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Sozialdemos am Wochenende: Gewerkschaften kümmern sich wenigstens
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D ie Busse sind bestellt, die Werbung läuft – am Samstag planen die Gewerkschaften in 15 Städten Demonstrationen gegen die Sozialkürzungen. Bestenfalls werden über 100.000 Demonstrierende dabei sein. Sehr schön. Aber das reicht nicht – nicht nur mit Blick auf die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder von rund 5,4 Millionen. Sondern auch mit Blick auf die 36 Millionen Beschäftigten.
Offensichtlich wird immer noch nicht begriffen, dass gegen Kürzungen und steigende Kosten vor allem eines hilft: sich gewerkschaftlich organisieren, höhere Löhne erkämpfen, soziale Errungenschaften verteidigen. Für die Beschäftigten macht das sonst niemand. Kein Arbeitgeber verschenkt freiwillig Geld, egal wie hoch Mieten sind und Benzinpreise steigen. Erst recht nicht in Ostdeutschland, wo es besonders wenig Gewerkschaftsmitglieder gibt.
Die höheren Löhne in der Gastronomie fallen nicht vom Himmel, die haben die Gewerkschaften rausgehandelt. Auch einen Sozialplan gibt es stets nur mit Betriebsrat. Anständige Rente, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bezahlter Urlaub: zäh erkämpft. Aber auch abschaffbar – die Angriffe darauf sind da. Höchste Zeit, dass sich das Millionen Trittbrettfahrer klarmachen, die nicht in der Gewerkschaft sind, aber jede Lohnerhöhung und alle sozialen Goodies danklos mitnehmen.
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Nun sind Gewerkschaften auch selbst schuld daran, dass sie so unattraktiv scheinen. Ihre gruselige Sprache, die Hierarchien, zu wenige Frauen in den Führungspositionen – unbedingt verbesserungswürdig. Und ja, in den Gewerkschaften gibt es auch AfD-Wähler. Aber sie sind die Einzigen, die da sind, wo Politik und Medien sich selten finden: mitten in den Betrieben. Wer ihnen nicht mehr als eine schmuddelige Nebenrolle in der sozialen Debatte zugesteht – wie das auch Medien tun –, schaut nicht genau hin. Und spielt so das Spiel der Arbeitgeber und Konzerne, die vergnügt schweigen. Deren größte Hoffnung: schwache Gewerkschaften. Den Gefallen sollte man denen nicht tun.
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Source: taz