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Marktbericht: Aus Wahleuphorie wird Wahlkater
Die Furcht vor einer schärferen KI-Regulierung hat die Wall Street auf Talfahrt geschickt, vor allem Tech-Werte brechen ein. Der DAX wird sich dem Abwärtstrend nicht entziehen können.
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Marktbericht Unter 26.000 Punkten DAX fällt im Sog der Nasdaq Stand: 06.11.2026 • 10:29 Uhr
Der DAX kann sich dem Abwärtssog der Wall Street nicht entziehen. Der deutsche Leitindex stürzt zurück unter die Marke von 26.000 Punkten. Wie könnte es am Markt jetzt weitergehen?
Der deutsche Leitindex knickt im frühen Handel um rund 1,5 Prozent auf 25.920 Punkte ein. Am Donnerstag war der DAX erst auf ein Rekordhoch bei knapp 26.693 Punkte gestiegen, dann ging es bergab: Im Sog der Turbulenzen an den US-Börsen schloss er schließlich 0,4 Prozent leichter auf 26.325 Zählern.
Der DAX fällt also im Sog der Wall Street ebenfalls weit zurück. Der Sieg der Demokraten hat die Furcht vor einer strengeren Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) geschürt und US-Technologiewerte auf Talfahrt geschickt.
In New York hatte der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 den stärksten Tagesverlust seit dem Corona-Crash im März 2020 verzeichnet. Letztlich verlor er 6,4 Prozent. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 4,4 Prozent, der US-Leitindex Dow Jones gab 3,4 Prozent nach. Die Vortagesgewinne der US-Indizes sind damit verdampft.
Im Mittelpunkt stünden die Sorgen um die Zukunft des KI-Booms, stellt Marktbeobachter Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG fest. Anleger würden befürchten, dass nach dem Wahlsieg der Demokraten strengere Auflagen den Ausbau von Rechenzentren bremsen und Projekte verzögern könnten.
"Diese politischen Risiken treffen auf die ohnehin schwelende Unsicherheit, wann sich die milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz ausreichend auszahlen", so Bouhmidi. "Verzögerungen beim Ausbau könnten die Geduld der Investoren zusätzlich strapazieren. Die Börse bewertet damit zunehmend auch die möglichen wirtschaftlichen Nebenwirkungen der neuen politischen Mehrheitsverhältnisse", erklärt der Experte.
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Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank weist noch auf einen weiteren Umstand hin: "An der Wall Street ist genau das eingetreten, was Anleger seit Monaten befürchten: Dass sich das Klumpenrisiko aus wenigen Tech-Schwergewichten rächt und die großen Indizes mit in die Tiefe reißt, wenn sie einmal stärker fallen sollten", kommentiert er.
Die Frage ist, wie es jetzt weitergeht. Handelt es sich nur um eine kurzfristige Reaktion oder dreht sich der Trend dauerhaft? Einige Anleger könnten die gesunkenen Kurse zum Wiedereinstieg in den Markt nutzen. Am Terminmarkt deuten sich zu dieser frühen Stunde Kursgewinne bei den US-Technologiewerten an.
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"Die weiterhin schwächeren Dow-Futures zeigen allerdings, dass sich bislang keine breite Stabilisierung abzeichnet", meint Bouhmidi. Ob die Investoren ausgerechnet vor dem Wochenende größere Risiken eingehen möchten, ist ohnehin fraglich.
"Langfristig orientierte Anleger sollten sich vom gestrigen Rücksetzer nicht verunsichern lassen", rät Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. Wahlausgänge hätten die Börsen in der Vergangenheit selten nachhaltig geprägt, ergänzt der Fachmann.
"KI-Regulierung befürchtet"; Anne-Catherine Petry Beck, HR, zu Börsenturbulenzen nach Midterms Morgenmagazin, Das Erste, 06.11.2026 • 08:00 Uhr US-Arbeitsmarkt im Blick Eine wichtige Rolle für den Verlauf des Handelstages könnte heute der monatliche US-Arbeitsmarktbericht spielen, der um 14:30 Uhr veröffentlicht wird. "Die Vorgaben dafür sind freundlich, wenn auch nicht überbordend gut", schreiben die Helaba-Experten in ihrem Morgenkommentar.
Auch die Analysten der Commerzbank sprechen in ihrem Morgen-Briefing vom "großen Datenhighlight aus den USA". Üblicherweise gebe dies einen Hinweis auf die weitere Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed).
Dieser Report könne entscheidend sein für den Dezember-Zinskurs der US-Notenbank, unterstreicht auch Frank Sohlleder, Analyst beim Broker ActivTrades. "Ein schwacher Wert könnte die grassierenden Zinssorgen zwar dämpfen, birgt nach dem gestrigen Tech-Crash jedoch die akute Gefahr, handfeste Rezessionsängste zu entfachen."
Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | Börse 9:45: DAX-Start, Tech-Crash zieht DAX nach unten | 06.11.26 | 09:29 Uhr