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Güterverkehr der Bahn in der Krise: DB Cargo droht Zerschlagung
Der Deutschen Bahn-Tochter DB Cargo droht die Zerschlagung. Grund dafür ist eine Frist der EU-Kommission, die das kriselnde Güterverkehrsunternehmen zwingt, bis Ende des Jahres schwarze Zahlen zu schr
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Der Deutschen Bahn-Tochter DB Cargo droht die Zerschlagung. Grund dafür ist eine Frist der EU-Kommission, die das kriselnde Güterverkehrsunternehmen zwingt, bis Ende des Jahres schwarze Zahlen zu schreiben. Trotz der bisherigen Sanierung, die vielen Beschäftigten den Arbeitsplatz raubte, könnte das ein schwieriges Unterfangen werden.
DB Cargo, der Dienstleister für Schienengüterverkehr innerhalb des Deutsche-Bahn-Konzerns, droht die Zerschlagung durch die EU-Kommission. Die Verantwortlichen in Brüssel hatten dem Unternehmen Ende 2023 Zeit bis Ende 2026 gegeben, wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Dem vorangegangen waren mehrere Jahre an Verlusten, beispielsweise im Jahr 2023 fast eine halbe Milliarde Euro.
Die daraufhin angestoßene Sanierung des Unternehmens brachte die DB Cargo zwar näher an die angestrebte schwarze Null, durch den Verkauf der britischen Tochtergesellschaft fielen nun jedoch negative Wertberichtigungen in Höhe von 260 Millionen Euro an. Die letzte Hoffnung ist nun eine Verschiebung der Frist um ein bis zwei Jahre.
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DB Cargo kann nicht auf eigenen Beinen stehen – es droht die Zerschlagung
Als Begründung nennt die EU-Kommission eine Wettbewerbsverzerrung mit dem Ausgleichen der Verluste im Güterverkehr durch die anderen Sparten des DB-Konzerns. Diese Querfinanzierung wurde Ende 2024 verboten. Weil die Güterverkehrstochter es allerdings nicht schafft, auf eigenen Beinen zu stehen, sind Zerschlagung und Verkauf eine realistische Möglichkeit.
Schon das französische Güterverkehrsunternehmen Fret SNCF wurde im Jahr 2024 nach ähnlichen Problemen in zwei Teile gespalten, für Investor:innen geöffnet und musste Teile der Transporte an Konkurrent:innen abgeben. Damit schaffte die EU-Kommission einen Präzedenzfall, der den Verantwortlichen aus der DB und der Bundesregierung gerade jetzt vor Augen schweben wird.
Folgen zulasten der Beschäftigten
Die bisherige Sanierung des Unternehmens bedeutet konkret einen massiven Sparplan, der besonders die Beschäftigten trifft: In Deutschland sollen 6.200 der rund 14.000 Stellen wegfallen. Auch der letzte Tarifabschluss brachte keine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, er wird unter Beschäftigten als „zweitschlechtestes Ergebnis aller Zeiten“ angesehen. Durch eine Zerschlagung des Unternehmens dürfte sich die Situation noch weiter verschlimmern.
„Vor allem fühlen sich die Kolleg:innen verarscht“ – DB-Arbeiter über EVG-Tarifvertrag
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) warnt außerdem vor den Folgen für Industriebranchen: Der Einzelwagenverkehr, der aufgrund hoher Kosten nur von DB Cargo angeboten wird, könnte einbrechen. Dieser ermöglicht aber auch kleineren bis mittleren Mengen sowie Unternehmen ohne Zugang zu Ganzzügen die Nutzung der Schiene. Sollten die Verantwortlichen hier Fördermittel streichen, so riskiere man dadurch „hunderttausende Arbeitsplätze in Stahl-, Chemie- und weiteren Grundstoffindustrien“, so die EVG.
Die Bundesregierung beschwichtigt. Niemand habe die Absicht, das Unternehmen aufzugeben, der Bund habe in den letzten Jahren „so viel Geld wie nie zuvor“ in die Schiene investiert. Während das Geld zwar nicht reicht, hat die Bundesregierung durch den derzeitigen Aufbau der Rüstungsindustrie jedoch hohes Interesse an einer Stabilität des Güterverkehrs.
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