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Communiqué vom revolutionären Block an der Pride Aargau 2026

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Am 5. September haben wir uns zusammengetan und einen starken, lauten und sichtbaren revolutionären Block auf die Strassen Aaraus getragen. Wir haben uns den Raum genommen, den wir brauchen, und damit gezeigt: Pride lässt sich nicht auf Konsum und bunte Logos reduzieren. Pride ist politisch und wir haben sie selbstbestimmt politisch gemacht.


Die Geschichte unserer Bewegung beginnt nicht mit Sponsoren, CSD-Bühnen oder Regenbogenwerbung. Sie beginnt mit Widerstand. Stonewall war kein harmloses Fest und kein höflicher Appell an die Mächtigen. Es war ein Aufstand von Menschen, die sich gegen Polizeigewalt, Repression und eine Gesellschaft gewehrt haben, die ihnen keinen Platz zugestehen wollte. Gerade deshalb ist es fatal, wenn heute versucht wird, Pride zu entpolitisieren.


Gleichzeitig erklärt die Leitung der Pride Aargau ihre Demonstration selbst als «explizit politische Aktion für queere Rechte und Anliegen» und fordert queere Fahnen, Plakate und Banner. Wer daraus dennoch ableitet, Politik müsse vor den Toren der Pride Halt machen, widerspricht dem Ursprung und dem Charakter unserer Bewegung.


Wir lassen uns unsere Politik nicht vorgeben.


STONEWALL WAS A RIOT — WE WON'T BE QUIET!


Eine queere Befreiung, die an nationalen Grenzen endet, bleibt unvollständig. Unsere Kämpfe sind miteinander verbunden – mit feministischen Kämpfen, antirassistischem Widerstand und den Kämpfen gegen Kolonialismus, Besatzung und kapitalistische Ausbeutung.


Deshalb haben wir auch dieses Jahr unmissverständlich gesagt:


NO PRIDE IN GENOCIDE!


Während in Gaza Menschen getötet, vertrieben und ihrer Lebensgrundlagen beraubt werden, darf eine Pride nicht so tun, als hätte all das nichts mit unserer politischen Verantwortung zu tun. Für uns ist Solidarität nicht davon abhängig, ob sie bequem ist oder in das Bild einer unpolitischen Feier passt.


Queere Menschen existieren überall. Auch in Palästina kämpfen sie gegen Queerfeindlichkeit und patriarchale Verhältnisse. Ihre Existenz darf nicht dazu benutzt werden, eine ganze Bevölkerung zu entmenschlichen oder Besatzung und staatliche Gewalt zu legitimieren.


Wir weigern uns, Menschen gegeneinander ausspielen zu lassen. Wer Queerfeindlichkeit bekämpft, darf nicht gleichzeitig Rassismus und Islamfeindlichkeit fördern. Wer gegen patriarchale Gewalt einsteht, darf nicht darüber schweigen, wenn Menschen unter Besatzung, Vertreibung und einem Genozid leiden.


Solidarität bedeutet, die Widersprüche auszuhalten und trotzdem gemeinsam gegen Unterdrückung zu kämpfen.


Von Aarau bis Palästina, von der feministischen Bewegung in Rojava bis zu den queeren Kämpfen weltweit: Unsere Kämpfe sind miteinander verbunden.

HOCH DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT!


Pride hat eine Geschichte des Widerstands gegen die Polizei. Und diese Geschichte ist nicht einfach abgeschlossen.


Auch an unserer Pride waren Repression und Kontrolle präsent. Mehrfach versuchten die Bullen, unseren Demozug zu stoppen. Durch die grosse Masse unseres Blocks, unsere Entschlossenheit und unseren Zusammenhalt konnten sie das nicht durchsetzen.


Das ist für uns kein nebensächlicher Zwischenfall. Eine Institution, die für Ordnung sorgt, setzt immer auch fest, wessen Sicherheit, wessen Freiheit und wessen Interessen geschützt werden. Queere Menschen erleben polizeiliche Kontrolle und Repression nicht unabhängig von Rassismus, Klassenzugehörigkeit, Geschlecht oder Aufenthaltsstatus.


Wir haben deshalb keinen Grund, der Polizei für ihre vermeintliche «Schutzfunktion» dankbar zu sein.


Unsere Befreiung wird nicht von oben verteilt. Sie wird erkämpft – auf der Strasse, in unseren Communities und durch Organisierung.


BOTTOM AND TOPS — WE ALL HATE COPS!


Ein Regenbogen auf einem Firmenlogo verändert keine gesellschaftlichen Verhältnisse.


Während Unternehmen & Parteien Pride als Marketingfläche nutzen, bleiben Ausbeutung, soziale Ungleichheit und Abhängigkeiten bestehen. Unsere Identitäten werden verkauft, unsere Kämpfe zur Marke gemacht und unsere Wut in Konsum verwandelt. Genau darin liegt das Problem des Rainbow Capitalism: Nicht unsere Befreiung steht im Zentrum, sondern die Frage, wie sich mit unserer Existenz Profit machen lässt.


Eine Pride, die sich problemlos vermarkten lässt, stellt für die bestehenden Verhältnisse keine Bedrohung dar.


Eine Pride, die über Sichtbarkeit hinausgeht, schon.


Wir wollen nicht nur akzeptiert werden, solange wir gute Konsumentinnen, Angestellte oder Kundinnen sind. Wir wollen keine Befreiung, die davon abhängt, wie gut wir uns in eine Gesellschaft einfügen, die weiterhin auf Ausbeutung und sozialer Ungleichheit beruht.


Deshalb richten wir unseren Kampf nicht gegen einzelne Produkte oder Firmenlogos, sondern gegen die Verhältnisse, die unsere Befreiung begrenzen.


A — ANTI CAPITALISTA!


Wir haben dieses Jahr gezeigt, dass eine Pride nicht entpolitisiert werden muss, um zu funktionieren. Im Gegenteil: Eine Pride ohne Haltung verliert genau das, was ihre Geschichte so bedeutend gemacht hat.


Wir wollen feiern. Wir wollen sichtbar sein. Wir wollen laut sein.


Aber wir wollen dabei nicht vergessen, warum wir überhaupt auf die Strasse gehen.


Pride bedeutet Widerstand gegen Queerfeindlichkeit. Sie bedeutet Kampf gegen Faschismus und Repression. Sie bedeutet internationale Solidarität. Sie bedeutet feministische und antirassistische Organisierung. Und sie bedeutet, die gesellschaftlichen Verhältnisse infrage zu stellen, die unsere Freiheit begrenzen.


Am 5. September haben wir uns die Strassen Aaraus genommen. Nicht als Gäste, sondern als Teil einer Bewegung, die weiss, dass Rechte niemals selbstverständlich sind.


Wir haben einen starken Block gemacht. Wir waren laut. Wir waren sichtbar. Und wir haben gezeigt, wie eine revolutionäre Pride aussehen kann.


Denn unsere Befreiung ist nicht teilbar.


ONE SOLUTION — REVOLUTION!

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Source: de.indymedia