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Was passiert bei einer Bombendrohung im Flugzeug?

Die Bombendrohungen im europäischen Luftverkehr alarmieren Behörden - und verunsichern Passagiere. Gibt es solche Vorfälle öfter? Und was passiert bei einer Bombendrohung an Bord? Ein Überblick über d

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FAQ Drohungen gegen Linienflüge Was passiert bei einer Bombendrohung im Flugzeug? Stand: 07.11.2026 • 09:10 Uhr

Die Bombendrohungen im europäischen Luftverkehr alarmieren Behörden - und verunsichern Passagiere. Gibt es solche Vorfälle öfter? Und was passiert bei einer Bombendrohung an Bord? Ein Überblick über die wichtigsten Fragen.

Es handelt sich in dieser Häufung klar um eine außergewöhnliche Situation: Laut der Europäischen Organisation zur Sicherung der Luftfahrt (Eurocontrol) gab es am 5. und am 6. November Bombendrohungen gegen jeweils 14 Flüge sowie am 3. November gegen sieben Flüge.

Zwar gibt es immer wieder einmal Drohungen gegen einzelne Flüge oder Gesellschaften, aber an eine derartige Häufung kann man sich etwa bei der Deutschen Flugsicherung nicht erinnern. Laut einer Aufstellung des Portals Aerotelegraph wurden im Oktober 2024 mehrere indische Gesellschaften gleichzeitig über Social-Media-Einträge bedroht. Gegen den Hamburger Flughafen richtete sich 2023 eine Bombendrohung, die aber Teil einer größeren Welle von Drohungen gegen verschiedene Ziele in Deutschland war.

Erneut gibt es mehrere Hinweise auf eine mögliche Bombe an Bord von Flugzeugen in Europa - gefunden wurde bislang nichts. mehr

Das kommt zunächst darauf an, wo und in welcher Form sie eingehen. Fluggesellschaften und Flughäfen informieren sofort die Sicherheitsbehörden und bilden ihrerseits Krisenstäbe. Verantwortlich für einen bereits begonnenen Flug ist letztlich die Kapitänin oder der Kapitän an Bord des Flugzeugs, hält die Vereinigung Cockpit fest. Sie entscheiden, ob der Flug fortgesetzt, umgeleitet oder eine Landung eingeleitet wird.

Staatliche Stellen können diese Entscheidungen jedoch einschränken - indem sie etwa eine Landung an einem bestimmten Flughafen verweigern oder das Flugzeug durch Abfangjäger an einen anderen Flughafen drängen.

Das ist noch nicht klar. Es gibt nur Mutmaßungen - mehrere Behörden in europäischen Ländern ermitteln inzwischen zu den Vorfällen. Die Vielzahl der Attacken deutet zunächst auf ein abgestimmtes Vorgehen hin, ob nun von Einzelpersonen oder sogar von staatlich gelenkten Akteuren. Mit zunehmender Dauer der Störungen könnten zudem Trittbrettfahrer aufspringen und ihrerseits Drohungen in die Welt setzen.

Auch, ob die jüngsten Drohungen gegen Medienhäuser in Irland mit den Vorfällen im Flugverkehr zusammenhängen, ist offen. Die Drohungen gegen die Medien folgten jedoch "unmittelbar auf die anhaltenden Störungen des europäischen Flugverkehrs, die durch ähnliche Drohungen verursacht wurden, und es scheint wahrscheinlich, dass es sich hierbei um eine koordinierte Störkampagne handelt", teilte die irische Regierung der Nachrichtenagentur PA zufolge mit.

Es soll einen Zusammenhang mit den Drohungen gegen den europäischen Flugverkehr geben. mehr

Die Crews von Passagierflugzeugen werden regelmäßig auch zu Bombendrohungen geschult. Es gelten Notfallpläne, die Piloten und Flugbegleiter umsetzen. "Es geht darum, Ruhe zu bewahren und einen Plan zu entwickeln", sagt der erfahrene Boeing-Pilot Matthias Baier.

Wenn die Maschine bereits in der Luft ist, wird abhängig von der konkreten Bedrohungslage in der Regel ein möglichst nahe gelegener, geeigneter Flughafen angesteuert, um dort das Flugzeug zu räumen. Dies geschieht in Abstimmung mit der Flugsicherung und den zuständigen Sicherheitsbehörden.

Ob und wann die Reisenden über die Bedrohung informiert werden, hängt von der konkreten Situation ab. Vorrang hat, dass die Besatzung die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen geordnet durchführen kann. Je nach Verfahren können dazu auch das Abschalten des Bord-WLANs und elektrischer Lademöglichkeiten gehören.

Auch eine Verringerung des Druckunterschieds zwischen Kabine und Außenluft kann unter geeigneten Flugbedingungen vorgesehen sein, um mögliche Folgen einer Explosion zu begrenzen. Der Druckausgleich würde eine Explosion verschlimmern.

Erneut hat es in Europa zahlreiche Bombendrohungen gegeben - sowohl im Flugverkehr als auch gegen Medienhäuser. mehr

"Wir sind keine Sprengstoffexperten, müssen aber natürlich die Folgen einer eventuellen Explosion möglichst klein halten", sagt Pilot Baier. Für den Umgang mit verdächtigen Gegenständen gibt es besondere Verfahren, auf die die Besatzungen vorbereitet werden. Welche Maßnahmen ergriffen werden, hängt von der konkreten Situation und den Vorgaben des Flugzeugherstellers ab. Ziel ist es, mögliche Auswirkungen auf die Menschen an Bord und das Flugzeug so weit wie möglich zu begrenzen.

In der Regel wird eine die Maschine nach der Landung auf eine dafür vorgesehene, vom übrigen Flughafenbetrieb getrennte Position geleitet. Dort stehen im besten Fall bereits Feuerwehr, Sicherheitskräfte und Spezialisten für die Untersuchung verdächtiger Gegenstände bereit. Die Passagiere verlassen das Flugzeug entsprechend der Lage und laut den Anweisungen der Besatzung. Anschließend wird die Maschine von den zuständigen Experten untersucht.

Mysteriöse Bombendrohungen - Flugzeuge in ganz Europa müssen notlanden Heiko Neumann, HR, tagesthemen, Das Erste, 05.11.2026 • 22:15 Uhr Welche Rechte habe Passagiere bei Verzögerungen? Flugausfälle im Zusammenhang mit Bombendrohungen sind nach Einschätzung des Fluggastrechteportals Flightright ein außergewöhnlicher Umstand, der die Airlines von Entschädigungspflichten befreit. Die Gesellschaften müssen aber davon unabhängig dafür sorgen, dass ihre Passagiere so schnell wie möglich an das geplante Endziel kommen. Dafür müssen sie Flightright zufolge nicht nur andere Airlines berücksichtigen, sondern sogar alternative Beförderungsmittel - also etwa Bus, Bahn und Taxi.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | tagesthemen | 05.11.2026 | 22:15 Uhrtagesschau24 | Nachrichten | 06.11.2026 | 14:00 Uhrtagesschau24 | Nachrichten | 06.11.2026 | 16:00 Uhr

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