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Repression Perspektive Online

Razzia bei queerem Zentrum in Berlin: Kriminalisierung von Gesundheits versorgung für trans Personen

In Berlin stürmte die Polizei das queere Zentrum Casa Kuà und beschlagnahmten Hormonpräparate für trans Personen. Bis heute ist die medizinische Versorgung von trans Personen verbunden mit erniedrigen

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In Berlin stürmte die Polizei das queere Zentrum Casa Kuà und beschlagnahmten Hormonpräparate für trans Personen. Bis heute ist die medizinische Versorgung von trans Personen verbunden mit erniedrigenden Fragen und Hürden, die den Zugang erschweren.

Am Sonntagabend hat es in Berlin-Kreuzberg im queeren Zentrum Casu Kuà eine Razzia gegeben, bei der 38 Einsatzkräfte Arzneimittel für trans Personen beschlagnahmten. Vorgeworfen wird dem Zentrum der Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz. Das Casu Kuà ist ein Ort für queere Menschen, der wöchentlich an Sonntagen ein Treffen spezifisch für trans Menschen anbietet. Dieses Mal aber wurde das Treffen durch die Polizei unterbrochen. Anschließend nahmen sie die Personalien von mindestens 21 Personen auf.

Noch am selben Abend versammelten sich rund 140 Personen zu einer spontanen Demonstration gegen die Razzia. Kurze Zeit später kamen weitere Polizeiwannen an, aus denen weitere Polizist:innen anschließend die Demonstration umstellten. Das Casu Kuà holt sich nun rechtlichen Rat ein und sammelt Spenden bei ihrer laufenden GoFundMe-Kampagne.

Selbstbestimmung selbst in die Hand nehmen

Die medizinische Versorgung von trans Personen ist bis heute noch verbunden mit großen Hürden, Papieren, ewigen Wartezeiten, erniedrigenden Fragen durch Therapeut:innen und „Spezialist:innen“. Besonders die Versorgung von nicht-binären Personen ist nach einem Urteil nicht geklärt, wodurch zum Beispiel eine Kostenübernahme für Operationen von den Krankenkassen abgelehnt wird.

Selbst wenn trans Personen es schaffen, alle Hürden zu überwinden und Hormone verschrieben bekommen, sind diese häufig nur in der Form von Tabletten, Gel oder als Pflaster verfügbar. Gerade Tabletten sind oft nicht gewünscht, da diese über lange Zeit die Leber belasten können. Häufig sind die verschriebenen Dosierungen auch nach Jahren noch zu gering, um richtige Hormonwerte erreichen zu können. Deshalb müssen trans Personen selbst ihre Werte kontrollieren und gegebenenfalls mit ihren Ärzt:innen um eine ordentliche Dosierung kämpfen.

Eine Art der Administration von Hormonen, die in Deutschland kaum verschrieben wird, ist die Zunahme über Injektionen. Diese müssten etwa nur wöchentlich zugenommen werden und ermöglichen oft eine Hormontherapie ohne zusätzliche Hormonblocker gegen das unerwünschte Hormon.

Aufgrund all dieser Hürden und der qualitativ niedrigen medizinischen Versorgung sind trans Personen oft gezwungen, lebensrettende Hormone über inoffizielle Wege zu besorgen und sich untereinander über die Wirkung und Dosierung der Hormone zu bilden. Solche selbstorganisierten Angebote sind damit einer der wenigen Orte, an denen trans Personen Hilfe bekommen können und Antworten auf Fragen bekommen, auf die das bestehende staatliche Systeme keine Antworten haben.

Polizei: Kein Schutz für queere Personen

Erst vor wenigen Monaten, als beim Anschlag auf den CSD in Berlin eine Frau getötet und weitere verletzt worden waren, forderte die Regierung neben mehr Schutz für queere Personen hauptsächlich die Stärkung der Repressionsbehörden und nutzte den Fall, um mehr rassistische Politik rechtzufertigen.

Wie die Bundesregierung den CSD-Anschlag ausnutzt

Realistisch ist die Forderung nach Schutz von queeren Personen lediglich ein Lippenbekenntnis. Die Polizei nutzt gegen politisch aktive queere Personen regelmäßig sexualisierte und auch queerfeindliche Gewalt, um diese kleinzuhalten. Weiterhin versucht der Staat immer wieder, queere Personen in Länder abzuschieben, in denen diese extremer Unterdrückung ausgesetzt werden. Das Innenministerium plante, Listen von trans Personen anzufertigen, die auf Landesebene in Baden-Württemberg bereits beschlossen sind, und nun nimmt die Polizei Berlin trans Personen den kleinsten Fitzel Selbstbestimmung weg, den sie sich erkämpft hatten. Schutz für queere Menschen? So weit das Auge reicht: Fehlanzeige.

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