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Xi Jinping besucht Trump: USA und China schieben Handelskonflikt bis 2027 auf
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Beim Besuch des chinesischen Präsidenten hat sich Donald Trump als überaus freundlicher Gastgeber präsentiert. Die Gespräche dienten jedoch eher der Stabilisierung des Verhältnisses beider Staaten, als handfeste Ergebnisse zu bringen.
Seltene Ehre: US-Präsident Donald Trump holte seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping am Mittwoch persönlich ab, als dieser auf der Andrews Air Force Base nahe Washington landete. Bei dem dreitägigen Staatsbesuch Xis sparte der Gastgeber nicht mit Symbolik und freundlichen Gesten. Xi wiederum erwiderte die Freundlichkeiten: Er kündigte unter anderem an, den USA zwei Pandas zu schenken und lachte bei einem Rundgang durchs Weiße Haus, als Trump einen Witz über seinen Amtsvorgänger Joe Biden machte.
„Thukydides-Falle überwinden“
Der Xi-Besuch in Washington strahlte aus, dass beide Regierungen derzeit großes Interesse daran haben, ihr Verhältnis zu stabilisieren: „Die Thukydides-Falle lässt sich überwinden“, erklärte Xi bereits zu Beginn seines Besuchs und spielte dabei auf den Peloponnesischen Krieg im 5. Jahrhundert v.u.Z. zwischen der etablierten griechischen Landmacht Sparta und der aufstrebenden Seemacht Athen an.
Bereits bei Trumps Besuch in China im Mai 2026 hatte Xi die Frage gestellt, „ob China und die USA die sogenannte Thukydides-Falle überwinden und ein neues Paradigma der Beziehungen zwischen Großmächten schaffen können“.
Trump auf China-Reise: „Strategische Stabilität“ oder nur die Ruhe vor dem Sturm?
Das wichtigste Ergebnis des Treffens in den USA vor diesem Hintergrund besteht darin, dass beide Seiten ihren Waffenstillstand im Handelskrieg bis zum 10. Januar 2027 verlängern wollen. Die seit 2025 bestehende, vorläufige Vereinbarung zur Vermeidung einer erneuten Zoll-Eskalation wäre am 10. November ausgelaufen. Die vorläufige Einigung bedeutet jedoch kein langfristiges Abkommen. Anders als beim Handelskompromiss von Busan im Oktober 2025 wurden auch keine neuen gegenseitigen Lockerungen bei Zöllen und Exportbeschränkungen vereinbart.
Gegenseitig in der Hand
Noch sind zahlreiche Fragen zwischen beiden Ländern strittig, wie zum Beispiel die chinesischen Exportbeschränkungen für kritische Mineralien und Seltene Erden, sowie die US-amerikanischen Kontrollen bei Halbleitern und Chips. Die Freundlichkeiten und die Verlängerung des handelspolitischen Waffenstillstands dürften insofern auch ein Ausdruck dessen sein, dass beide Seiten sich auf diesen Feldern gegenseitig in der Hand haben.
Der wohl wichtigste Konkurrenzkampf zwischen beiden Ländern wird gerade auf dem Gebiet der Entwicklung Künstlicher Intelligenz ausgetragen. Die KI soll nun zu einem bilateralen Dialogfeld werden. Ein Abkommen wurde aber auch hier nicht geschlossen. Xi erklärte lediglich, die USA und China hätten eine gemeinsame Verantwortung dafür, dass KI „unter menschlicher Kontrolle“ bleibe und dem Wohlergehen der Menschen diene.
US-amerikanische und chinesische Spitzenbeamt:innen hatten außerdem über einen möglichen Mechanismus gesprochen, mit dem sich beide Seiten über schwere KI-Zwischenfälle informieren können – ähnlich dem berühmten „roten Telefon“ zwischen den Atommächten USA und Sowjetunion während des Kalten Kriegs.
Taiwan und Iran
Wenig Substanzielles gab es auch auf dem Gebiet der internationalen Beziehungen. Xi lobte Trump zwar für dessen Haltung in der Taiwan-Frage. Er hoffe, dass die US-Seite „an der richtigen Haltung festhält, die Taiwan-Unabhängigkeit abzulehnen“, hieß es in einer offiziellen Mitteilung des Außenministeriums in Beijing. Trump sprang auf diesen Zug jedoch nicht auf und machte laut Associated Press keine Zusagen über Einschränkungen oder gar ein Ende US-amerikanischer Waffenlieferungen an Taiwan.
Besuch in Beijing: Eine friedliche Annäherung zwischen Taiwan und China?
Die Taiwan-Frage gilt als der gefährlichste strategische Konflikt zwischen beiden Staaten: Die USA hatten am 1. Januar 1979 zwar offizielle diplomatische Beziehungen mit der Volksrepublik China aufgenommen und diejenigen mit Taiwan beendet. Inoffizielle Beziehungen zur abtrünnigen chinesischen Insel unterhalten die USA seitdem aber weiter und beliefern sie ebenso mit Waffen.
Ähnlich dünn war das Ergebnis in der Iran-Frage. Trump wollte China ursprünglich dazu bewegen, seinen wirtschaftlichen und politischen Einfluss auf die Islamische Republik einzusetzen, um diese zu einem Abkommen im Krieg mit den USA zu bewegen. China ist ein zentraler Handelspartner des Iran und der mit Abstand wichtigste Abnehmer iranischen Öls. Es ist nicht bekannt, dass China den USA gegenüber eine solche Zusage gemacht hätte.
Strategischer Konflikt bleibt bestehen
Die USA haben den chinesischen Staats- und Parteichef bei seinem Besuch also vor allem diplomatisch aufgewertet. Der strategische Konflikt zwischen beiden Ländern hat sich damit jedoch kein Stück verringert und hat weiterhin das Potenzial, sich zu einem Krieg zu entwickeln.
Die USA stufen die Volksrepublik in ihrer Nationalen Sicherheitsstrategie weiterhin als Bedrohung ein und werfen ihr vor, ihren Einfluss im Südchinesischen Meer aggressiv auszuweiten, sowie Russland und den Iran zu unterstützen. Im Gegenzug schmiedeten die USA in den letzten Jahren Bündnisse gegen den wachsenden chinesischen Einfluss im Indopazifik. Dazu gehören AUKUS mit dem Vereinigten Königreich und Australien sowie das Quad-Format mit Japan, Indien und Australien.
Das „Thukydides“-Szenario ist damit nicht aus der Welt. Der Peloponnesische Krieg dauerte von 431 bis 404 v.u.Z. und endete mit der Kapitulation Athens. Der Stadtstaat musste damals einen harten Diktatfrieden unterzeichnen und unter anderem die Auflösung seines Seebunds und Spartas außenpolitische Führung akzeptieren. Xi Jinping dürfte ein starkes Interesse daran haben, ein solches Ergebnis für China zu vermeiden.
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Source: Perspektive Online