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Grönland-Abkommen mit den USA: Lob und Erleichterung, soweit das Auge reicht

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Nur Vorteile! Alles fantastisch in alle Ewigkeit! Und es kostet uns überhaupt nichts! Die Ankündigung klang nach einem Super-Sonderangebot. Anders geht es wohl nicht beim Deal-Macher Donald Trump. Nach Jahren des Zündelns am traditionell guten Verhältnis zum Königreich Dänemark, nach Jahren der Verunsicherung der Menschen in Grönland feierte der US-Präsident sich nun also am späten Freitagabend für ein Abkommen zwischen den drei Ländern, das den USA alles gebe, was sie sich nur wünschen könnten. Und dieses Mal ist er mit seiner Freude nicht allein.

In Dänemark und Grönland wartete man kurz ab, ob das so stimmen könne, doch siehe da: Die dänische Ministerpräsidentin und der Regierungschef der zur Reichsgemeinschaft gehörenden arktischen Insel bestätigten wenig später in einer gemeinsamen Pressemitteilung: Es gibt einen Deal, mit dem alle Seiten zufrieden sind. Am Samstagmittag stimmte die Nato ein – ein Sprecher sagte zu Reuters, das Abkommen werde dazu beitragen, Sicherheit, Stabilität und Zusammenarbeit in dieser wichtigen Region zu fördern.

Auch der US-Korrespondent des dänischen Rundfunks DR sparte am Samstag nicht mit Superlativen: Es sei eine der größten Nachrichten, über die er in seinem journalistischen Leben je berichtet hätte, sagte Kim Bildsøe Lassen. Nach seinen Informationen seien es harte Verhandlungen gewesen, die mehrmals zu scheitern drohten. Doch in dem nun erreichten Abkommen gebe es offenbar nichts, mit dem Dänemark und Grönland nicht leben könnten.

Mette Frederiksen sagte, es werde die gemeinsame Sicherheit in der Arktis und im Nordatlantik stärken und sei damit auch gut für die Nato und Europa. Und vor allem: Der Deal erkenne die Souveränität und territoriale Integrität des Königreichs und das Recht des grönländischen Volkes auf Selbstbestimmung an.

Auch Grönlands Regierung betonte: „Das Abkommen erkennt Grönlands Interessen und unseren Platz in der internationalen Zusammenarbeit an“, so Regierungschef Jens-Frederik Nielsen. Es sei von Vorteil für alle.

Erste eingesammelte Reaktionen auf den Straßen von Nuuk fielen noch skeptisch aus, der Stachel der Übernahme-Drohungen sitzt tief. „Er darf Grönland nicht nehmen“, sagte etwa Passantin dem Dänischen Rundfunk auch jetzt noch. Aber Korrespondent Bildsøe Lassen war sich sicher: Dass diese diplomatische Lösung gefunden wurde, sei für sehr viele in Dänemark und Grönland eine Riesenerleichterung.

Details des Abkommens sind noch nicht klar. Sicher ist laut Trump zumindest, dass die USA ihre Militärpräsenz auf Grönland mit neuen Basen erhöhen wird – und dass es kein Ablaufdatum geben soll, dieser Deal gelte für immer. Kommende Woche soll es in Verbindung mit der UN-Generalversammlung eine Zeremonie in New York geben, bei der die Einigung von allen drei Ländern unterzeichnet wird.

Welche Rechte den USA damit genau eingeräumt werden, muss man im Detail noch sehen – Trump erwähnte nicht nur „permanente Kontrolle über die Sicherheit“, sondern auch „alle anderen Bedürfnisse“, die mit dem Abkommen erfüllt würden. Kein Gegner der USA dürfte von nun ab militärische Präsenz in Grönland haben oder dort „sensible Investitionen“ machen ohne die schriftliche Erlaubnis der USA. Welcher Gegner der USA nicht auch Gegner Dänemarks und Grönlands ist und gegebenenfalls nicht um Erlaubnis fragen würde, blieb bei Trumps Worten auf seinem Social-Media-Kanal „Truth Social“ unklar. DR-Korrespondent Bildsøe Lassen betonte aber, es handele sich um ein Sicherheitsabkommen und beinhalte nicht die anderen einst von den USA angesprochenen Grönland-Themen wie die dortige Gesundheitsversorgung.

Inwieweit sich der neue Deal von dem 1951 geschlossenen Verteidigungsabkommen zwischen den USA und Dänemark unterscheidet, bleibt ebenfalls noch abzuwarten. Aus grönländischer Sicht sticht als zentraler Punkt schon jetzt die Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts der Grönländer hervor. Das Recht auf Militärbasen in Grönland haben die USA bereits, sie hatten ihre Präsenz dort aber über viele Jahre zurückgefahren.

Auch ohne die Details zu kennen, nennen politische Beobachter in Dänemark das neue Abkommen historisch, angesichts der Vorgeschichte. Entscheidend sei, dass Trump aufhört davon zu reden, dass er Grönland „haben müsse“. Davon, die strategisch wichtig gelegene Insel kaufen zu wollen, hatte der US-Präsident erstmals 2019 gesprochen.

Besitz und Kontrolle seien entscheidend für die USA, sagte Trump auch Ende 2024. Wiederholte Andeutungen, sich Grönland im Zweifelsfall mit Macht zu nehmen, hatten Anfang dieses Jahres für eine international höchst angespannte Lage gesorgt. Dänemark und mehrere Nato-Länder schickten Soldaten nach Grönland, um zu verdeutlichen, dass man bereit sei, die Insel zu verteidigen.

Mitten in dieser Situation waren der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen und die damalige grönländische Ministerin für Außenangelegenheiten Vivian Motzfeldt demonstrativ zusammen in die USA gereist. Sie erreichten die Einrichtung einer Arbeitsgruppe aller drei Länder zur Causa Grönland. Was damals noch von reichlich Unsicherheiten umgeben war, scheint am Ende nun zu dem von allen Beteiligten als Erfolg gewerteten Ausgang geführt zu haben.

Lars Løkke Rasmussen postete am Samstag ein Bild des damaligen Washington-Treffens auf Instagram – es zeigt ihn und Motzfeldt zusammen mit US-Vize-Präsident J.D Vance und US-Außenminister Marco Rubio. „Die nächste Woche kann einen gute Woche werden…“, schrieb er dazu, „sowohl für Grönland, als auch für Dänemark und die USA.“

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Source: taz