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CO₂-Flottengrenzwerte: Europas Autobauer kommen gut mit den Klimavorgaben klar
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Die europäischen Klimavorgaben für die Autoindustrie sorgen dafür, dass mehr E-Autos als je zuvor auf dem EU-Markt verfügbar sind – und verkauft werden. Das schreibt der Klima- und Verkehrsverband Transport & Environment (T&E) in einem Bericht, der am Montag veröffentlicht wurde. Schon im ersten Halbjahr dieses Jahres hätten die Verkaufszahlen von Elektroautos Rekordwerte erreicht, heißt es darin. Hochgerechnet auf das ganze Jahr geht T&E davon aus, dass 2026 siebenmal so viele Stromer mit einem Einstiegspreis von weniger als 25.000 Euro verkauft werden als 2024.
Europäische Autofahrer:innen hätte lange auf kleinere, erschwingliche E-Autos warten müssen, sagt Susanne Goetz, Referentin für Elektromobilität bei T&E Deutschland. Inzwischen aber seien doppelt so viele Neufahrzeuge für unter 25.000 Euro erhältlich wie noch zwischen 2021 und 2025.
„Die Ölkrise hat das Interesse europäischer Verbraucher an bezahlbaren E-Autos zusätzlich angeheizt“, sagt Goetz. Wer gleich im Februar, als die Regierungen Israels und der USA Krieg gegen das iranische Regime vom Zaun brachen und eine globale Energiekrise lostraten, von einem Verbrenner auf einen batterieelektrischen Pkw umgestiegen wäre, hätte laut dem Bericht bis Mitte September rund 350 Euro gespart.
Angesichts der hohen E-Auto-Verkaufszahlen rechnet T&E damit, dass alle europäischen Autohersteller die sogenannten CO₂-Flottengrenzwerte für 2025 bis 2027 erfüllen werden. Gleichzeitig hätten eben gerade die CO₂-Grenzwerte, die 2025 verschärft wurden, überhaupt erst den entscheidenden Anreiz für die Autobauer gesetzt, günstigere Modelle anzubieten. Und sie gäben den Herstellern die Chance, im internationalen Wettbewerb um Elektroautos mitzumischen.
Susanne Goetz warnt deshalb davor, die Klimaregeln für die Autoindustrie aufzuweichen, wie es auf EU-Ebene immer wieder diskutiert wird. „Würde das Ziel für 2030 jetzt abgeschwächt, könnte das Angebot erschwinglicher Modelle um fast drei Viertel einbrechen“, fürchtet die T&E-Expertin.
Fixe CO₂-Flottengrenzwerte sind in der EU-Gesetzgebung seit 2015 festgeschrieben und geben vor, wie viel Kohlendioxid die Neuwagenflotte eines jeden Herstellers im Durchschnitt pro gefahrenem Kilometer höchstens ausstoßen darf. Das Ziel: CO₂-Emissionen im Straßenverkehr senken und die Klimakrise bremsen. Von 2021 bis 2024 galt für die Autobauer ein Zielwert von 95 Gramm CO₂ pro gefahrenem Kilometer, seit 2025 liegt er bei 93,6 Gramm.
Ursprünglich sollten Hersteller, die diese Grenzwerte Ende 2025 nicht erreicht hätten, eine Strafe zahlen. Allerdings lockerten EU-Kommission und -Parlament vor etwa anderthalb Jahren die Regeln für die Strafzahlungen – unter anderem auf Druck großer deutscher Konzerne wie Mercedes-Benz und des Verbands der deutschen Autoindustrie sowie konservativer Kräfte aus der Bundesregierung. Die Autobauer haben nun bis 2027 Zeit, ihre Flotten nach den Grenzwerten aus dem vergangenen Jahr auszurichten.
Der Angriff auf die Klimaziele für die Autoindustrie ging jedoch noch weiter: Ende 2025 schlug die EU-Kommission vor, das Verkaufsverbot für neue Verbrenner ab 2035 aufzuweichen. Eine anstehende Abstimmung darüber hat der EU-Verkehrsausschuss vor wenigen Tagen aufgeschoben, die Abstimmung im EU-Plenum steht für November auf dem Plan.
Derweil war der Anteil der E-Autos an den neuzugelassenen Pkw im September auch in Deutschland mit 34,5 Prozent so hoch wie nie zuvor – das vermeldete die Beratungsgesellschaft EY am Montag auf Basis von Zulassungsdaten des Kraftfahrtbundesamtes. Dennoch ist die Stimmung in der deutschen Autoindustrie extrem angespannt. Katharina Dröge, Vize-Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, forderte deshalb, das Verbrenner-Aus umso mehr zu verteidigen, die hiesigen Hersteller vor den Dumpingpreisen chinesischer Konkurrenz zu schützen und die Kaufprämie für E-Autos auf Gebrauchtwagen auszuweiten, um noch mehr Menschen mit geringem Einkommen den Abschied vom Verbrenner zu ermöglichen.
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Source: taz