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Katherina Reiches umstrittene Reform: Im neuen Erneuerbare-Energien-Gesetz kommt Biomasse gut weg

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Während die Branchen der Wind- und Solarenergie in den Verhandlungen um das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gegen schlechtere Rahmenbedingungen kämpfen müssen, sieht es für die Bioenergie vergleichsweise gut aus. So sieht das Gesetz aus dem Bundeswirtschaftsministerium von Katherina Reiche (CDU), das derzeit von den Fraktionen im Bundestag und von Experten diskutiert wird, neue Ausbauziele für Biomasse vor.

Ihre installierte Leistung soll 2030 auf 9,5 Gigawatt ansteigen und dort bis 2035 festgeschrieben werden. Das alte EEG sah eine installierte Leistung von 8,4 Gigawatt vor. Biomasse umfasst Holz, aber etwa auch Biogas aus Gülle oder Mais. Zweites Beispiel: Künftig sollen Betreiber von Windkraft- und Solaranlagen in Zeiten hoher Strommarktpreise Gewinne zurückzahlen müssen. Für Betreiber von Biomasseanlagen soll das nicht gelten.

Die Rolle von Bioenergie im künftigen Strommix ist umstritten: Der Naturschutzbund Nabu etwa fordert, Holz generell aus dem EEG auszuschließen und seine energetische Nutzung nicht mehr zu fördern. „Holz ist in den allermeisten Fällen zu wertvoll zum Verfeuern“, heißt es in einem entsprechenden Positionspapier, „die weitere Förderung von Holzverbrennung schadet Wäldern, Klima und Wirtschaft.“ Die Grundlage für die Förderung von Holz als Energieträger im EEG ist die Biomasseverordnung, die derzeit ebenfalls überarbeitet wird. Sie legt fest, welche Holzsortimente gefördert werden dürfen – also etwa Säge- und Furnierholz, aus dem etwa auch Möbel gebaut werden können, oder Industrierestholz.

Dahinter steht die Vorgabe der EU, den wertvollen Rohstoff Holz in Kaskaden zu nutzen – also erst als Möbel- oder Bauholz und erst danach als Pellet oder Hackschnitzel. Unterstütze der Gesetzgeber etwa Holzheizkraftwerke, sorge er dafür, „dass auch Holz verbrannt wird, das grundsätzlich stofflich genutzt werden könnte“, sagt Eric Häublein, Referent für Bioenergie beim Nabu. Zudem entstünden bei der Verbrennung unmittelbar CO2-Emissionen, während Wälder als Kohlenstoffspeicher und -senken wirken können – aber unter Druck stehen.

Rubert Röder, Professor für Nachhaltige Betriebswirtschaft an der Hochschule Weihenstephan, verweist hingegen darauf, dass die Nachfrage der Möbel-, Bau- und Papierindustrie nach Holz seit Jahren zurückgehe. So habe die Verwendung von Laubholz zwischen 2010 und 2024 um insgesamt 4,6 Millionen Kubikmeter abgenommen. In diesem Zeitraum sind in Deutschland zwischen 10 und 14 Millionen Kubikmeter Laubholz geerntet worden.

„Holz ist ein guter Energieträger zur regionalen Wärmeversorgung“, sagt Röder. „Er ersetzt Heizöl und Erdgas und trägt damit wesentlich zum Klimaschutz bei.“ Auf Kaskadennutzung zu bestehen, wenn die vorgelagerte Verarbeitung immer weiter abnehme, sei nicht sinnvoll. Vielmehr solle die Verwendung von Holz in vielen Bereichen gefördert werden – etwa mit einer Holzbauoffensive, aber auch mit der energetischen Nutzung.

Einig sind sich sowohl die Befürworter einer verstärkten Holznutzung als auch ihre Gegner darin, dass Holzkraftwerke zur Stromerzeugung kein sinnvoller Beitrag zum Erneuerbare-Energien-System sind, weil ihr Wirkungsgrad mit 30 bis 40 Prozent sehr niedrig ist.

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Source: taz