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Neuer Substack-Boom: Wie eine Überdosis Brokkoli

In Deutschland gibt es eine neue Welle von Substack-Newslettern. Die sorgt wie das Gemüse für erfreuliche Abwechslung im sonst so tristen Mailordner. mehr...

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Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal eine persönliche Mail bekommen habe. In meinem privaten Mailordner sammeln sich Rechnungen, Werbung und Google Alerts.

Doch seit ein paar Jahren landen wieder erfreulichere Nachrichten darin. Tipps, welche Sachbücher ich lesen sollte, ein philosophisches Essay zu romantischer Liebe oder ein Rant gegen Promis, die statt Musik Parfüms auf den Markt bringen. Die interessanten Mails habe ich dem Substack-Boom zu verdanken.

Eine Plattform, über die Au­to­r:in­nen ihre Newsletter (kostenlos oder gegen Bezahlung) verschicken können. Mittlerweile gibt’s auch eine App mit News-Feed, in dem sich Rezepte für Kürbissuppen an Urlaubsfotos und Gemälde ungesehener Künstlerinnen reihen. Und obwohl auch Rechte und Trolls die Plattform für sich entdeckt haben, ist es trotzdem noch ein netteres Instagram. Mit persönlichem Touch – aber ohne nervige Werbung.

Oder wie ein Substacker treffend schrieb: „Doomscrolling substack feels like overdosing on broccoli“. Die App hinterlässt einen also nicht so negativ wie jegliche Meta-Plattformen, sondern mit einem Gefühl, man hätte gerade etwas Schönes, vielleicht sogar Inspirierendes gesehen.

Und auch wenn die meisten Texte keine journalistischen Standards erfüllen, entdecken die Au­to­r:in­nen oft schneller Trends und gesellschaftliche Entwicklungen als der gemeine Journalist.

Bislang dominieren US-Amerikaner:innen die Plattform, doch auch in Deutschland setzt sich die Plattform immer stärker durch. In den letzten Wochen sind die Autorin Alice Hasters „In Between Things“, der Lektor Florian Kessler oder die Au­to­r:in Hengameh Yaghoobifarah mit „Habibitus“ dazugekommen.

Dass der Trend bald aufhört und mein Postfach wieder nur aus Rechnungen besteht, muss ich nicht fürchten. Denn auch wenn das Newsletter-Schreiben für viele ein Hobby bleibt, das sie recht schnell wieder aufgeben, verdienen jetzt auch erste Au­to­r:in­nen hierzulande einen sechsstelligen Betrag mit ihren Newslettern.

Originally published bytaz
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