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Umfragetief | Merz am Ende: 67 Prozent sehen Kanzlerschaft gescheitert
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44 Prozent der Befragten stimmen der Aussage »Friedrich Merz sollte als Kanzler und Parteichef zurücktreten« voll und ganz zu. Foto: dpa/Michael Kappeler Berlin. Die Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge tief enttäuscht von Friedrich Merz als Bundeskanzler. 48 Prozent stimmten der Aussage »Die Kanzlerschaft von Friedrich Merz ist gescheitert« voll und ganz zu, weitere 19 Prozent stimmten der Aussage eher zu, wie aus einer Umfrage des Instituts Ipsos im Auftrag des »Spiegel« hervorgeht.
Die Umfrage fällt in eine Phase schwerer Niederlagen für die CDU: In Sachsen-Anhalt hatte die AfD mit 43,8 Prozent einen deutlichen Sieg eingefahren, die CDU stürzte um fast 20 Prozentpunkte auf 17,2 Prozent ab. Zwei Wochen später verlor die Partei in Berlin den Kampf ums Rote Rathaus und fiel gut sieben Prozentpunkte hinter die Linken zurück; in Mecklenburg-Vorpommern rutschte sie gar unter die Fünf-Prozent-Hürde und ist erstmals nicht mehr in einem Landtag vertreten.
In den ostdeutschen Bundesländern kommt das Urteil noch härter: Dort stimmten 80 Prozent der Befragten der Aussage voll oder eher zu. In den westdeutschen Bundesländern ist die Zustimmung zu dieser Aussage den Angaben zufolge mit 64 Prozent etwas geringer.
Noch verheerender fällt das Votum zur Rücktrittsfrage aus: 44 Prozent der Befragten stimmen der Aussage »Friedrich Merz sollte als Kanzler und Parteichef zurücktreten« voll und ganz zu, weitere 14 Prozent stimmen eher zu. Nur elf Prozent der Befragten halten von einem Rücktritt überhaupt nichts – ein Befund, der die Kanzlerschaft deutlich stärker unter Druck setzt als die gescheiterte Vertrauensfrage allein.
Auch nach Bevölkerungsgruppen sind die Werte unterschiedlich: Knapp 70 Prozent der Frauen stimmen der Aussage zu, Merz’ Kanzlerschaft sei gescheitert, bei den Männern sind es 64 Prozent. Unter den 18- bis 29-Jährigen sehen 75 Prozent den Kanzler am Ende, bei den 60- bis 75-Jährigen sind es mit 58 Prozent deutlich weniger.
Für die nach eigenen Angaben repräsentative Umfrage im Auftrag des »Spiegel« hatte Ipsos zwischen dem 30. September und dem 4. Oktober rund 2002 Menschen in Deutschland online befragt.
Einen klaren Nachfolger für Merz in der Union hatten die Befragten allerdings nicht im Blick. Auf die Frage, wer ein besserer Bundeskanzler wäre – zur Wahl gestellt wurden CSU-Chef Markus Söder, Innenminister Alexander Dobrindt oder NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst – votierten 43 Prozent für: keiner der genannten. Knapp 14 Prozent gaben »weiß nicht« an. Unter den Genannten schnitt Söder mit 20 Prozent noch am besten ab. 16 Prozent würden Wüst bevorzugen, nur fünf Prozent stimmten für Dobrindt.
Besonders aussagekräftig ist der Blick ins eigene Lager: Selbst unter den Anhängern der Union findet ein Viertel der Befragten, keiner der drei genannten Kandidaten solle den Job übernehmen. Noch lieber würden sie die Aufgabe an die Schwesterpartei abgeben: 32 Prozent wünschen sich CSU-Chef Markus Söder als neuen Kanzler, für Hendrik Wüst stimmen nur 18 Prozent, für Alexander Dobrindt lediglich zehn Prozent. dpa/nd
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Source: nd