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Todesstrafe in den USA: Hinrichtung in Tennessee steht bevor

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dpa/ ap | Am Mittwochvormittag (Ortszeit) sollte die in den USA zum Tode verurteilte Christa Pike (50) in Nashville, Tennessee, hingerichtet werden. Doch ein Gericht ordnete eine Stunde vor der geplanten Vollstreckung an, diese nicht zu vollziehen. Erst müsse geprüft werden, ob die Vorwürfe, dass Pike als Kind selbst Opfer von sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung war, ausreichend in das Urteil einbezogen worden seien, teilte ein Bundesberufungsgericht am Mittwoch mit. Unklar war zunächst, ob die Generalstaatsanwaltschaft Berufung einlegt, und wie lange die Hinrichtung verzögert werden könnte.

Die 50-Jährige wurde 1996 für den Mord an einer damals 19-jährigen Bekannten zum Tode verurteilt. Sie war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt. Es wäre die erste Hinrichtung einer Frau in dem US-Bundesstaat seit mehr als 200 Jahren.

Mehrere Kampagnen hatten sich dafür eingesetzt, den Vollzug aufzuhalten. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International betonte, dass die Verurteilte in ihrer Kindheit Vergewaltigung, sexuelle und körperliche Gewalt, Misshandlung und Vernachlässigung erlitten habe. Auch UN-Experten fordern einen Stopp der Hinrichtung.

Pikes Anwälte reichten Anfang September ein 226-seitiges Gnadengesuch an die Regierung des Bundesstaates ein. Der republikanische Gouverneur Bill Lee lehnte dieses am Montag jedoch zunächst ab. Nach sorgfältiger Prüfung bestätige er zunächst das Urteil des Staates Tennessee und habe nicht vor einzugreifen, zitierten Medien Lee.

Die Mutter der damals ermordeten 19-Jährigen sagte der New York Times, sie sei empört über die Aufmerksamkeit, die Pike nun vor der Hinrichtung erhalte. „Niemand könnte mich jemals, jemals davon überzeugen, dass sie sich geändert hat“, zitierte die Zeitung die Frau. Selbst in Isolationshaft habe Pike Zugang zu Trost und Unterstützung gehabt, die ihrer Tochter verwehrt geblieben sei.

„Ich finde nicht, dass jemand mich töten sollte, um mir beizubringen, dass es falsch ist, jemanden zu töten“, zitierte die New York Times die verurteilte Pike. „Ich gehe diese Hinrichtung jeden Tag in meinem Herzen durch“, sagte sie in einer Audioaufnahme, die ihre Anwälte der Zeitung zur Verfügung stellten.

1995 hatten drei Teenager das Opfer in einem abgelegenen Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet. Nach Angaben der gemeinnützigen Organisation Death Penalty Information Center ist Pike die Einzige der drei, die zum Tode verurteilt wurde. Ihr damaliger Freund war zum Zeitpunkt der Tat 17 Jahre alt, er erhielt eine lebenslange Haftstrafe. Eine weitere 18-Jährige wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

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Source: taz