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Repression Perspektive Online

Konferenz gegen sexualisierte Polizeigewalt: Schweigen brechen und Frauensolidarität leben

Ob beim Rheinmetall Entwaffnen Camp, bei antifaschistischen Blockadeaktionen oder am Frauenkampftag: Berichte über sexualisierte Polizeigewalt gibt es immer häufiger. Der Widerstand dagegen formiert s

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Ob beim Rheinmetall Entwaffnen Camp, bei antifaschistischen Blockadeaktionen oder am Frauenkampftag: Berichte über sexualisierte Polizeigewalt gibt es immer häufiger. Der Widerstand dagegen formiert sich, wie auch bei der Konferenz „Schweigen brechen“ in Berlin. ­ – Ein Kommentar von Nadia Schuhmann und Aziza Mounir.

Repression gegen politische Aktivist:innen soll ihnen signalisieren: Bis hierhin und nicht weiter. Neben juristischer Repression soll vor allem gezielte Gewalt auf der Straße seitens der Polizei diese Botschaft vermitteln. Durch Gewalt sollen Angst und Ohnmacht ausgelöst werden.

Angst, weiterhin demonstrieren zu gehen. Ohnmacht, mit individuellen Erfahrungen keinen Umgang zu finden. Die Polizei nimmt dabei eine besonders gewalttätige Rolle ein. Frauen und trans Personen erfahren zudem häufiger geschlechtsspezifische Repression in Form von sexualisierter Polizeigewalt. Diese soll ein zusätzliches Schamgefühl auslösen.

In Deutschland sind in den letzten Jahren immer häufiger Berichte zu sexualisierter Polizeigewalt veröffentlicht worden, meistens unabhängig von den etablierten Medien. Mit den praktischen Erfahrungen, die gesammelt werden, schaffen es die Organisationen einen kollektiven Umgang zu finden sowie einen offensiveren Kampf gegen sexualisierte Polizeigewalt zu führen.

Berichte von Antimilitarist:innen und Antifaschist:innen

Zwei Jahre in Folge gibt es Berichte aus Köln über sexualisierte Polizeigewalt im Rahmen des Rheinmetall Entwaffnen Protestcamps. Demonstrantinnen der Abschlussdemonstration 2025 berichten von herablassenden Kommentaren, Drohungen und sexualisierten Übergriffen.

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Auch zu transfeindlicher Schikane kam es. Ein Demo-Teilnehmer wurde nach der Auflösung der Abschlussdemonstration für eine erkennungsdienstliche Maßnahme auf eine Polizeiwache mitgenommen. Dort tauschten sich die Polizeibeamten lautstark darüber aus, ob es sich nun „um einen Jungen oder ein Mädel“ handle. Den Behörden und Beamten waren Name und Geschlecht bekannt.

Genau ein Jahr später kam es erneut zu sexualisierter Gewalt durch Polizeibeamte. Während einer Blockade der Lüttich Kaserne wurden die Aktivist:innen von der Polizei eingekesselt und unter Einsatz brutaler körperlicher Gewalt abgeführt sowie erkennungsdienstlich behandelt.

Mehrere Aktivist:innen berichten davon, wie sie beim Abführen gewürgt wurden, eine verlor sogar das Bewusstsein. Eine weitere Aktivistin berichtet davon, wie sie wegen verletzter Rippen nach Rettungssanitäter:innen rief. Die Polizei verweigerte diesen jedoch den Zutritt.

Stattdessen wurde die Aktivistin von einem volluniformierten Polizisten der Hundertschaft trotz wiederholten Verneinens „untersucht“. Dieser entblößte mitten in der ED-Behandlungsstraße den Oberkörper der Aktivistin während männliche Beamte daneben standen und zuschauten.

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Repressionen am Frauenkampftag

In Nürnberg berichten antifaschistische Aktivist:innen von sexualisierter Gewalt bei wöchentlichen Gegenprotesten gegen die Aufmärsche der rechten Gruppierung Team Menschenrechte. Frauen und weiblich gelesene Personen wurden von Polizeibeamten gezielt gewürgt. Eine betroffene Person wurde bei den Protesten insgesamt dreimal gewürgt, jedes Mal vom gleichen männlichen Beamten.

Sie beschreibt, wie der Polizist dabei gegrinst hat. Eine weitere Betroffene erzählt, wie sie, nachdem der Polizist sie und eine weitere Person gewürgt hatte, die Dienstnummer des Beamten forderte. Bekommen hat sie diese nicht.

Aus Berlin gab es zahlreiche Berichte von palästinasolidarischen Demonstrationen die massive Polizeigewalt erfuhren. Auch hier sind immer wieder Szenen zu beobachten, wie Polizisten Frauen mit geschlechtsspezifischer Repression begegnen. Auch während der Demonstration zum Internationalen Frauenkampftag 2025 zeigt die Berliner Polizei ihre patriarchale Repression.

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Eine Demonstrantin wurde bei der Festnahme absichtlich entblößt. Ihr Rock wurde hochgezogen und sie wurde aggressiv begrapscht. In einem Video kann man deutlich sehen, wie ein Beamter das Gesicht einer Demonstrantin in seinen Schritt drückt, während sie bewusstlos war.

Organisierter Widerstand

Die geschlechtsspezifische Repression lässt die Aktivistinnen jedoch nicht erstarren. Im Gegenteil: Die revolutionäre Bewegung findet verschiedene Antworten, die der Repression bestimmt entgegentreten.

Mit der Veröffentlichung „Würgen als Waffe: Sexistische Polizeigewalt in Nürnberg“ teilen die Aktivistinnen ihre Erfahrungen mit der Gewalt der Polizei. Sie zeigen auf, wie sie als einzelne Betroffene zusammengefunden und ihre Erfahrungen kollektiviert haben.

Würgen als Waffe – Patriarchale Gewalt im Kampf gegen linken Aktivismus

Nach der Veröffentlichung wurden sie durch Hausdurchsuchungen weiter versucht einzuschüchtern. Doch auch davon lassen sich die Aktivist:innen nicht abschrecken. Von ihren Erfahrungen werden sie bei der Konferenz „110 Gründe, das Schweigen zu brechen“ berichten.

„Es gibt unterschiedliche Ziele, die mit dieser Konferenz verfolgt werden“ erzählen die Organisator:innen. „Zum einen wollen wir als Bewegung zusammenkommen, Erfahrungen teilen, uns austauschen und damit den wahren Charakter dieser Staaten aufdecken.

Wir möchten aus den Erfahrungen derjenigen Bewegungen lernen, die bereits seit Jahren gegen sexualisierte Polizeigewalt und Folter in Haft kämpfen. Aber wir möchten auch gemeinsam diskutieren, wie wir gegen diese Gewalt vorgehen können und praktische Schritte entwickeln. Es geht nicht nur darum, die Erfahrungen zu skandalisieren, sondern die Grundbausteine zu legen, um sie praktisch zurückzuschlagen.“

Auch die Aktivistin Paula Maier wird auf einem Podium vertreten sein. Sie war im Januar Teil einer Delegation gewesen, die als die kurdische Selbstverwaltung angegriffen wurde vor Ort Solidarität zeigen und berichten wollte.

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Die Delegation wurde festgenommen und in Abschiebehaft in der Türkei wurde Paula von einem Sicherheitsbeamten vergewaltigt. Sie veröffentlichte ihre Erlebnisse. Sowohl in Deutschland als auch in der Türkei führten die Veröffentlichungen zu Protesten.

Die Repression zeigt, dass Frauen die das kapitalistische patriarchale System, welches für die systematische Gewalt verantwortlich ist, bewusst in Frage stellen, zur Zielscheibe werden. Doch eigentlich wird dadurch die Legitimität des Kampfes gegen genau diese Zustände, gegen das Patriarchat und für die Befreiung der Frauen nur umso mehr bestätigt.

Frauensolidarität und der Wille zum Widerstand sind stärker als die staatliche Gewalt. Frauen führen einen offensiven Kampf gegen sexualisierte Polizeigewalt.

Dieser Text ist in der Print-Ausgabe Nr. 115 vom Oktober 2026 unserer Zeitung erschienen. In Gänze ist die Ausgabe hier zu finden.

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Originally published byPerspektive Online
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