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Brasilien: Bolsonaro trotz Ausreiseverbots offenbar auf Weg in USA

Der unterlegene Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro hat nach Medienberichten Brasilien verlassen und ist auf dem Weg in die USA. Bolsonaro darf wegen einer Gerichtsentscheidung eigentlich nicht

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Trotz Ausreiseverbots Bolsonaro laut US-Medien in den USA eingetroffen Stand: 28.10.2026 • 10:06 Uhr

Der bei der Präsidentschaftswahl unterlegene Flávio Bolsonaro hat Brasilien verlassen. Während US-Medien berichten, er sei in den USA gelandet, spricht Argentiniens Einwanderungsbehörde von einem Flug nach Ecuador.

Brasiliens Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro hat offenbar das Land verlassen. Nach Informationen des US-Senders CNN und der Washington Post soll er am Dienstag (Ortszeit) in den USA gelandet sein. Wo er genau landete, war zunächst nicht bekannt. Die britische BBC berichtete, er habe sich laut Quellen mit seinem jüngeren Bruder in Florida getroffen.

Dass er in die USA unterwegs sei, berichteten CNN und die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei Quellen - eine aus Bolsonaros Umfeld und eine aus den USA. Die Washington Post verwies auf insgesamt drei mit der Sache vertraute Personen.

Die argentinische Einwanderungsbehörde gab allerdings eine andere Route und einen anderen Aufenthaltsort von Bolsonaro bekannt. Demnach sei der unterlegene Präsidentschaftskandidat über den Landweg nach Argentinien eingereist. Gültige Reisedokumente waren den argentinischen Angaben zufolge vorhanden. Anschließend sei Bolsonaro mit einem Privatflugzeug Richtung Ecuador weitergeflogen.

Er soll in Begleitung von seiner Ehefrau Fernanda und seinen Töchtern Carolina und Luiza gewesen sein. Die Maschine hatte laut Flugplan die ecuadorianische Hafenstadt Guayaquil als Ziel.

Gegen Bolsonaro wird wegen des Vorwurfs der Geldwäsche ermittelt. mehr

Der brasilianische Richter Alexandre de Moraes vom Obersten Gerichtshof hatte Bolsonaro am Montag aufgefordert, seine Reisepässe binnen 24 Stunden abzugeben. Zugleich ließ er die Dokumente annullieren und untersagte ihm, das Land zu verlassen.

Die Anordnung erging in einem Ermittlungsverfahren gegen Bolsonaro und den Anwalt Willer Tomaz wegen des Verdachts der Geldwäsche. Es laufen auch Ermittlungen wegen Korruption und illegaler Wahlkampfbeeinflussung. Bolsonaro weist jegliches Fehlverhalten zurück.

Medien: Brasiliens Wahlverlierer Bolsonaro auf der Flucht tagesschau, Das Erste, 27.10.2026 • 20:00 Uhr Trump befürwortet Einreise Bolsonaros Das US-Außenministerium erklärte, es werde Visa für Bolsonaro und seine Familie ausstellen. Es bestätigte jedoch nicht die mutmaßlichen Reisepläne.

US-Präsident Donald Trump äußerte sich nach den Medienberichten über Bolsonaros Ausreise positiv zu einer möglichen Ankunft in den USA. "Die Wahl war wirklich seltsam, und ich fand sie schrecklich", sagte Trump vor Reportern. Für ihn sei es "in Ordnung", sollte Bolsonaro in die USA kommen, so Trump weiter.

Bolsonaros Bruder Eduardo, der in Texas lebt, hatte den Präsidentschaftskandidaten öffentlich dazu ermutigt, Brasilien zu verlassen, falls er die Wahl verlieren sollte.

Lateinamerika-Experte Maihold erklärt, wie es in Brasilien nach der Präsidentschaftswahl weitergehen kann. mehr

Der wiedergewählte Präsident Luiz Inácio Lula da Silva kritisierte Bolsonaros Verschwinden. Der Vorgang sei beschämend, sagte Lula während der Feierlichkeiten zu seinem 81. Geburtstag. Bolsonaro hätte bleiben "und beweisen können, dass die Vorwürfe, über die in der Presse berichtet wird, nicht der Wahrheit entsprechen".

Bei der Stichwahl am Sonntag hatte Bolsonaro laut Wahlgericht mit 48,2 Prozent der Stimmen gegen Amtsinhaber Lula verloren, der 51,8 Prozent erhielt. Anschließend hatte er erklärt, die Wahl wegen angeblicher Manipulationen nicht anzuerkennen.

Tags darauf ruderte seine Partei jedoch zurück und gab die Niederlage zu. Bolsonaro erklärte, als Oppositionsführer fungieren zu wollen - obwohl er kein Mandat im neuen Kongress hat.

Brasilianische Medien sahen in seiner Kandidatur für das Präsidentenamt den Versuch, strafrechtlichen Konsequenzen zu entgehen. Nach seiner Niederlage wird er im Januar seinen juristischen Sonderstatus als Senator verlieren, was Ermittlungen gegen ihn erleichtert.

Mit Informationen von Anne Herrberg, ARD Rio de Janeiro

Dieses Thema im Programm: Das Erste | tagesschau | 27.10.2026 | 20:00 UhrBR24 Radio | Nachrichten | 27.10.2026 | 20:11 UhrNDR Info | Nachrichten | 28.10.2026 | 03:10 UhrDas Erste | tagesschau | 28.10.2026 | 04:56 UhrNDR Info | Nachrichten | 28.10.2026 | 09:00 Uhr

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