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Germany Tagesschau

Marktbericht: DAX dürfte vor EZB-Zinsentscheid leicht zulegen

Heute müssen die Investoren die Zahlen der US-Tech-Konzerne Microsoft und Alphabet verarbeiten. Am Nachmittag steht noch der Zinsentscheid der EZB an. Die US-Notenbank Fed hat schon vorgelegt.

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Marktbericht Trotz VW-Milliardenverlust DAX wieder über 26.000 Punkte Stand: 29.10.2026 • 18:32 Uhr

Die großen Notenbanken halten vorerst die Füße still - die Botschaft hat die Kauflust der Anleger beflügelt, der DAX beendet den Handelstag im Plus. Auch der VW-Schock vom Morgen wurde gut verdaut.

Der DAX hat seine Zwischenerholung fortgesetzt und erneut zugelegt. Am Ende schloss der deutsche Leitindex bei 26.039 Punkten um 1,31 Prozent höher und eroberte damit die runde Marke von 26.000 Punkten zurück. Es war zudem der vierte Gewinntag in Folge.

Gestern war der Leitindex 0,4 Prozent höher auf 25.704 Punkten aus dem Handel gegangen. Damit ergibt sich im bisherigen Wochenverlauf ein Anstieg von rund drei Prozent. Der MDAX der mittelgroßen Werte gewann 1,23 Prozent auf 30.798 Zähler.

Es war ein ereignisreicher Börsentag. Denn die Berichtssaison der Unternehmen ging mit voller Kraft weiter. Neben der Zahlenflut standen zudem die beiden großen Notenbanken Federal Reserve (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) im Fokus.

Die EZB-Leitzinsen bleiben wie erwartet bei 2,5 Prozent. mehr

Die gute Botschaft aus Investorensicht: Sowohl die EZB als auch die Fed verzichteten vorerst darauf, ihre Leitzinsen weiter zu erhöhen - trotz hoher Inflationsraten, die beide über der Zielgrößen von 2,00 Prozent liegen, an der sich beide Zentralbanken orientieren.

Dafür verfestigte sich der Eindruck, dass Zinserhöhungen zum Jahresende näher rücken, sollten sich die Inflationsraten nicht deutlich abschwächen - wofür es in Anbetracht weiter hoher Energiepreise allerdings keine Anzeichen gibt. Rohöl der Referenz-Nordseesorte Brent kostete auch heute weiter fast 110 Dollar je Fass. RoboMarkets-Analyst Jürgen Molnar geht davon aus, dass eine Pause heute wohl noch nicht das Ende der EZB-Zinserhöhungen bedeuten werde.

"Mit den beiden Zinserhöhungen im Juni und September hat sich die EZB Luft verschafft. Jetzt kann sie zunächst abwarten, wie sich Preise und Konjunktur in den nächsten Wochen entwickeln", kommentierte Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer Bankenverband BdB.

Weniger der eigentlich wie erwartet ausgefallene Zinsentscheid der EZB sorgte für Schlagzeilen - sondern der angekündigte Rücktritt von Christine Lagarde als EZB-Chefin im Februar 2027. Die Entscheidung kam nicht überraschend, denn so kann ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin noch vor der französischen Präsidentschaftswahl im April 2027 gekürt werden.

Früher als geplant tritt die Suche nach einer Nachfolge für EZB-Chefin Lagarde in die heiße Phase. mehr

Vor dem Börsenstart stellte Volkswagen die endgültigen Zahlen des dritten Quartals vor. Diese zeigten: Die Krise der deutschen Autoindustrie geht weiter: Der Autobauer verbuchte einen hohen Verlust von 5,8 Milliarden Euro. Besonders stark wirkt sich eine Abschreibung auf den Firmenwert der Sport- und Geländewagentochter Porsche aus. "Die Zahlen schocken keinen mehr wirklich", sagte ein Händler. Letztendlich habe der Quartalsbericht nicht viel Neues enthalten nach der Warnung im September.

VW erlitt im dritten Quartal einen Verlust in Höhe von 5,8 Milliarden Euro. mehr

Update Wirtschaft vom 29.10.2026 Antje Erhard, HR, Update Wirtschaft, Tagesschau24, 29.10.2026 • 09:00 Uhr Adidas sitzt auf vollen Auftragsbüchern Gleich mehrere DAX-Mitglieder öffneten ebenfalls ihre Bücher. Unter anderem gab es endgültige Quartalszahlen von Adidas. Das Orderbuch sei ausgesprochen positiv, sagte Konzernchef Björn Gulden heute in einer Telefonkonferenz zu den Zahlen des dritten Quartals. Adidas-Aktien standen an der DAX-Spitze.

Aktien des Wohnungsbaukonzerns Vonovia standen hingegen am DAX-Ende und gehörten zu den wenigen Verlierern im 40 Werte umfassenden Leitindex. Der Aktienkurs fiel auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt. Der Grund ist ein wenig inspirierender Ausblick - der wegen hoher Zinsen träge Immobilienmarkt stimmt das Bochumer Unternehmen unter anderem mit Blick auf den Gewinn vorsichtiger.

Die vor einer Woche begonnene Erholungsrally an der Nasdaq-Börse erleidet heute einen starken Dämpfer. Vor allem sorgte der Google-Mutterkonzern Alphabet mit gefloppten Quartalszahlen dafür, dass der Nasdaq 100 mit einem Rückschlag um 1,2 Prozent einen Großteil seiner jüngsten Gewinne wieder revidierte.

Der Google-Mutterkonzern berichtete von steigenden Investitionen und war beim freien Barmittelzufluss ins Minus gerutscht. "Die Botschaft lautet: Der Markt belohnt Ausgabendisziplin und bestraft Investitionen ohne Cashflow-Deckung", resümierte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. Alphabet-Aktien stürzten um rund 13 Prozent ab - womit etwa 500 Milliarden Dollar Börsenwert verpufften.

Die Resultate von Microsoft kamen zwar bei Anlegern nicht so schlecht an wie die von Alphabet, konnten das negative Bild in der Tech-Branche aber auch nicht aufbessern.

Der wieder getrübten Börsenlage konnten sich auch die übrigen New Yorker Indizes nicht entziehen: Der stärker auf Standardwerte ausgerichtete Dow Jones fiel zuletzt aber deutlich weniger stark um 0,25 Prozent.

Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | Börse 17:45 Uhr: Tagesfazit mit DAX-Schluss | 29.10.26 | 17:59 Uhr

Originally published byTagesschau
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