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„Unverständnis und Wut“ über Angebot von Gesamtmetall: Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie

Die Friedenspflicht der Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie ist ausgelaufen. Nach einem schwachen Angebot der Gegenseite ruft die IG Metall in über 2.000 Betrieben zu Warnstreiks auf. Sams

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Die Friedenspflicht der Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie ist ausgelaufen. Nach einem schwachen Angebot der Gegenseite ruft die IG Metall in über 2.000 Betrieben zu Warnstreiks auf. Samstagnacht gab es bereits erste Aktionen.

In der zweiten Verhandlungsrunde der Tarifrunde Metall und Elektro legten die Arbeitgeberverbände erstmals ein Angebot vor: eine Entgelterhöhung von 1,3 Prozent ab Juli 2028 sowie eine Einmalzahlung von 1 Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbrutto im Juli 2027, die bei wirtschaftlich schwächeren Unternehmen automatisch entfallen kann.

Metall und Elektro: Erste Tarifrunde geht an den Start

Mit einer Laufzeit von 26 Monaten und einer prognostizierten Inflation von mindestens 5 Prozent im selben Zeitraum würde das einen massiven Reallohnverlust bedeuten. Die IG Metall (IGM) will dies nicht hinnehmen und hatte bereits in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu ersten Warnstreiks aufgerufen.

Gesamtmetall beschwört die Krise, die IGM verweist auf volle Auftragsbücher

Der Kapitalverband Gesamtmetall, der Verhandlungsführer auf der Kapitalist:innenseite, spricht von der „längsten und schwersten strukturellen Krisen der Metall- und Elektroindustrie seit Gründung der Bundesrepublik“. Damit begründen sie ihr Angebot, das auf „einer objektiven Betrachtung der Wirklichkeit“ beruhen soll.

Die IGM argumentiert hingegen mit den Prognosen und Zahlen unterschiedlicher Wirtschaftsinstitute. Diese zeigten einen Aufwärtstrend und seien „deutlich nach oben korrigiert“ worden. Umfragen unter den Betriebsräten hätten ebenso gezeigt, dass 62 Prozent der Betriebe eine gute bis sehr gute Auslastung an Aufträgen haben. Außerdem verweist sie auf boomende Industriezweige wie Rüstungs-, Luftfahrt- oder Medizintechnikfirmen.

Das schwache Angebot bezeichnet die IGM entsprechend als „eine Provokation.“ „Die Inflation zieht an, doch die Unternehmen lassen diejenigen hängen, die jeden Tag gute Arbeit in den Betrieben leisten“, kritisiert die IGM-Tarifvorständin Nadine Boguslawski. Auch in den Betrieben herrsche vor allen Dingen Unverständnis und Wut über ein so schlechtes Angebot. Mit einer Warnstreikwelle will die Gewerkschaft ihren Forderungen von 5 Prozent mehr Lohn, Arbeitsplatzsicherheit und einer Gewinnbeteiligung bei wirtschaftlich bessergestellten Unternehmen Nachdruck verleihen.

Warnstreiks seit Samstagnacht

Die ersten Warnstreiks hatten in der Nacht pünktlich zum Ende der Friedenspflicht am 1. November um 0 Uhr begonnen. Beim Mobilfunkzulieferer RF360 in München und dem Weißblechhersteller Thyssenkrupp Rasselstein in Rheinland-Pfalz legten einige hundert Arbeiter:innen ihre Arbeit nieder und schafften damit den Auftakt für die Streikwoche.

Für die kommende Woche sind Warnstreiks in über 2.000 Betrieben im gesamten Bundesgebiet geplant. Bereits im Juli gingen 33.000 Beschäftigte der Automobilindustrie auf die Straße, nachdem Mercedes-Benz ankündigte, die Wochenarbeitszeit von 35 auf 40 Stunden erhöhen zu wollen.

Gehaltsstopp bis 2030: VW setzt Beschäftigte vor Tarif­verhandlungen unter Druck

Auch der Volkswagen-Konzern setzt die Arbeiter:innen kurz vor den Verhandlungen unter Druck. Nach Angaben von Betriebsrat und IG Metall hat der Konzernvorstand die Personalverantwortlichen weltweit zu „Nullrunden bis 2030“ angewiesen. Das würde für rund 660.000 Beschäftigte Reallohnverluste von mindestens zehn Prozent bedeuten, zusätzlich sollen variable Vergütungen und Sonderzahlungen gekürzt werden können. Der Aufsichtsrat hat zudem den Abbau von 100.000 Arbeitsplätzen weltweit beschlossen, vier deutsche Standorte stehen ab 2031 auf der Kippe. Gleichzeitig schüttete VW im Juni rund 2,6 Milliarden Euro Dividende an die Aktionär:innen aus. Die IG Metall wertet den Nullrundenplan als Versuch, vor Beginn der Verhandlungen Fakten zu schaffen, und kündigt Widerstand an.

Der Beitrag „Unverständnis und Wut“ über Angebot von Gesamtmetall: Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie erschien zuerst auf Perspektive.

Originally published byPerspektive Online
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