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Nach Schüssen in Krakau: Eine Stadt steht unter Schock
Ein Mann schießt in Krakau aus seinem Auto, er tötet sechs Menschen und verletzt viele weitere. Nach der Tat steht Polens zweitgrößte Stadt unter Schock. Ermittler suchen Antworten auf die bohrende Fr
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Nach Schüssen in Krakau Eine Stadt steht unter Schock Stand: 08.11.2026 • 02:50 Uhr
Ein Mann schießt in Krakau aus seinem Auto, er tötet sechs Menschen und verletzt viele weitere. Nach der Tat steht Polens zweitgrößte Stadt unter Schock. Ermittler suchen Antworten auf die bohrende Frage: Warum?
Das Zentrum von Krakau, gestern gegen 15 Uhr: Ein Mann fährt auf den Marktplatz und eröffnet aus dem fahrenden Auto das Feuer. Offenbar wahllos und völlig willkürlich. Die mutmaßliche Tatwaffe: ein Gewehr, ähnlich wie beim Militär. So schildert es die polnische Polizei.
Der Krakauer Marktplatz ist das Herz der Stadt. Zum Zeitpunkt der Schießerei sind dort viele Menschen unterwegs, Einheimische und Touristen. Aufnahmen von Augenzeugen zeigen, dass die Schüsse sehr schnell hintereinander fallen. Sie sind darauf 21 Mal zu hören.
Der Schütze verletzt 15 Menschen und tötet sechs weitere. Unter den Opfern seien "drei Polinnen und ein britischer Staatsbürger", sagt Polens Polizeipräsident Marek Boron. Zwei Personen habe man noch nicht identifiziert. Unter den Verletzten auf dem Marktplatz seien fünf Ausländer.
Tote und Verletzte nach Schüssen in Krakau Rupert Wiederwald, ARD Warschau, tagesthemen, Das Erste, 07.11.2026 • 23:30 Uhr Zwei Polizisten lebensgefährlich verletzt Nach Polizeiangaben fährt der Mann nach der Tat aus der Innenstadt heraus, wird von Polizisten aufgehalten und überwältigt. Bei der Festnahme, an einer Straßenkreuzung, liefert er sich mit den Beamten einen Schusswechsel, wird getroffen und festgenommen. Zwei Polizisten werden lebensgefährlich verletzt.
Nach der Festnahme veröffentlichen die Behörden nach und nach Details zum mutmaßlichen Täter. Er ist demnach ein junger Mann, 2002 geboren, also Mitte zwanzig, ein polnischer Staatsbürger, wohnhaft in einer Kleinstadt in Südpolen. Laut der Polizei ist er ein Sportschütze.
Polizeisprecher Andrzej Fijolek sagt: "Der Mann besaß einen Waffenschein - wie auch Angehörige seiner Familie." Polens Innenminister Marcin Kierwinski zufolge finden die Beamten im Auto des mutmaßlichen Täters mehrere weitere Waffen und viel Munition: "Alles deutet daraufhin, dass er von extrem rechten Ideologien fasziniert war." Diese Hinweise werden von den Ermittlern weiter geprüft.
Im polnischen Krakau hat ein Mann aus einem Auto geschossen und mindestens sechs Menschen getötet. mehr
Am späten Abend ist eine Anti-Terroreinheit am Haus des Mannes. Die Einsatzkräfte finden darin drei weitere Tote. Premierminister Donald Tusk bestätigt gegenüber der Öffentlichkeit: "Zwei Frauen und ein Mann sind tot, im Haus des Angreifers. Vieles deutet auf den engsten Familienkreis hin." Höchstwahrscheinlich seien es die Eltern und die Schwester des Mannes.
Die Ermittlungen zu den Motiven und den Hintergründen der Tat dauern an.
Ermittler betreten das Haus des mutmaßlichen Täters in der Stadt Ostrowiec Swietokrzyski.
Krakau, die zweitgrößte polnische Stadt, steht unter Schock. Die Stadtbewohner veröffentlichen Aufnahmen vom Marktplatz. Darauf ist viel Blaulicht zu sehen, weiträumige Absperrungen. Auch das Hejnal ist zu hören, eine traditionelle Melodie, die stündlich vom Turm der Marienkirche auf dem Marktplatz ertönt. Am Samstag mischen sich viele Stunden lang die Polizeisirenen dazu.
"Ich bin tief traurig angesichts dessen, was geschehen ist. So etwas hat es hier bisher nicht gegeben", sagt ein Passant im polnischen Fernsehen. Angriffe eines solchen Ausmaßes hat es in Polen in der jüngsten Vergangenheit nicht gegeben.
Das Land ist derzeit in einer sehr angespannten politischen Lage. Am Mittwoch ist der Unabhängigkeitstag, einer der wichtigsten Feiertage. Doch die nächste Zeit wird von der Tragödie geprägt sein. Für heute und morgen hat Präsident Karol Nawrocki Staatstrauer angeordnet.
Dieses Thema im Programm: Das Erste | tagesthemen | 07.11.2026 | 23:30 Uhr