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Marktbericht: Viel Rückenwind für den DAX
Neuer Optimismus im Technologiesektor sowie starke Zahlen der Deutschen Bank und BASF verheißen dem DAX einen positiven Tagesstart. Die Investoren haben aber auch wichtige Termine am Abend im Blick.
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Marktbericht Leitindex schließt im Plus Der DAX behauptet sich Stand: 28.10.2026 • 18:38 Uhr
Der Handelstag im DAX endet mit leichten Gewinnen. Die Investoren haben viele Quartalszahlen zu verarbeiten, außerdem richtet sich der Blick in die USA. Die hohen Energiepreise dämpfen indes weiterhin die Stimmung.
Der DAX hat zur Wochenmitte sein zuletzt erhöhtes Niveau behauptet und moderat höher geschlossen. Am Ende ging der deutsche Leitindex heute bei 25.704 Punkten aus dem Handel, ein Plus von 0,44 Prozent. Gestern hatte der deutsche Leitindex um 0,7 Prozent auf 25.590 Punkte zugelegt.
Der MDAX der mittelgroßen Werte gab hingegen leicht um 0,23 Prozent nach auf 30.425 Zähler.
Für den Abend wurde der Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve erwartet, stets ein Datum von besonderer Wichtigkeit, nicht nur für die US-Märkte. Eine Zinsänderung wurde zwar unmittelbar nicht erwartet, dafür aber werden die Anleger genau auf den Prozess im mächtigen FOMC-Zinsausschuss der Fed schauen, wie die Zinseinschätzung zustande gekommen ist.
Wer ist für eine Zinserhöhung, wer dagegen? Was könnte sich für die nächsten Sitzungen ergeben? Fakt ist, dass die Inflation in den USA mit zuletzt 3,7 Prozent viel zu hoch ist. Der Zielkorridor der Fed liegt bei 2,00 Prozent, was auch für die Europäische Zentralbank (EZB) gilt. Der derzeitige Leitzins der Fed liegt zwischen 3,75 und 4,00 Prozent.
"Die heutige Entscheidung wird mit Spannung erwartet, denn die fundamentalen Rahmenbedingungen liefern Argumente sowohl für eine Straffung der Zinszügel als auch für ein Stillhalten und Abwarten", schrieben Experten der Landesbank Helaba in ihrem Marktkommentar.
In New York hielten sich die Anleger vor den Entscheidungen zurück, zumal nach Handelsschluss noch die Quartalszahlen der beiden Tech-Riesen Microsoft und Alphabet erwartet werden. Am Mittag Ortszeit ringt die Nasdaq mit ihren Schlussständen, der Leitindex Dow Jones legt moderat um 0,3 Prozent zu.
Störfeuer kamen vom Ölmarkt. Dort sorgen Gerüchte über geplante neue Angriffe der USA und Israels auf den Iran nach dem 3. November, dem Tag der Zwischenwahlen in den USA, für steigende Notierungen. Nordseeöl der Sorte Brent kostete zuletzt wieder über 112 Dollar pro Barrel (159 Liter).
Der europäische Gaspreis ist heute zudem erstmals seit Dezember 2022 über die Marke von 100 Euro je Megawattstunde (MWh) gestiegen. Grund sind Sorgen vor Lieferengpässen bei Flüssigerdgas (LNG) wegen Störungen der Schifffahrt im Nahen Osten. Der Preis hat sich damit seit Beginn des Krieges der USA gegen den Iran verdreifacht.
Die hohen Großhandelspreise schlagen sich bereits in den Gas- und Stromrechnungen der Verbraucher nieder. Einige Industriezweige wie die Düngemittel-, Chemie- und Stahlindustrie, die Gas als Rohstoff verwenden, haben ihre Produktion bereits gedrosselt. Analysten erwarten, dass die Gaspreise mindestens ein weiteres Jahr hoch bleiben, selbst wenn der Krieg beigelegt und der Winter mild ausfallen sollte. Grund dafür seien die auf Rekordtiefstände gesunkenen Gasspeicher, die wieder aufgefüllt werden müssten.
Update Wirtschaft vom 28.10.2026 Samir Ibrahim, HR, Update Wirtschaft, Tagesschau24, 28.10.2026 • 09:00 Uhr KI-Rückenwind Darüber hinaus stand der Handelstag in Frankfurt im Zeichen neuer Quartalsberichte. Am Morgen halfen zunächst gute Zahlen des südkoreanischen Chipherstellers SK Hynix, der einen Rekordgewinn vermeldete. Der Anbieter von Hochleistungschips für KI-Speicher konnte sein Quartalsergebnis mehr als versiebenfachen. Der Konzern geht zudem davon aus, dass die Nachfrage das Angebot noch bis ins Jahr 2030 übersteigen wird.
Das beflügelte nicht nur die Märkte in Asien, sondern sorgte auch hierzulande bei den Anlegern für Erleichterung. Sorgen darum, ob und wann sich die hohen Investitionen in den KI-Sektor beginnen auszuzahlen, hatten zuletzt die Märkte weltweit belastet.
Die Hynix-Zahlen beruhigten die Anleger. Schon an der Nasdaq hatten sich in der Nacht die amerikanischen Technologiewerte zuvor um 1,2 Prozent erholt. Dabei hatte der geplante Börsengang des KI-Entwicklers Anthropic der Branche neuen Schwung verliehen.
Auch die erfreuliche Bilanz der Deutschen Bank stützte den DAX. Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal ihren Rekordkurs fortgesetzt und die Erwartungen übertroffen. Bankchef Christian Sewing zeigte sich zufrieden und will neue Ziele des Frankfurter Geldhauses Anfang 2027 verkünden. Man wolle zum "europäischen Champion" werden, erklärte Sewing. Bei den Anlegern kam das gut an, die Aktie stand an der DAX-Spitze.
Stärkster Verlierer im DAX waren hingegen Symrise, die über zehn Prozent nachgaben. Dabei hatte die Aktie des Aromenherstellers zuletzt einen guten Lauf gehabt. Aber vor allem bei Analysten kamen die Zahlen nicht gut an. Denn Symrise sieht die operative Marge (bereinigtes Ebitda) eher in der unteren Hälfte der Zielspanne von 21,5 bis 22,5 Prozent. Die Konsensschätzung beläuft sich auf 21,9 Prozent. Operativ war Symrise im dritten Quartal stärker als erwartet gewachsen.
BASF hat im dritten Quartal dank höherer Preise und leicht gestiegener Mengen sein Ergebnis unerwartet deutlich erhöht. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) stieg um 15 Prozent auf 1,64 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte um 14 Prozent auf knapp 16,4 Milliarden Euro. Angesichts der starken Entwicklung hob der Konzern erneut seine Jahresziele an. Die Aktie stieg um 1,4 Prozent.
BASF ist zudem weiter an einer Übernahme des Essener Spezialchemiekonzerns Evonik aus dem MDAX interessiert. Vorstandschef Markus Kamieth erklärte aber, man werde keine überhöhten Preise zahlen. BASF hat Insidern zufolge das Angebot zuletzt auf 24 Euro je Aktie erhöht. Ein Zusammenschluss mit Evonik wäre ein "logischer und sinnvoller Schritt", sagte Kamieth weiter.
Die Aktie von Mercedes-Benz zeigt sich nach den gestrigen Verlusten wenig verändert. Der Stuttgarter Autobauer hat seine endgültigen Quartalszahlen vorgelegt. Bereits gestern hatte der Konzern mit Verweis auf das schwache China-Geschäft und steigende Kosten seine Gewinnprognose für dieses Jahr gesenkt. Heute teilte Vorstandschef Ola Källenius mit, der Konzern überdenke seine China-Strategie.
Mercedes hat im dritten Quartal in seiner Autosparte operativ deutlich weniger verdient. mehr
Der starke Kursverlust von Thyssenkrupp war indes primär optischer Natur: Seit heute ist der vom Industriekonzern abgespaltene Werkstoffhändler tk accelis an der Börse notiert. Für je 20 Thyssenkrupp-Aktien wurden den Aktionären eine Aktie des Tochterunternehmens eingebucht. Thyssenkrupp behält über eine Holding die Mehrheit an der Werkstoffsparte.
Industriekonzern thyssenkrupp hat jetzt auch seine Werkstoffsparte an die Börse gebracht. mehr
Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | Börse 17.45 Uhr: Tagesfazit mit DAX-Schluss | 28.10.26 | 17:47 Uhr