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Verkehr | Fahrscheine werden teurer

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Das Leben und die Fahrscheine werden teurer. Foto: dpa/Jens Kalaene »Wenn das Leben in Berlin immer teurer wird, sind Preissteigerungen im Öffentlichen Personennahverkehr das falsche Signal«, sagt Berlins Linksfraktionschef Tobias Schulze.

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat am Donnerstag mitgeteilt, dass die Ticketpreise zum 1. Januar um durchschnittlich 3,7 Prozent erhöht werden. Zwar kostet der im Berliner Stadtgebiet geltende Einzelfahrschein AB dann weiterhin 4 Euro. Doch der Preis für das ABC-Ticket, mit dem mit der S-Bahn bis ins brandenburgische Umland gefahren werden kann, erhöht sich von 5 Euro auf 5,20 Euro. Auch die Kurzstrecke, gültig für drei Stationen mit S- und U-Bahn oder sechs Stationen mit Bus und Straßenbahn, wird teurer. Statt 2,80 Euro sind dafür ab Januar 2,90 Euro zu bezahlen.

Angehoben wird auch der Preis für die verschiedenen Vier-Fahrten-Karten, die günstiger sind als vier einzelne Tickets. Die Vier-Fahrten-Karte für Kurzstrecken werden 8,60 Euro statt 7,80 Euro kosten. Für AB-Tickets werden es 13,20 Euro statt 12,40 Euro sein und für ABC-Tickets 17,60 Euro statt bislang 16,80 Euro. Auch Tagestickets, Monatskarten und Fahrscheine für die Mitnahme von Fahrrädern werden teurer.

Betroffen ist ebenso das Land Brandenburg. In den Städten Brandenburg/Havel, Frankfurt (Oder) und Cottbus bleibt es zwar bei den bisherigen Preisen für die AB-Einzeltickets und die AB-Vier-Fahrten-Karten. Doch die übrigen Fahrpreise steigen. In Potsdam steigen die Preise für sämtliche Tickets.

Der VBB begründet die Preiserhöhungen insbesondere mit der hohen Inflationsrate sowie notwendigen Investitionen in Fahrzeuge und Infrastruktur, die allen Verkehrsbetrieben zu schaffen machen. Es sei daher notwendig, mehr Geld zu verlangen, um das bestehende Angebot auch künftig sichern zu können.

»Die Kostensteigerungen der Nahverkehrsunternehmen einseitig auf die Fahrgäste abzuwälzen, geht in die falsche Richtung.«

Doch Linksfraktionschef Schulze meint: »Die Kostensteigerungen der Nahverkehrsunternehmen einseitig auf die Fahrgäste abzuwälzen, geht in die falsche Richtung.« Der höhere Preis der Vier-Fahrten-Karte belaste insbesondere viele Senioren. Die müssen nicht montags bis freitags zur Arbeit, benutzen Bus und Bahn jedoch für Gelegenheitsfahrten zum Arzt oder zum Einkaufen. Bund und Länder seien gefordert, Verkehrsunternehmen zu unterstützen, damit Mobilität für alle bezahlbar bleibe, sagt Schulze. »Statt 2,5 Milliarden Euro für drei Monate in einen Tankrabatt zu versenken, der Mineralölkonzerne subventioniert«, sollten diese Mittel für Bus und Bahn verwendet werden.

Die Linke und die Grünen haben in ihren Programmen für die Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September versprochen, den Preis für das Sozialticket von 27,50 Euro im Monat auf 9 Euro abzusenken. Linksfraktionschef Schulze sichert jetzt noch einmal zu, seine Partei werde sich ebenfalls dafür einsetzen, dass das im Nahverkehr der gesamten Bundesrepublik gültige Deutschlandticket billiger wird und die Preise im Öffentlichen Personennahverkehr insgesamt ab 2028 stabil bleiben. Für ein günstigeres Deutschlandticket möchte sich auch die Berliner SPD stark machen. So steht es in deren Wahlprogramm.

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Source: nd