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Wahlkrimi in Schweden: Knappes Rennen, Schwedendemokraten verlieren
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Schweden erlebt einen monumentalen Wahlkrimi: Am Morgen nach der Parlamentswahl am Sonntag liegen die links-grünen Oppositionsparteien nach Auszählung fast aller Stimmen zwar leicht vorn. Aber der Vorsprung auf das liberal-konservativ-rechte Lager um Ministerpräsident Ulf Kristersson ist so knapp, dass buchstäblich jede Stimme zählt. Auch die, die erst am Mittwoch ausgewertet werden, etwa die von schwedischen Botschaften im Ausland.
Rund 93 Prozent der Stimmen sind bisher ausgezählt. Aus der Parlamentswahl gehen die Sozialdemokraten von Ex-Regierungschefin Magdalena Andersson jetzt wohl als stärkste Kraft hervor. Die knappe Mehrheit bedeutet derzeit 176 der 349 Sitze im Parlament. Kristerssons Konservative, seine beiden bisherigen Koalitionspartner und die Rechtspopulisten kommen gemeinsam auf 173 Mandate.
Doch selbst wenn das Ergebnis sich nicht mehr verändert, ist noch lange nicht klar, wer Schweden als nächstes regiert. Denn mit wem könnten Magdalena Anderssons Sozialdemokraten eine Regierung bilden? Es reicht nicht für eine Koalition allein mit Zentrumspartei und Grünen – die drei Parteien könnten sich gut arrangieren. Die Linke aber, vierte Oppositionspartei und nach Stimmenzuwach eine der Wahlsiegerinnen – wollen weder Sozialdemokraten noch Zentrum dabei haben.
Dann lieber Neuwahlen, hatte Zentrums-Vorsitzende Elisabeth Thand Ringqvist vorher gesagt. Auf der rechten Seite ist Ulf Kristersson (Moderate) nach diesem knappen Ausgang derweil weit davon entfernt, schon das Regierungs-Handtuch zu werfen – auch wenn es nicht für eine einfache Fortsetzung seiner jetzigen reicht.
Zwischen vielen Unklarheiten sind aber doch einige Dinge klar geworden an diesem Wahlabend: Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten fahren überraschend starke Verluste ein, die totgesagten Liberalen schaffen es doch wieder ins Parlament – aber Oppositionsführerin Andersson schaffte es nicht, aus dem in Umfragen lange so großen Vorsprung einen klaren Wahlsieg zu machen. Im Gegenteil – ihre Partei muss mit einem rekordschlechten Ergebnis klarkommen. (mit dpa)
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Source: taz