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Mindestens zehn Tote nach Zugunglück in Spanien
Beim Zusammenstoß zweier Züge sind in Spanien mindestens zehn Menschen getötet worden. Die Zahl der Opfer könnte noch weiter steigen. Die Strecke zwischen der Hauptstadt Madrid und der südlichen Regio
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Provinz Toledo Mindestens 68 Tote nach Zugunglück in Spanien Stand: 28.10.2026 • 17:11 Uhr
Die Zahl der Toten nach dem schweren Zugunglück in Spanien ist auf 68 gestiegen. Ein Hochgeschwindigkeitszug war am Morgen auf einen stehenden Zug aufgefahren - laut ersten Ermittlungen vermutlich wegen einer falschen Ansage der Leitstelle.
In Spanien hat es bei einem Zugunglück viele Tote und Verletzte gegeben. Nach Angaben der Behörden vom Nachmittag sind mindestens 68 Menschen ums Leben gekommen sein. Mehr als 100 Menschen wurden verletzt.
Eine Sprecherin der Regionalregierung sagte, es sei davon auszugehen, dass die Zahl der Toten noch steigen werde.
Schweres Zugunglück auf der Strecke zwischen Madrid und Andalusien tagesschau, Das Erste, 28.10.2026 • 20:00 Uhr Zug fährt auf stehenden Zug auf Das Unglück ereignete sich kurz vor 9 Uhr in der zentralen Provinz Toledo. Ein Zug des privaten Bahnunternehmens Iryo kam zum Stehen, ein nachfolgender Zug der staatlichen Gesellschaft Renfe fuhr auf ihn auf. Mehrere Waggons entgleisten und stürzten einen Bahndamm hinunter. In beiden Zügen waren nach amtlichen Angaben insgesamt rund 540 Passagiere von Madrid nach Andalusien unterwegs.
Der Zugverkehr auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und Andalusien sei in der Folge unterbrochen, so der Schienennetzbetreiber Adif.
Mehrere Waggons entgleisten, einige stürzten die Böschung hinab.
Das Unglück sei auf eine falsche Entscheidung der Bahnleitstelle zurückzuführen, sagte Verkehrsminister Óscar Puente. Ersten Erkenntnissen zufolge war in dem Gebiet in Kastilien-La Mancha das automatische Sicherheitssystem ausgefallen. Hochgeschwindigkeitszüge in der Gegend wurden zunächst gestoppt, konnten aber nach Aktivierung des manuellen Kontrollsystems weiterfahren. Der zu diesem Zeitpunkt 25 Kilometer von dem Renfe-Zug entfernte Iryo-Zug blieb aber stehen - warum, ist noch unklar.
Ein Mitarbeiter des Schienennetzbetreibers Adif im Kontrollzentrum in Madrid ordnete dem Renfe-Hochgeschwindigkeitszug trotzdem die Weiterfahrt an, und das mit normaler Geschwindigkeit. Eigentlich hätte er in einem solchen Fall nur 40 Kilometer pro Stunde fahren dürfen. Der Renfe-Zug raste daher in den stehenden Iryo-Zug. Dass der Mitarbeiter im Kontrollzentrum die Weiterfahrt anordnete, bezeichnete Verkehrsminister Puente als "unerklärlich".
In einer Trauermesse hat Spanien der Opfer des Unglücks bei Adamuz gedacht. Die Ursache ist weiter unklar. mehr
Der Unfall weckt Erinnerungen an das schwere Zugunglück vom Januar dieses Jahres bei Adamuz in Andalusien. Damals entgleiste ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug und stieß mit einem entgegenkommenden Zug von Renfe zusammen. Bei dem Unglück kamen 46 Menschen ums Leben, mehr als 150 wurden verletzt.
Als Ursache für das Unglück, das sich damals auf freier Strecke ereignete, wird ein Schienenbruch vermutet.
Drei Tage nach dem Zugunglück in Spanien mit 42 Todesopfern ist es erneut zu einem tödlichen Unfall gekommen. mehr
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez zeigte sich schockiert. Auf der Plattform X teilte er mit, er spreche "allen Opfern und ihren Familien seine Anteilnahme, Solidarität und Unterstützung" aus.
Auch der spanische König Felipe VI. und Königin Letizia reagierten erschüttert: "Wir sind zutiefst bestürzt und besorgt angesichts des Zugunglücks", erklärte das Königspaar ebenfalls auf X.
Die Spanische Bischofskonferenz sprach den Familien der Opfer ihr Beileid und ihre Verbundenheit aus. Sie bete für die "ewige Ruhe der Verstorbenen und für die Genesung der Verletzten", hieß es in einer Stellungnahme.
Deutsche und europäische Spitzenpolitiker haben ebenfalls ihr Beileid ausgedrückt. Bundeskanzler Friedrich Merz schrieb auf der Plattform X, die Nachricht mache ihn "tief betroffen".
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb ebenfalls auf X, ihr Mitgefühl gelte den Familien und Angehörigen der Opfer. Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte, man stehe bereit, die spanischen Behörden in jeder erforderlichen Weise zu unterstützen. EU-Ratspräsident António Costa drückte den Angehörigen der Todesopfer sein Beileid aus und wünschte den Verletzten schnelle Genesung.
Spaniens Ministerpräsident Sanchez hat eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Am Abend soll in vielen Städten der Opfer des Zugunglücks gedacht werden.
Bis auf die rechtsextreme Partei Vox haben alle Parteien ihre Wahlkampftermine abgesagt. Am 29. November finden in Spanien vorgezogene Parlamentswahlen statt.
Der spanische Fußballverband RFEF hat aufgrund des Unglücks den heutigen Pokal-Spieltag abgesagt. Alle geplanten 24 Spiele werden verschoben, wie der Verband mitteilte.
Mit Informationen von Julia Macher, ARD-Studio Madrid
Dieses Thema im Programm: tagesschau24 | Nachrichten | 28.10.2026 | 10:00 UhrDas Erste | tagesschau | 28.10.2026 | 10:40 UhrNDR N-Joy | Nachrichten | 28.10.2026 | 11:00 UhrNDR 2 | Aktuell | 28.10.2026 | 11:00 Uhrtagesschau24 | Nachrichten | 28.10.2026 | 11:00 UhrDas Erste | tagesschau | 28.10.2026 | 12:00 UhrBR24 Radio | Nachrichten | 28.10.2026 | 14:30 Uhr