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Germany · taz · · 2h

Gemeinschaftsdiagnose zur Konjunktur: Wirtschaft läuft besser als erwartet

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dpa | Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr stark angehoben: Sie erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt um 1,3 Prozent zunimmt. Das erklärten sie am Donnerstag in ihrer Gemeinschaftsdiagnose. Die Erholung falle stärker aus als noch im Frühjahr erwartet – damals lag ihre Prognose bei 0,6 Prozent.

Auch die Stimmung bei den deutschen Unternehmen hat sich aufgehellt, das zeigt der ebenfalls am Donnerstag veröffentlichte Ifo-Index. Mit diesem bildet das auch an der Gemeinschaftsdiagnose beteiligte Münchner Institut das sogenannte Geschäftsklima anhand einer Umfrage unter 9.000 Führungskräften ab. Er stieg im September zum fünften Mal in Folge. Experten halten das für ein Zeichen, dass die Wirtschaft widerstandsfähiger ist als oft dargestellt.

Die deutsche Wirtschaft habe sich im ersten Halbjahr 2026 deutlich kräftiger entwickelt als noch im Frühjahr erwartet, erklären nun die Institute. Vor allem die Exporte und die Wertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe legten „überraschend stark“ zu. Impulse kamen demnach von der robusten Weltkonjunktur und dem weltweiten KI-Boom; zugleich waren Wettbewerber aus der Golfregion infolge des Irankriegs erheblichen Produktionsbeeinträchtigungen ausgesetzt.

Auch der Staat kaufte laut der Gemeinschaftsdiagnose kräftig ein. Die Unternehmensinvestitionen und der private Konsum blieben dagegen schwach. Der mit dem Irankrieg verbundene Energiepreisschock habe die deutsche Wirtschaft zwar gebremst, die höheren Preise für Kraftstoffe und Heizöl seien bislang aber kaum auf die übrigen Verbraucherpreise übergesprungen.

Dennoch bleibe die Erholung insgesamt schwach, betonten die Wirtschaftsforschungsinstitute. Der Aufschwung stehe „auf einem schmalen Fundament, denn hohe Energiepreise und Strukturprobleme belasten“, erklärte Oliver Holtemöller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle. Im laufenden Quartal bremse zudem Niedrigwasser die Aktivität vorübergehend.

Für das kommende Jahr erwarten die Institute – zu denen neben den Münchnern und Hallensern das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Berlin, das Kieler Institut für Weltwirtschaft, das RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen sowie das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung Wien gehören – ein Plus von 1,1 Prozent, für 2028 nur noch eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von 0,4 Prozent. „Im Jahr 2028 verliert die Expansion an Tempo“, erklärten die Forscherinnen und Forscher.

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Source: taz