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Trump, Döpfner und die Pressefreiheit: Einig für die Unfreiheit
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S elbst vom US-Präsidenten Donald Trump ernannte Richter bewahren sich hier und dort ihre Unabhängigkeit. So jedenfalls kann man die Entscheidung des US-Bundesrichters Timothy Kelly lesen, der Trumps Pressesperre für verschiedene Medien ausgesetzt hat. Die Sender CNN und MS Now sowie das Portal Politico klagen dagegen, dass Trump ihnen wegen unliebsamer Berichterstattung den Zugang zum Weißen Haus verwehren will. Am Donnerstag erklärten die drei Medien, dass der Secret Service sie trotz der Entscheidung nicht hereinlasse.
Die Frage der Unabhängigkeit stellt sich auch in einem anderen Fall – in dem von Politico. Das Portal war 2021 vom deutschen Springer-Konzern aufgekauft worden. Seitdem hat sich Mathias Döpfners Medienhaus auch immer offener gegenüber der AfD und anderen neofaschistischen Kräften gezeigt.
Auch zur US-Rechten sucht der Konzern immer wieder Nähe. So erhält der US-Oligarch und Trump-Verbündete Peter Thiel am Donnerstag den Axel-Springer-Preis in Berlin – am selben Tag also, an dem US-Medien den Teilerfolg der Politico-Klage gegen Trump vermelden. Thiel, mit dessen Datenalysesoftware Staaten weltweit ihre Bevölkerungen kontrollieren und KI-Tötungsmaschinen entwickeln, bekommt den Preis für seinen „unvergleichlichen Beitrag für die Resilienz der Demokratie“.
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Derweil prüft Döpfner höchstpersönlich die Resilienz der Unabhängigkeit von Politico. 2025 und 2026 hatte der Springer-Chef dort zwei Meinungsbeiträge geschrieben. In einem hatte er zur Unterstützung der USA und Israels in ihrem Angriffskrieg gegen den Iran aufgerufen, im anderen die EU für ihre Hilfsgelderzahlungen an die Palästinenser kritisiert. Die Politico-Belegschaft sorgte sich daraufhin in einem Brief um die Unabhängigkeit ihres Mediums.
Der Chef reagierte trotzig. Er werde „in Zukunft mehr schreiben, nicht weniger“, kündigte Döpfner an. Fun Fact: Er hat seit März keinen einzigen Text mehr für Politico geschrieben. Hands off war Döpfner dagegen bei der aktuellen Klage. So sprach Döpfner Politico im Streit um die Pressefreiheit mit Trump nicht einmal öffentlich seine Unterstützung aus.
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Source: taz