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Anti-fascism Tagesschau

"Adlerhorst" der Nazis: Großbrand im Kehlsteinhaus am Obersalzberg

Es diente den Nazis als Repräsentationsort hoch in den Bergen. Nun ist im Kehlsteinhaus am Obersalzberg bei Berchtesgaden ein Feuer ausgebrochen. Die Polizei vermutet Brandstiftung und nahm einen Verd

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Brand in Hitlers "Teehaus" Kehlsteinhaus am Obersalzberg fast vollständig zerstört Stand: 24.10.2026 • 15:58 Uhr

Es diente den Nazis als Repräsentationsort hoch in den Bergen. In der Nacht hat es nun im Kehlsteinhaus am Obersalzberg bei Berchtesgaden gebrannt. Die Polizei vermutet Brandstiftung und hat einen Verdächtigen festgenommen.

Das von den Nationalsozialisten errichtete Kehlsteinhaus am Obersalzberg in Berchtesgaden ist bei einem Feuer fast vollständig zerstört worden. Es besteht der Verdacht auf Brandstiftung. Die Polizei nahm in der Nähe des Brandortes einen Verdächtigen vorläufig fest. Die Ermittlungsbehörden in Bayern gehen davon aus, mit ihm den mutmaßlichen Verursacher des Großbrandes gefasst zu haben.

Bei dem Festgenommenen handelt es sich laut Staatsanwaltschaft Traunstein um einen 33-jährigen Deutschen. Er sei bereits vernommen worden. Es haben sich "konkrete Anhaltspunkte für mögliche psychische Erkrankungen des Beschuldigten ergeben", sagte Staatsanwalt Rainer Vietze auf einer Pressekonferenz in Berchtesgaden. Das habe ein psychiatrisches Kurzgutachten ergeben, das ein Sachverständiger über den Mann erstellt habe.

Der Mann sei am Samstag einem Untersuchungsrichter in Rosenheim vorgeführt worden. Ziel sei, eine Unterbringung in einer forensischen Einrichtung für psychisch kranke Straftäter zu erwirken. Man müsse von zumindest verminderter Schuldfähigkeit ausgehen, sagte Vietze. Auch ein mögliches politisches Motiv werde geprüft - da seien die Ermittler aber erst ganz am Anfang.

Zuvor hatte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) der Polizei für ihr Eingreifen am Obersalzberg gedankt. Der mutmaßliche Brandstifter war den Einsatzkräften auf einem Motorrad auf der engen und steilen Kehlsteinstraße entgegengekommen. Es sei nicht leicht gewesen, ihn zu stellen.

Herrmann betonte, das historisch bedeutsame und jedes Jahr von Zehntausenden Menschen besuchte Haus solle wieder aufgebaut werden. "Wir werden da kaum eine Ruine stehen lassen können", sagte er am Rande des CSU-Parteitages in München.

Die Höhe des Schadens ist noch unklar. Laut Herrmann müssten nun Brandsachverständige den genauen Schaden feststellen.

Rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdiensten waren im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd waren die ersten Rettungskräfte um 21.52 Uhr am Freitagabend an der Berggaststätte auf über 1.800 Meter Höhe eingetroffen.

Die Löscharbeiten gestalteten sich ausgesprochen schwierig. Unter anderem behinderten Regen und Schneefall den Einsatz. Auch bereits die Anfahrt zum Kehlsteinhaus mit den Löschzügen war schwierig. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte sich niemand im Kehlsteinhaus aufgehalten.

Laut der Internetseite des Zweckverbandes Bergerlebnis Berchtesgaden sollte das Kehlsteinhaus - von den Alliierten mit Eagle’s Nest (Adlerhorst) betitelt - in dieser Saison noch bis zum 8. November geöffnet sein.

Das Gebäude auf 1.834 Metern Höhe ist seit 1952 eine Berggaststätte. Es wurde 1938 fertiggestellt und befand sich in einem abgeriegelten und für die Öffentlichkeit gesperrten Wohn- und Regierungsareal der nationalsozialistischen Führung.

Eine Ausstellung dort widmet sich der Geschichte des Gebäudes. Der Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden schreibt auf seiner Seite über das Haus: "Erbaut 1937/38, sollte in der NS-Zeit das damals sogenannte Teehaus als politischer Repräsentationsort abseits der Öffentlichkeit dienen. Tatsächlich blieb die Bedeutung des Kehlsteinhauses gering." Adolf Hitler habe dort Diplomaten oder andere ausländische Gäste empfangen.

In amerikanischen Kriegsfilmen der Nachkriegszeit spielte das "Eagle’s Nest" oft eine wichtige Rolle. Auf der Webseite des Hauses heißt es, dies habe dem Gebäude eine Prominenz verliehen, die es vielleicht nicht verdient habe. Vermutlich habe es auch damit zusammengehangen, dass es zu den wenigen unzerstörten Monumenten der Hitlerjahre zählt.

Dieses Thema im Programm: tagesschau24 | Nachrichten | 24.10.2026 | 09:00 UhNDRInfo | Nachrichten | 24.10.2026 | 06:30 Uhr

Originally published byTagesschau
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