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Das Tagebuch des Fifa-Präsidenten: Alles wird gut

Hinter dem Führer des Weltfußballs liegen schwierige Wochen. Trinkpausen und Millionengeschenke an alle Verbände haben ihm darüber hinweggeholfen. mehr...

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I ch bin wieder zu Hause. Das waren meine Gedanken, als ich das wunderbare Turnier eröffnet habe, das gerade in Aserbaidschan stattfindet. Das Event mit seinen 189 teilnehmenden Nationen, dem wir den klingenden Namen „Fifa U15-Weltmeisterschaft & Festival“ gegeben haben, verzaubert gerade alle Menschen auf dem Planeten, deren Herz für den Fußball schlägt. Es ist nach auch für mich durchaus aufregenden Wochen also endlich wieder WM-Zeit. Und wo immer auf der Welt eine Weltmeisterschaft im Fußball ausgetragen wird, fühle ich mich zu Hause.

Und so denke ich in diesen Tagen von Aserbaidschan, in denen russische Buben mit einem 11:0 gegen Sudan ihre Heimat zurück auf die Landkarte des internationalen Fußballs schießen konnten, mit einem Lächeln im Gesicht an den wunderbaren Fußballsommer zurück, in welchem wir der Welt das beste Fußballturnier aller Zeiten schenken durften. Mit großem Vergnügen habe ich noch einmal das WM-Tagebuch durchgeblättert, das ich in jenen Tagen für die Leser der taz geschrieben habe.

Dabei habe ich durchaus auch über mich selbst gestaunt und mich noch einmal darüber gefreut, wie viele Spiele ich damals besuchen durfte oder wie ich mit meinem Freund Donald Trump telefoniert habe, um ein sportfachliches Gespräch über einen Platzverweis zu führen. Ich musste dabei noch einmal an all den Hass denken, der mir von Menschen, die den Fußball nie geliebt haben, entgegengeschlagen ist. Inzwischen weiß ich, wie ich umzugehen habe mit all der bisweilen enthemmten Kritik, die immer wieder auf mich einprasselt. Ich nehme mir eine ganz persönliche Hydration Break und spüle den Ärger runter.

Weil ich finde, dass auch erwachsene Männer in der oft so rauen Fußballwelt aus ihren Gefühlen kein Geheimnis machen sollten, habe ich mich entschlossen, mein Tagebuch mit weiteren Einträgen zu füllen. Dass mir die taz die Möglichkeit gibt, meine Gedanken an die Öffentlichkeit zu bringen, weiß ich zu schätzen. Ihre Leserinnen und die ganze Welt können ruhig wissen, wie es um mein Innerstes bestellt ist. Ich möchte ganz offen sein und es mit einigen wenigen Worten zum Ausdruck bringen: Es geht mir gut.

Auch in den Tagen, als die Hater, wie ich sie genannt habe, besonders laut waren, habe ich das Vertrauen in mich selbst nie verloren. Dass dem Fußball viel Geld verloren gegangen ist, weil ich den Verkauf der Rechte an den großen Fußballturnieren, den ich geplant hatte, am Ende um des lieben Weltfriedens willen wieder abgeblasen habe, tut mit immer noch in der Seele weh. Es war ein großes Opfer und ich kenne etliche Funktionäre, die mir deswegen lieber heute als morgen den Fifa-Friedenspreis verleihen würden.

Wie gut, dass trotz allem noch genug Geld in der Fifa-Kasse war. So konnte ich allen Fifa-Mitgliedsverbänden eine Zahlung von 25 Millionen Dollar versprechen. Es liegt mir fern, dafür eine Gegenleistung zu verlangen. Aber wenn der Lohn für all die Bemühungen meine Wiederwahl im März nächsten Jahres sein sollte, dann würde ich ihn in aller gebotenen Demut akzeptieren. Am Ende kommt es ohnehin nur darauf an, dass sich der Fußball in aller Welt weiterentwickelt.

Darum habe ich mich in der vergangenen Woche gekümmert. Von Aserbaidschan aus habe ich einen Abstecher in das wunderbare Land Bhutan gemacht. Dem König, einem gewissen Jugme Khesar Namgel Wangchuk, durfte ich ein Trikot der Fifa überreichen und bekam als Gegengeschenk eine Art Bademantel vom Präsidenten des dortigen Fußballverbands.

Die Fotos, die mich in dieser Art Tracht zeigen, bekommen auf jeden Fall einen Ehrenplatz in der Bildergalerie meines Smartphones. Sie bilden die Geschichten ab, die den Fußball wirklich voranbringen. Wie profitiert der Fußball im Vergleich dazu von der ohnehin sinnlosen Suche nach einem Gegenkandidaten für mich? Ich denke, eine Antwort erübrigt sich.

Originally published bytaz
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