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Videospiel in schrulliger Dystopie: Wo ist hier der Trump Tower?
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Wenn man im New Yorker Stadtteil Manhattan am Trump Tower vorbeigeht, kann es einem schon mal in den Fingern kribbeln. Die vielen Fenster würden bestimmt einen schönen Scherbenhaufen hinterlassen. Im neuen Game „Control Resonant“ darf ich endlich auch in Manhattan loshämmern.
Stellen Sie sich „Resonant“ vor, als würden sich die Avengers in Christopher Nolans „Inception“ treffen. Das Zischen, eine paranormale Kraft, war im ersten „Control“ noch in einem Behördengebäude eingesperrt, im Nachfolger hat sie sich über ganz Manhattan gelegt.
Seitdem ragen Wolkenkratzer nicht mehr in die Höhe, sondern kratzen den Asphalt. Straßen enden abrupt in 90-Grad-Winkeln oder in riesigen Kratern, die den Tagebau bei Lützerath wie ein Buddelloch im Sandkasten aussehen lassen.„Resonant“ ist so stilsicher wie eine Filmproduktion von A24 und hebt sich dadurch von den meisten Games ab.
bei Steam/PC, Playstation 5, Xbox Series X/S
Die Spielfigur Dylan Faden ist eher der Typ Schluffi, hat dafür aber übernatürliche Fähigkeiten. Das nutzt die Bundesbehörde für Paranormales und schickt ihn in die Häuserschluchten, um das Falten zu stoppen und sein Schwesterherz Jesse zu finden.
Das ist gar nicht so leicht, weil die ersten Minuten von „Resonant“ sehr verwirrend sind. Stück für Stück erschließt man sich die Welt, in der es kein Oben und Unten mehr gibt.
Doch auch das gefaltete Manhattan kitzelt den Entdeckerdrang: Dunkelrote Flecken am Horizont bedeuten, dass es dort Gegner und Beute gibt. Mit dem Hammer haue ich auf paranormale Monster, in anderen Missionen bringe ich einer Hündin ihr Dinospielzeug zurück und zähme ausgebüxte Lautsprecher. „Resonant“ vermischt Dystopie mit der Schrulligkeit von „Twin Peaks“.
Ich habe übrigens viele Minuten vergeblich damit verbracht, den Trump Tower zu finden. Zum Glück stehen noch einige SUVs in den Straßen herum.
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Source: taz