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World Socialist Project

Alle auf der Straße an der Seite der Jugend!

Nach einem heißen Sommer für die Arbeiterklasse sind die im Juni begonnenen Mobilisierungen für eine gute Bildung wieder in vollem Gange!

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Dienstag, 13. Oktober 2026, von Gauche anticapitalisten/SAP Antikapitalisten

Nach einem sengenden und tödlichen Sommer für die Arbeiterklasse sind die im Juni begonnenen Mobilisierungen für eine menschenwürdige, freie und demokratische Bildung wieder in vollem Gange!

Im Juni erzwang die Regierung der Föderation Wallonien-Brüssel mit ihren Reformen den Abbau des Bildungswesens: längere Arbeitszeiten für Lehrer im Sekundarbereich II, höhere Studiengebühren für höhere Bildung und Kürzungen der Budgets für die Schulinfrastruktur (nur wenige Wochen nach Hitzewellen, die Klassenzimmer in regelrechte Öfen verwandelten).

Die Degryse-Regierung hoffte, dass der Sommer die Mobilisierung unterdrücken würde, doch seit einigen Tagen vervielfachen und intensivieren sich die Aktionen in ganz Wallonien und Brüssel. Im Zentrum dieser Bewegung: eine geopferte, vergessene und verachtete Jugend, die sich weigert, sich ihre Zukunft stehlen zu lassen. Angesichts eines immer elitärer werdenden Bildungssystems, das stark unterfinanziert ist, und der immer größer werdenden Ungleichheiten hält die Regierung an ihren Sparmaßnahmen fest. Sekundarschüler stehen in diesem Kampf an vorderster Front und zeigen uns den Weg! Sie fordern angemessene Lern- und Lernbedingungen mit ausreichender Ausstattung, aber auch bessere Arbeitsbedingungen für ihre Lehrkräfte und mehr Personal. Sie prangern auch die Preiserhöhungen an, insbesondere für Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel und Studiengebühren, angesichts der bereits weit verbreiteten Prekarität, insbesondere unter jungen Menschen.

Während der Juni-Proteste war das Ausmaß der Repression extrem hoch, insbesondere gegen junge farbige Menschen und Menschen aus Arbeitervierteln, doch die Eskalation in den letzten Tagen ist immer brutaler und alarmierender geworden. Bis Mitte letzter Woche kam es in der gesamten Wallonie bereits zu mehreren Dutzend Festnahmen, darunter mehrere gerichtliche Festnahmen und die Unterbringung eines Jugendlichen in einer Jugendstrafanstalt. Am Dienstag verbot der Bürgermeister von Dinant eine von Studenten organisierte Versammlung, und am Donnerstag ging der Bürgermeister von Lüttich sogar noch weiter, indem er jede Versammlung von mehr als drei Personen verbot: schwere antidemokratische Angriffe! Bei der Demonstration am 9. Oktober verschärfte sich die Repression noch weiter: mehr als hundert Festnahmen und ein erstaunlicher Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern! Eine Kriminalpolizei, die mit stillschweigender Zustimmung des Brüsseler Bürgermeisters Philippe Close agiert.

Unterdessen versucht die rechte Regierung mit Bernard Quintin und Georges-Louis Bouchez an der Spitze, die Bewegung zum Schweigen zu bringen und zu diskreditieren, indem sie von den „Randalierern“ besessen ist. Dieses Narrativ verschleiert die zugrunde liegenden Ursachen der Mobilisierungen und konzentriert sich weit mehr auf den materiellen Schaden als auf die heftige Repression gegen die oft minderjährigen Demonstranten. In diesem Zusammenhang bedauern wir, dass die Mainstream-Medien die Bewegung oft durch eine derart sensationslüsterne Linse behandeln und die Forderungen der Studierenden in den Hintergrund drängen. Die Gewalt, zu der die Bewegung möglicherweise greift, ist lediglich eine Reaktion auf die radikale Offensive der rechten Regierung. Die wahren Randalierer sind diejenigen, die für die Gesellschaft lebenswichtige Sektoren demontieren und Prekarität und Unterdrückung durchsetzen!

Um sich durchzusetzen, setzen rechte Regierungen auf Repression und die Erschöpfung der Bewegung. Um sich zu behaupten und stärker zu werden, sollte die Jugendbewegung eigene Instrumente zur Diskussion und Entscheidungsfindung entwickeln, völlig unabhängig von bestehenden Strukturen (Gewerkschaften, linke Parteien, Studentenvereinigungen wie die CEF und die FEF). Solche Räume würden als Foren für die Formulierung von Forderungen und für strategische Debatten (über die Rolle der Gewalt in der Bewegung, den Aufbau von Verbindungen zu anderen sozialen und politischen Kräften usw.) dienen. Diese Struktur würde verhindern, dass die jüngsten sozialen Unruhen, beispielsweise während der Schulferien, schnell nachlassen. Diese Selbstorganisation an der Basis wird der Schlüssel dazu sein, die Bewegung lebendig und demokratisch zu halten.

Die Bewegung wird auch die Unterstützung der Gewerkschaften brauchen. Die Demonstration am 9. Oktober war ein Symbol für das Potenzial eines solchen Bündnisses und den Weg, der noch vor uns liegt: Einerseits waren junge Menschen massenhaft bei der Demonstration anwesend, was sie zu einer der jüngsten Gewerkschaftsmobilisierungen der letzten Jahre machte. Andererseits bildeten die Gewerkschafts- und Jugendblöcke zwei getrennte Märsche, und die Gewerkschaften stürmten zum Bahnhof Gare du Midi und überließen die jungen Menschen der Polizeirepression. Der Kampf junger Menschen ist der der gesamten Arbeiterklasse, und es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Gewerkschaftsführungen der gesamten Bewegung Unterstützung und Solidarität bieten!

• Die vollständige Rücknahme der Bildungsreformen; • Die Freilassung aller jugendlichen Häftlinge und die Einstellung der Anklage; • Der Rücktritt der verantwortlichen politischen Persönlichkeiten auf allen Machtebenen; • Die Entwaffnung und Entfinanzierung der Polizei sowie die Einführung einer echten Bürgerkontrolle; • Massive Refinanzierung von Bildung und Gesundheitswesen!

Übersetzt von International Viewpoint aus Gauche Anticapitaliste.

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Gauche anticapitalisten/SAP Antikapitalisten ist die belgische Sektion der Vierten Internationale.

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