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Entwicklung von Robotern: Die gute Fee, gefüllt mit Helium
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T inkerbell ist da. Die Fee aus der Märchengeschichte Peter Pan lebt in einem Labor in Japan – oder zumindest das Feenähnlichste, was Menschen mit ihren begrenzten Mitteln halt so kreieren können. Und wer sich Tinkerbell vielleicht in Lila vorgestellt hat oder, analog zur Disney-Verfilmung, sehr blond mit sehr großen Augen – nein, diese hier ist anders. Stellen Sie sich einen Wal vor. Nur einen kleinen, etwas größer als ein Kopfkissen. Jetzt bitte die Farbe auf Weiß ändern, das Material auf sehr dünnen Kunststoff und die Seitenflossen eher als Flügel verstehen, mit denen das Objekt dann wackelt und steuert beim Fliegen. Natürlich muss es fliegen, oder haben Sie schon mal eine nichtflugfähige Fee gesehen? Eben.
Das Ding gibt es wirklich, jedenfalls als Prototyp, und die Forscher:innen machen den Feen-Vergleich selbst. Getauft haben sie es aber „Floating Companion“, übersetzt „schwebender Begleiter“. Das Schweben muss man sich tatsächlich in etwa so vorstellen wie die Bewegung eines Gasluftballons bei etwas Luftbewegung. Ist auch folgerichtig, schließlich ist Helium drin und die wackelnden Flügelflossen erlauben richtungsgezieltes Fliegen. Damit lösen die Forscher:innen sehr clever das Fortbewegungsproblem, das Roboter sonst häufig haben. Laufen auf zwei Beinen? Echt kompliziert und fehleranfällig, und bremsen geht mal so gar nicht. Gleiten wie ein Staubsaugerroboter? Schöne Grüße an Nutzende, die Stufen in der Wohnung haben. Fliegen ist in Innenräumen erstaunlich gut und leise machbar – jede Drohne kann sich hier etwas abgucken.
In einem Video demonstrieren die Forscher:innen, wie das Gerät Menschen im Alltag begleiten und ihnen helfen könnte: Morgens mit einem sanften Stups wecken. Bei der Arbeit oder beim Computerspielen auf dem gleichen Weg an Pausen erinnern. Beim Lesen eines Buches als Buchstütze auf dem Schoß niederlassen. In Wartezeiten durch Bewegungen für spielerische Ablenkung sorgen. Und traut sich bei einer Party niemand, zu tanzen, fängt der Wal an, in der Luft rumzuzappeln.
Was auffällt: Viele Einsatzzwecke sind soziale Situationen, in denen andere Menschen die gleiche Rolle übernehmen könnten, wenn sie denn da und in der Lage dazu und aufmerksam wären. Der Tinkerbell-Wal ließe sich also als gesellschaftspessimistisches Anerkennen einer zunehmenden Vereinzelung anprangern.
Wahrscheinlich ist das richtig. Vielleicht gibt es aber trotzdem Orte und Situationen, in denen so ein Gerät genau das Richtige sein kann. In denen es Menschen ein selbstbestimmteres Leben alleine ermöglichen könnte, ohne oder mit weniger Einsamkeitsgefühl. Das nötige Kleingeld vorausgesetzt, vermutlich. Und Geistesgegenwart: Bevor die Wohnung mal richtig gut durchlüftet wird, sollte man das Gerät sicher verankern.
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Source: taz