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Vonovia | Exklusiver Einblick in den Wohnungsmarkt
Vonovia droht wegen Vergesellschaftungen keine Wohnungen mehr zu bauen. De facto profitiert der Konzern mehr von hohen Mieten als Neubau. Ein Kommentar
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Vergesellschaftung schafft keine neuen Wohnungen, verkündet der Chef von Vonovia. Danke für die Insights Luka Mucic, das behauptet allerdings gar niemand. Foto: dpa/Sebastian Christoph Gollnow Der größte deutsche Wohnimmobilienkonzern, Vonovia, will vorerst keine neuen Wohnungen mehr in Berlin bauen. Angeblich wegen der fehlenden Investitionssicherheit, die eine mögliche Vergesellschaftung und eine rot-rot-grüne Stadtregierung mit sich bringen.
Nun zeigen die Zahlen des dritten Quartals des Konzerns: Beim Verkauf von Wohnungen und im Neubau lief es bereits die letzten neun Monate nicht sonderlich rund. Hier wirkten sich die gestiegenen Finanzierungskosten und Zinsen auf den hochverschuldeten Konzern aus. Erst vor wenigen Tagen senkte Vonovia seine Wachstumsziele und strich Investitionen. Sein Aktienkurs befindet sich aktuell auf einem Allzeittief, wie der Deutsche Mieterbund feststellt. Die in der Hauptstadt angedachten Entschädigungssummen im Fall einer Vergesellschaftung wären demnach aktuell sogar eine Entschädigung zum Marktwert. Ist es etwa gar nicht das rot-rot-grüne Firmament, das Vonovia zu Drohungen animiert?
Chef Luka Mucic nimmt die neuen Zahlen jedenfalls zum Anlass, um einmal mehr zu verkünden: Vergesellschaftung schaffe keine neuen Wohnungen. Danke für die Insights Luka, das behauptet allerdings gar niemand. Die Idee hinter der Vergesellschaftung ist, ohnehin vorhandene Wohnungen bezahlbar zu machen. Das gelingt beispielsweise, wenn Konzerne wie Vonovia, die ihre Dividenden über die Mietpreise einholen, nicht mehr den Mietmarkt bestimmen. Ende September stieg die durchschnittliche Miete im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei Vonovia um 3,5 Prozent. Im allgemeinen Bestand dagegen um 1,1 Prozent.
Dass Vergesellschaftung nicht das Problem mangelnden Wohnraums in diversen Ballungszentren löst, ist klar. Damit Menschen mit kleinen Einkommen eine leistbare Wohnung finden, braucht es eine Kombi aus rechtlichen Vorgaben und Neubau, lieber Luka. Bei letzterem macht Vonovia das Kraut übrigens schon länger nicht mehr fett. 2025 baute der Konzern 2090 Wohneinheiten – bundesweit. Allein in Berlin besitzt er gut 130.000 Wohnungen.
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