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Germany Tagesschau

Weitgehend friedlich - in einigen Städten Ausschreitungen

Bessere Bildung, mehr Klimaschutz und bezahlbarer Wohnraum - dafür sind Zehntausende in vielen deutschen Städten auf die Straße gezogen. Die Proteste der "Gen Z regelt" blieben weitgehend friedlich. D

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Proteste von "Gen Z regelt" Weitgehend friedlich - in einigen Städten Ausschreitungen Stand: 31.10.2026 • 21:33 Uhr

Bessere Bildung, mehr Klimaschutz und bezahlbarer Wohnraum - dafür sind Zehntausende in vielen deutschen Städten auf die Straße gezogen. Die Proteste der "Gen Z regelt" blieben weitgehend friedlich. Doch am Abend kam es zu einigen Ausschreitungen.

Zehntausende junge Menschen sind in mehr als 30 Städten auf die Straße gezogen und haben weitgehend friedlich protestiert. Die Bilanz der Gewerkschaft der Polizei fällt dennoch gemischt aus, sagte Andreas Roßkopf, Vorsitzender für den Bereich Bundespolizei, der Rheinischen Post.

Nach dem Ende der eigentlichen Veranstaltungen habe sich die Lage in einigen Städten zugespitzt. Bei den Gruppen, von denen die Gewalt ausgegangen sei, habe es sich um "autonome und zum Teil vermummte Personen" gehandelt. Wo nötig, habe die Polizei sehr konsequent und auch massiv eingegriffen, so der Gewerkschafter.

Tim Diedrichs, NDR, und Rupert Wiederwald, WDR, zur Lage der "GenZ"-Protesten am Abend tagesschau, Das Erste, 31.10.2026 • 20:00 Uhr Verletzte Polizisten in Frankfurt In Frankfurt am Main hat die Polizei nach wiederholten Böller- und Steinwürfen eine Demonstration mit mehreren tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern aufgelöst.

Die Polizei sprach von "massiven Ausschreitungen" nach Auflösung der Demo. Es habe Steinwürfe und Angriffe auf Polizeibeamte gegeben. Nach ersten Erkenntnissen des hessischen Innenministers Roman Poseck (CDU) sind dabei mehrere Polizisten verletzt worden. Ungefähr 100 Störer hätten die Polizei "massiv angegriffen". Sie hätten "gezielt mit Pyrotechnik" geworfen, sagte Poseck der hessenschau.

Auch Wasserwerfer waren zwischenzeitlich im Einsatz. Die Polizei habe die Situation unter Kontrolle, sagte der Innenminister am Abend.

Zum Gen-Z-Protesttag zogen tausende Demonstrierende durch die Frankfurter Innenstadt. mehr

Auch in Köln kam es im Rahmen der Proteste zu Zwischenfällen. Nach Informationen des WDR hatte die Polizei entschieden, wegen Pyrotechnik und Vermummung einzelner Teilnehmender den geplanten Demonstrationszug durch die Stadt kurzfristig abzusagen.

Nachdem die angemeldete Demonstration in Köln aufgelöst wurde, kam es zu Ausschreitungen. Unter die friedlichen Demonstranten hatten sich dem WDR zufolge linksextreme und pro-palästinensische Gruppierungen gemischt. Mehrere hundert versuchten, geschlossen in die Innenstadt zu gelangen. Sie wurden von der Polizei aber aufgehalten.

Es flogen immer wieder Feuerwerkskörper und es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die trieb die Menge mit mehreren Hundertschaften und zwei Wasserwerfern auseinander. Ein Beamter sei an der Hand verletzt worden und habe seinen Dienst nicht fortsetzen können, so ein Polizeisprecher. Ein Demo-Teilnehmer sei festgenommen worden. Ermittelt werde wegen schweren Landfriedensbruchs.

In Köln setzte die Polizei Wasserwerfer gegen Demonstrierende ein.

Die Demo fand an einem Abschnitt des Rheinufers statt. Dort waren nach Angaben der Polizei am Abend in einem Abschnitt etwa 600 Demonstranten festgesetzt worden, in einem anderen Abschnitt weitere 100. Nach und nach würden jetzt die Personalien aufgenommen, sagte die Sprecherin.

Bei den Menschen, die Böller geworfen und sich vermummt hatten, handele es sich aber "wahrscheinlich um eher linksradikale Gruppen, die die Demonstration mehr oder weniger für sich übernommen hatten", berichtet WDR-Reporter Rupert Wiederwald aus Köln. Am Anfang seien vor allem sehr junge Menschen bei dem Protest gewesen. Am Ende seien die "übrig geblieben, die diese Demonstration für sich kapern wollten und dass ist ihnen, das muss man leider sagen, auch gelungen."

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Im Hamburg geriet die Lage nach einem weitgehend störungsfreien Verlauf am Nachmittag gegen Abend ebenfalls teils aus dem Ruder. So zündeten gegen Ende der Demonstration schwarz gekleidete und teils vermummte Menschen mehrfach Pyrotechnik, rissen Baustellenabsperrungen aus ihren Verankerungen und steckten diese in Brand.

Die Polizei schritt ein, trieb die Menge wieder auseinander und setzte auch Pfefferspray gegen die Demonstrierenden ein. Im Anschluss wurde die Kundgebung durch die Polizei offiziell beendet. Nach Informationen des NDR gab es einige Festnahmen. "Die Polizei hat sich hier mit den Randalierern ein ziemliches Katz und Maus Spiel geleistet", berichtete NDR-Reporter Tim Diedrichs vom Hauptbahnhof.

In Hannover konnte die Demonstration erst mit Verspätung starten, weil einige Protestierende medizinische Masken trugen, wie die Polizei mitteilte. Wegen des Vermummungsverbots mussten sie diese absetzen.

Während des Aufzugs sei es mehrfach zum Zünden von Nebeltöpfen und Pyrotechnik gekommen. Nach dem Ende der Versammlung wurden zwei Beamte mit Böllern beworfen. Einer wurde der Polizei zufolge leicht verletzt, konnte aber weiterarbeiten.

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In Nürnberg meldete die Polizei einen Verletzten, möglicherweise durch einen Böllerwurf. Zudem mischte sich dort unter die etwa 2.000 Demonstrierenden eine Gruppe von Personen, die von der Polizei als gewaltbereit eingestuft wird. Nach dem Ende der Demonstration habe dieser Block den Aufzug fortsetzen wollen, sagte ein Sprecher der Polizei in Nürnberg. Die Polizei meldete, sie habe etwa 100 Personen vorläufig festgesetzt.

"Man kann nicht mehr von einem komplett friedlichen Verlauf sprechen", sagte auch ein Polizeisprecher in Bremen. In der Hansestadt seien Polizeikräfte vereinzelt mit Schlägen und Tritten attackiert worden. Mindestens ein Müllcontainer wurde in Brand gesetzt.

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Die Polizei hat eine zweite Demonstration in Berlin vorzeitig beendet. Grund dafür seien unter anderem Steinwürfe auf Polizisten sowie das Abbrennen von Pyrotechnik, sagte eine Polizeisprecherin.

Zunächst hatten sich nach Polizeiangaben etwa 700 Menschen am frühen Abend am Rosenthaler Platz nahe der bekannten Hackeschen Höfe versammelt. Von dort aus zog die Demonstration in Richtung Prenzlauer Berg. Dabei stießen immer mehr Menschen hinzu, die Polizei sprach schließlich von 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Der Protestzug steht im Kontext mit den bundesweiten Jugendprotesten, ist aber nicht Teil der bundesweiten Demos der Initiative "Gen Z regelt". Der Veranstalter des abendlichen Protestzuges wird von der Polizei dem linken Spektrum zugeordnet, auch Teilnehmer der pro-palästinensischen Szene waren vor Ort.

Bei der Veranstaltung von "Gen Z regelt" am Brandenburger Tor hatten am Nachmittag dagegen Tausende Menschen friedlich demonstriert.

Aus vielen anderen Orten wurden friedliche Proteste gemeldet. In München etwa habe es zwar vereinzelt Pyrotechnik gegeben, die Versammlung mit etwa 4.000 Menschen sei aber insgesamt friedlich abgelaufen, so ein Polizeisprecher.

Die Initiative "Gen Z regelt" selbst hat ein positives Fazit der bundesweiten Jugendproteste gezogen. "Heute haben hunderttausend Menschen gezeigt, wofür sie auf die Straße gehen", sagte ein Sprecher vom Presseteam der Initiative, der öffentlich nur unter seinem Vornamen Amadeo auftreten will. Eine offizielle Bestätigung der Teilnehmerzahlen gibt es bislang nicht.

Amadeo grenzte sich außerdem von der Gewalt ab, zu der es im Kontext einiger Demonstrationen kam. "Was nach dem Ende der Kundgebungen passiert ist, darauf hatten wir keinen Einfluss."

Mit Blick auf die kommenden Stunden sagt Roßkopf von der Polizeigewerkschaft: "Die Einsatzkräfte bleiben nun in absoluter Bereitschaft, um eventuell weitere Ausschreitungen auch in den späten Abend- oder Nachtstunden zu verhindern." Alles in allem habe die Polizei die Lage gut im Griff. "Massive Sachbeschädigungen sind bisher ausgeblieben."

Die Initiative "Gen Z regelt" hatte zu friedlichen Protesten aufgerufen. Sie fordert mehr Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten, für soziale Gerechtigkeit und mehr Klimaschutz. Außerdem fordert sie bezahlbaren Wohnraum. Eine mögliche Wehrpflicht lehnt sie ab, ebenso einen Ausbau staatlicher Überwachung.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | tagesschau | 31.10.2026 | 17:00 Uhr, Das Erste | tagesschau | 31.10.2026 | 20:00 Uhr

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