich abgeflaut.In unserer Stadt Tschemschkadsag, zwanzig Meilen nördlich von Kharput, der Hauptstadt der Provinz Mamuret-ul-Aziz, war niemand dankbarer für die Aussicht auf einen dauerhaften Frieden in Armenien als mein Vater und meine Mutter, meine ältere Schwester Lusanne und ich. Ich war erst vierzehn Jahre alt und Lusanne noch nicht ganz siebzehn, aber in Armenien haben sogar kleine Mädchen immer Angst. An diesem Morgen war ich besonders aufgeregt. Vater hatte mich mit einem Ostergeschenk überrascht: seinem Versprechen, dass ich schon bald an einem Gymnasium in Europa die Oberstufe besuchen könne – so gehörte es sich für die Tochter eines Bankiers.
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Source: jungle.world