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Vermögen | Reich durch Künstliche Intelligenz
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Konnte sein Vermögen nahezu explosionsartig vergrößern: Deep-Seek-Gründer Liang Wenfeng. Foto: Imago/VCG Dass die Reichen immer reicher werden, ist ein alter Hut. Weniger bekannt ist, womit sich die Vermögen derzeit am schnellsten steigern lassen. Dies wird nun in einer Studie des Finanzportals BestBrokers.com im bulgarischen Varna analysiert. Ergebnis: »Der KI-Boom schafft in beispiellosem Tempo neue Milliardäre«, wie Datenanalyst Paul Hoffman erläutert.
Die Autoren haben die Entwicklung der Vermögen zwischen Juli 2025 und Juli 2026 unter die Lupe genommen und dafür Zahlen aus der »Forbes«-Liste zugrundegelegt. Demnach haben die Tech-Mogule ihr Gesamtvermögen in dem Zeitraum um mehr als eine Billion US-Dollar gesteigert; ein Großteil geht auf den Bereich Künstliche Intelligenz zurück. Das höchste Plus verzeichnet demnach Liang Wenfeng, Gründer von Deep-Seek, einem aufstrebenden chinesischen Entwickler von großen Sprachmodellen. Das geschätzte Vermögen des 41-Jährigen stieg den Angaben zufolge von 1 Milliarde US-Dollar Ende Juli 2025 auf 39,5 Milliarden US-Dollar – eine Steigerung um satte 3850 Prozent.
Auch die sieben Gründer von Anthropic haben in den vergangenen zwölf Monaten rasant zugelegt – ihr Vermögen stieg binnen eines Jahres um fast das 13-Fache auf zusammen 15,5 Milliarden Dollar. Grund ist die Entwicklung der Börsenbewertung ihres Unternehmens, die auf 965 Milliarden Dollar kletterte. Damit avancierte Anthropic zum wertvollsten KI-Start-up der Welt und ließ selbst den Konkurrenten und Chat-GPT-Entwickler OpenAI hinter sich.
Der rapide Vermögensanstieg im KI-Bereich beruht also weitgehend auf steigenden Aktienbewertungen der Unternehmen. Analyst Hoffman geht davon aus, dass »die Vermögen der Gründer und CEOs von KI-Unternehmen in absehbarer Zukunft weiter wachsen werden«, wie er auf nd-Nachfrage erklärt. »Da KI immer mehr Energie, Infrastruktur und Chips benötigt, werden die Menschen, die diese bereitstellen, ihr Vermögen weiter vergrößern.«
Das Beispiel Liang Wenfeng zeigt für ihn, wie ein gut finanzierter Newcomer die Lücke zu den bisherigen Spitzenreitern innerhalb weniger Monate schließen kann. Die Kehrseite: »Es gibt keine Garantie dafür, dass der heutige Marktführer diese Position auch im nächsten Jahr noch innehat.«
Und tatsächlich kann es auch genauso schnell in die andere Richtung gehen: So sank das Vermögen von Oracle-Hauptaktionär Larry Ellison in dem Zeitraum um fast die Hälfte auf immer noch stattliche 151,9 Milliarden US-Dollar. Der Aktienkurs des texanischen Soft- und Hardwareherstellers brach ein, da Investoren Zweifel haben, ob das Unternehmen angesichts seiner hohen Verschuldung die geplanten Ausgaben für den Ausbau der KI-Infrastruktur stemmen kann – ein Großteil der früheren Kursgewinne aufgrund der KI-getriebenen Cloud-Nachfrage wurden dadurch wieder zunichtegemacht.
Gleichzeitig fallen solche Beispiele bisher kaum ins Gewicht, zumal sich die KI-Wertschöpfungskette stark verbreitert hat – sie reicht von Chipherstellern und Cloud-Anbietern über Energieversorger und Infrastrukturanbieter bis hin zu Entwicklern von Unternehmenssoftware. Dies belegt eine weitere Datenauswertung von BestBrokers.com: Im S&P 500, dem wichtigsten Aktienindex der Vereinigten Staaten, sind mittlerweile 218 der 503 gelisteten Unternehmen »direkt mit der KI-Wirtschaft verbunden«, heißt es darin. In zwei Jahren habe sich ihre Anzahl fast versechsfacht. Während diese Unternehmen aktuell 43,3 Prozent aller Werte im S&P 500 ausmachen, macht ihre Marktkapitalisierung sogar über 62 Prozent aus. Zusammen haben sie den Angaben zufolge einen Börsenwert von 42,39 Billionen US-Dollar. Allein die 58 Kernunternehmen der KI-Branche – also solche, die Chips, Modelle, Software und Sicherheitslösungen für KI entwickeln – bringen es auf 32,2 Billionen US-Dollar.
Die rasante Entwicklung könnte auf die Bildung einer spekulativen Blase hindeuten, vor deren Platzen manche Ökonomen längst warnen. Für Analyst Hoffman ist dies »Interpretationssache«. Bei manchen Unternehmen gebe es eine spekulative Preisbildung, die »verdächtig nach einer Blase aussieht«, wie er meint. Dies treffe aber nicht auf jedes KI-bezogene Unternehmen im Index zu. Während der Aktienkursanstieg beim Chiphersteller Nvidia der Gewinnentwicklung entspreche, werde der Softwarekonzern Palantir mit dem fast 250-Fachen des Gewinns gehandelt, was »eine große Lücke zwischen Kurs und Gewinn darstellt«.
Die größten Gewinner an den Aktienmärkten in den vergangenen zwei Jahren sind indes eher unbekannte Unternehmen mit Schwerpunkt auf KI-Infrastruktur: So bringt es Lumentum Holdings, ein Spezialist für Hochleistungs-Laser und optoelektronische Komponenten, auf ein Plus von 1194,6 Prozent. Es folgt Western Digital (+788,7 %) – der Festplattenhersteller profitiert vom enormen Bedarf an Daten- und Rechenzentrumsspeicherung.
»Bei der künstlichen Intelligenz geht es zunehmend weniger darum, wer die intelligentesten Modelle entwickelt, als vielmehr darum, wer deren Betrieb in großem Maßstab ermöglicht«, erläutert Alan Goldberg von Best-Brokers.com die Entwicklung. »Investitionen in KI haben sich zu einem Ökosystem entwickelt, das nahezu jeden Bereich der Wirtschaft umfasst, wodurch es schwieriger denn je ist, traditionelle Branchen von der Technologie zu trennen.«
Das sieht man auch beim Anstieg der persönlichen Vermögen jenseits klassischer KI: So liegt auf Platz zwei Yuan Fugen mit einem Zuwachs von 411,76 Prozent, da die Aktien seines Metallverarbeitungsunternehmens Suzhou Dongshan Precision Manufacturing aus der Nähe von Shanghai stark anzogen. Hauptgrund: die starke Nachfrage nach elektronischen Baugruppen in Rechenzentren.
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Source: nd