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Labour · taz · 3h

Wahrzeichen von Paris: Streik am Eiffelturm nach Ausschluss von Mitarbeiterinnen

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dpa/afp | Weil am Pariser Eiffelturm auf Bitten einer religiösen Besuchergruppe das weibliche Personal vorübergehend abgezogen worden sein soll, haben Beschäftigte am Montag aus Protest die Arbeit niedergelegt. Den Tag über blieb das Wahrzeichen geschlossen.

Während auf der Homepage des Eiffelturms von „operationellen Gründen“ die Rede war, berichtete die Zeitung Le Parisien unter Verweis auf Beschäftigte, dass am Samstag auf Bitten von rund 100 Mitgliedern während des Besuchs der hinduistischen Gruppe Bochasanwasi Akshar Purushottam Swaminarayan Sanstha (Baps) das weibliche Personal von der dritten Etage zurückgezogen worden sei. Die Gruppe sei von ausschließlich männlichem Personal begleitet worden.

Die Mitarbeiter des Eiffelturms verurteilten die „dienstlichen Anweisungen“, die dazu geführt hätten, dass weibliche Angestellte „aufgrund ihres Geschlechts ausgegrenzt, ersetzt und unsichtbar gemacht wurden“.

Die Betreibergesellschaft des Eiffelturms Sete erkärte, die hinduistische Delegation habe darum gebeten, den Besuch so zu organisieren, dass „Interaktionen mit Frauen“ eingeschränkt würden. „Diese Bedingungen“ hätten „nicht akzeptiert werden dürfen“. „Wir werden aufklären, was geschehen ist, und die notwendigen Schlussfolgerungen ziehen“, sagte Sete-Präsident Ariel Weil der Nachrichtenagentur AFP. Er ist zugleich Bürgermeister des zentralen Pariser Stadtbezirks.

Paris’ Bürgermeister Emmanuel Grégoire zeigte Verständnis für den Protest des Personals. „Die Gleichstellung von Frauen und Männern wird niemals am Fuße unserer historischen Denkmäler enden, noch an irgendeinem anderen Ort dieser Stadt. Sie muss überall gelten, für alle“, sagte der Sozialist. Er werde so schnell wie möglich eine Untersuchung einleiten. Er schrieb im Onlinedienst X, es sei „inakzeptabel“, dass die Leitung des Eiffelturms den Bedingungen der Delegation zugestimmt habe.

Auch die konservative Präsidentin der Hauptstadtregion, Valérie Pécresse, äußerte sich schockiert, dass bei einer organisierten Besichtigung des Eiffelturms „eine hinduistische Delegation, zu der auch Geistliche gehörten, darum gebeten hatte, weibliche Mitarbeiter von ihrer Besichtigungstour auszuschließen“.

Der konservative Ex-Premier Michel Barnier reagierte empört. „In Frankreich sind es keine aus dem Ausland stammenden Gepflogenheiten, die den Frauen vorschreiben, wie sie sich kleiden oder im öffentlichen Raum verhalten sollen“, schrieb Barnier. „Frauen werden nicht versteckt. Sie werden nicht ausgeblendet. Man respektiert sie und verteidigt ihre Freiheit. Wir fordern von der Betreibergesellschaft des Eiffelturms eine Erklärung.“

Über die Wiedereröffnung des Eiffelturms gab es zunächst widersprüchliche Informationen. DPA nannte den Zeitpunkt unklar, AFP schrieb von Dienstag. Laut seiner Website hat der Turm jährlich fast sieben Millionen Besucher.

Baps steht der konservativen, hindu-nationalistischen Partei des indischen Premierministers Narendra Modi nahe. Sie hatte am Sonntag in der Nähe von Paris ihren ersten großen Tempel in Frankreich eingeweiht.

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Source: taz