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Ilse Aigner soll laut ARD-Informationen Bundespräsidentin werden
Ihre Nominierung soll am Montag bekannt gegeben werden: Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios werden CDU und CSU Ilse Aigner als Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin vorschlagen.
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Steinmeier-Nachfolge Union will Aigner als Bundespräsidentin Stand: 06.11.2026 • 21:36 Uhr
Sie wäre dort die erste Frau: Laut ARD-Hauptstadtstudio werden CDU und CSU Ilse Aigner als Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin vorschlagen. Gemeinsam mit der SPD hätten sie in der Bundesversammlung eine Mehrheit.
Die Unionsparteien sind sich einig, dass sie die CSU-Politikerin Ilse Aigner als Bundespräsidentin vorschlagen wollen. Das erfuhr das ARD-Hauptstadtstudio. Ihre Nominierung soll am Montag bekannt gegeben werden. Zuerst hatten die Süddeutsche Zeitung und der Spiegel darüber berichtet.
Die formelle Entscheidung sollen CDU-Präsidium und -Vorstand am Montag treffen. Schon am Sonntagabend trifft Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz die Mitglieder des Präsidiums zu einem Abendessen. CSU-Chef Markus Söder hatte Aigner schon im April ins Spiel gebracht.
Das neue deutsche Staatsoberhaupt wird von der Bundesversammlung am 30. Januar gewählt. Frank-Walter Steinmeier (SPD) scheidet dann nach zehn Jahren aus dem Amt.
Der Versammlung gehören neben den 630 Bundestagsabgeordneten ebenso viele Wahlleute aus den Ländern an. Union und SPD haben dort eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen. Es gilt als wahrscheinlich, dass Merz versucht, die Grünen einzubinden.
Die AfD will einen eigenen Kandidaten aufstellen. Das gilt wegen der Mehrheitsverhältnisse aber als aussichtslos.
Eine Frau soll es werden - so weit hat sich Kanzler Merz in der Bundespräsidenten-Frage festgelegt. mehr
Merz hatte sich bislang nicht öffentlich geäußert, ob er die 61-Jährige unterstützt. Er legte sich lediglich fest, dass eine Frau ins höchste Staatsamt gewählt werden soll. Merz hatte klargemacht, dass er das Vorschlagsrecht bei der CDU sieht - sie ist die stärkste Kraft in der Bundesversammlung.
In den vergangenen Tagen hatten sich immer mehr CDU-Landeschefs für Aigner ausgesprochen. Auch Unions-Fraktionschef Thorsten Frei äußerte sich positiv über sie.
SPD-Chef Lars Klingbeil sagte, wenn die Union sich für Aigner ausspreche, "dann kann ich nur für die SPD sagen, dann würden wir das begrüßen und unterstützen". Aigner habe "eine wahnsinnig integrative Kraft", die Deutschland gerade in diesen Zeiten brauche: "Die ist eine sehr volksnahe Politikerin, die redet mit den Menschen auf Augenhöhe, das ist total wichtig".
Auch SPD-Bundestagsfraktionschef Matthias Miersch und einzelne SPD-Ministerpräsidenten sprachen sich schon für Aigner aus.
Union nominiert Ilse Aigner als Nachfolgerin von Bundespräsident Steinmeier Ilanit Spinner, ARD Berlin, tagesschau, Das Erste, 06.11.2026 • 20:00 Uhr Grüne zeigen sich ebenfalls offen Die Grünen zeigten ebenfalls Sympathien für Aigner. "Sie ist in ihren bisherigen politischen Ämtern stets nahbar und zugewandt aufgetreten", sagte Fraktionschefin Britta Haßelmann. "Wir Grünen halten es für angemessen und richtig, dass erstmals nach 75 Jahren eine Frau das höchste Amt im Staat bekleidet. Die Zeit ist reif dafür." Es brauche in diesen Zeiten ein Staatsoberhaupt, das das Land zusammenführen könne.
Zugleich kritisierte die Co-Fraktionschefin der Grünen die Kandidatensuche der Union. Seit Wochen rede die Republik über einen Vorschlag nach dem anderen für das Amt. "Die unprofessionelle Findungssuche der Union und von Friedrich Merz ist dieses Amtes unwürdig. Wie kann man einen Prozess derart verstolpern?"
Linksfraktionschefin Heidi Reichinnek kritisierte, es wäre sinnvoller gewesen, "eine überparteiliche Kandidatur anzubieten, von der sich breite Teile der Bevölkerung repräsentiert fühlen". Der Augsburger Allgemeinen sagte sie, "dass das Amt des Bundespräsidenten immer wieder als Versorgungsposten zwischen den Unionsparteien und der SPD hin- und hergeschoben wird, wird der Rolle dieses Amtes nicht gerecht".
Die Suche nach einem Bundespräsident bei CDU/CSU ist aufgeladen - nicht zum ersten Mal in der Geschichte. mehr
Die 61-Jährige wäre nach zwölf Männern die erste Frau an der Staatsspitze der Bundesrepublik. Sie hätte zudem als erstes Staatsoberhaupt nicht studiert und wäre die erste ledige Person in dem Amt. Bislang haben neun Frauen erfolglos versucht, Bundespräsidentin zu werden.
Aigner ist seit 2018 Präsidentin des bayerischen Landtags. Schon bei ihrer ersten Wahl erzielte sie dort mit 198 von 205 Stimmen eine überwältigende Mehrheit. Im Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel war sie zuvor von 2008 bis 2013 Bundeslandwirtschaftsministerin gewesen.
Aigner stammt aus dem oberbayrischen Feldkirchen-Westerham. Nach der Mittleren Reife 1981 ließ sie sich zur Radio- und Fernsehtechnikerin ausbilden. Später bildete sie sich zur Systemelektrikerin für Hubschrauber weiter.
"Ungeklärte Familienverhältnisse" - sie ist nicht verheiratet - waren nach Aigners Angaben ein Grund dafür, dass die CSU sie 1993 nicht zur Bürgermeisterkandidatin ihrer Heimatgemeinde machte. Nach einer kurzen Zeit im Landtag ab 1994 sprang Aigner für einen ausgefallenen CSU-Direktkandidaten bei der Bundestagswahl 1998 ein und gewann das Mandat.
Aigner hat schwere Krankheiten hinter sich. Im Jugendalter wurde bei ihr ein Tumor im Rücken diagnostiziert. Durch eine Operation entging sie einer drohenden Querschnittslähmung. Als Ministerin überwand sie Schilddrüsenkrebs mit einer Strahlentherapie.
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Mit CSU-Chef und dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder verbinde sie eine "Schicksalsgemeinschaft", sagte Aigner einmal. Beide zogen gleichzeitig in den Landtag ein, waren Kollegen im Landesvorstand der Jungen Union und im Kabinett von Horst Seehofer. Den Wettstreit um Seehofers Nachfolge verlor sie 2018 gegen Söder.
An seiner Unterstützung für eine Bundespräsidentin Aigner hatte Söder seit einem halben Jahr keinen Zweifel mehr gelassen. "Wenn sie möchte, hat sie meine volle Sympathie und Unterstützung", sagte er im April. Ende Oktober nutzte er den CSU-Parteitag, um für sie zu werben.
Nach Einschätzung von ARD-Korrespondent Philip Kuntschner setzte sich Söder bei der Kandidatensuche gegen Merz durch. Seine Chancen, eines Tages selbst Kanzler zu werden, seien dadurch aber geschmälert.
Dieses Thema im Programm: Das Erste | tagesschau | 06.12.2026 | 20:00 Uhr