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Kampf gegen Ebola - Studie macht Hoffnung auf Impfstoff
Seit Monaten grassiert in der DR Kongo eine Variante des Ebola-Virus. Mehr als 10.000 Fälle wurden bislang erfasst. Bisher gibt es gegen diesen Erreger keinen Impfstoff, doch eine medizinische Studie
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Kampf gegen Ebola Studie in DR Kongo macht Hoffnung auf Impfstoff Stand: 30.10.2026 • 14:58 Uhr
Seit Monaten grassiert in der DR Kongo eine Variante des Ebola-Virus. Mehr als 10.000 Fälle wurden bislang erfasst. Bisher gibt es gegen diesen Erreger keinen Impfstoff, doch eine medizinische Studie weckt Hoffnung.
Bereits 2007 wurde das Bundibugyo-Virus entdeckt. Es ist eine Spezies der Orthoebolaviren, umgangssprachlich Ebola genannt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation kann es auch für den Menschen ausgesprochen gefährlich sein. Bei dem derzeitigen Ausbruchen wurden in der Demokratischen Republik Kongo mehr als 10.000 Ebola-Fälle bestätigt, jede zweite Person verstirbt daran.
Bisher wurden keine wirksamen Gegenmittel entwickelt - im Gegensatz etwa zum Zaire-Ebolavirus, das den großen Ebola-Ausbruch in Westafrika 2014 bis 2016 verursacht hatte, bei dem mehr als 11.000 Menschen starben. Damals waren auch deutsche Forschungsteams mit an der Entwicklung und der Zulassung eines Impfstoffes beteiligt. Er heißt VSV-Ebov und konnte die Ausbrüche mit dem Zaire-Ebolavirus effektiv eindämmen.
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Ein Forschungsteam von den Universitätskliniken in Hamburg (UKE) und von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München konnte vor Kurzem in einer Laborstudie zeigen, dass dieser Impfstoff im Menschen auch eine Immunantwort gegen Bundibugyo auslöst. Für die Studie untersuchte das Team Blutproben von Menschen, die mit dem bekannten und bereits zugelassenen Impfstoff geimpft worden waren. Dann testeten sie, ob die T-Zellen, die sogenannten Abwehrzellen des Immunsystems, auch die Bundibugyo-Viren erkennen können.
"Und was wir gesehen haben, ist, dass nicht nur das Zaire-Ebolavirus erkannt wird, sondern auch das verwandte Bundibugyo-Virus. Und das konnte so vorher noch nicht im Menschen gezeigt werden", sagt die Impfstoff-Forscherin Leonie Mayer vom UKE in Hamburg, die Erstautorin der Studie.
Bisher gab es dazu nur Tierversuche. Forschende der University of Texas hatten bereits vor Jahren belegt, dass dieser Impfstoff theoretisch auch auf Bundibugyo angepasst werden könnte.
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Die verschiedenen Spezies der Orthoebolaviren, zu denen Bundibugyo und auch das Zaire-Ebolavirus gehören, sind untereinander nicht stark ähnlich. Sie besäßen eine Aminosäureübereinstimmung zu 60 bis 70 Prozent, führt Christof Geldmacher aus. Er leitet die Forschungsgruppe Infection and Immunity (Infektionsimmunologie) an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war an der Laborstudie beteiligt. Trotzdem gebe es "immer noch größere Bereiche, die von den T-Zellen erkannt werden". Deswegen könne davon ausgegangen werden, "dass dieser Impfstoff einen klinischen Benefit hat".
Inwieweit diese Erkenntnisse aus der Laborstudie bedeuten, dass diese Immunzell-Reaktion auch gegen Bundibugyo zu besseren klinischen Verläufen führen wird, also beispielsweise die Anzahl der schweren Verläufe oder die Sterblichkeit senken könnte, lässt sich aus diesen Daten nicht seriös ableiten. Aber es ist bekannt, dass diese Immunzellen bei verschiedenen anderen Viren die Viruskontrolle und die Vermeidung von schweren Verläufen entscheidend unterstützen k��nnen, denn sie tragen wesentlich zu einem langanhaltenden Immungedächtnis bei.
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Um mehr zu erfahren, hat am 23. Oktober die erste entscheidende Impfstoffstudie gegen Bundibugyo in der Demokratischen Republik Kongo begonnen. "Und ich glaube, wir alle schauen mit sehr großen Erwartungen auf diese Studie", sagt Impfstoffforscherin Mayer vom UKE in Hamburg. Denn wenn sich herausstellen würde, "dass es einen wirksamen Impfstoff gibt, dann könnte der wirklich maßgeblich zur Eindämmung dieser Epidemie beitragen".
Zunächst wird in dieser Studie VSV-Ebov, also der gegen das Zaire-Ebolavirus zugelassene Impfstoff, verimpft. Ziel ist es, herauszufinden, ob dieser Impfstoff gegen eine Infektion, einen schweren Verlauf oder sogar vor dem Tod schützen kann. Gestartet ist die klinische Studie mit mehreren 10.000 Dosen des bereits zugelassenen Impfstoffs. In einer sogenannten Ringvakzinierung sollen diejenigen geimpft werden, die mit einer infizierten Person Kontakt hatten. Diese Methode hat sich bei früheren Ebola-Ausbrüchen als erfolgreich erwiesen.
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Die Studie trägt den Namen "Tumaini" - das bedeutet auf Suaheli Hoffnung - und ist eine adaptive Impfstoffstudie. Das heißt, dass weitere Impfstoffkandidaten nach und nach hinzugefügt werden können. In den Startlöchern dafür stehen zwei spezifisch gegen das Bundibugyo-Virus entwickelte Impfstoffe. Einen hat die Universität Oxford entwickelt, den anderen der US-Hersteller Moderna.
Zurzeit befinden sich beide noch in der ersten Prüfungsphase am Menschen. Sobald klar ist, dass die Impfstoffe sicher sind, werden sie in die laufende Studie aufgenommen.
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Doch die Infrastruktur ist in der von Bürgerkrieg geprägten Region nur schwach ausgebildet, deshalb ist die Kontaktverfolgung der Erkrankten und Verstorbenen nicht immer möglich. Bewaffnete Gruppen kontrollieren Teile des Ausbruchsgebiets, Kliniken und Gesundheitszentren werden teilweise angegriffen. Es fehlt an Schutzausrüstung und mehrere Millionen Menschen sind mangelernährt. All das sind schwierige Bedingungen, um die Impfstoffstudie erfolgreich durchzuführen und den Ausbruch effektiv einzudämmen.
Zwar liegen mittlerweile Testkits vor, um Bundibugyo sicher zu diagnostizieren, aber sie sind nicht überall verfügbar. Einschränkungen gebe es auch in der Diagnostik der Proben, sagt Torsten Feldt, der die Abteilung Tropenmedizin am Universitätsklinikum Düsseldorf leitet. In entlegenen oder konfliktbetroffenen Regionen müssten Proben teilweise über weite Strecken transportiert werden.
Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | Ebola-Impfstoff-Forschung macht Hoffnung | 30.10.2026 | 12:34 Uhr