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Tierschutz | Martin Rütter, die SPD und der Hundeführerschein

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Foto: picture alliance/dpa | Sina Schuldt Normalerweise füllt Martin Rütter mit seinem Bühnenprogramm die ganz großen Hallen, wie die Uber Arena in Berlin oder die Köln Arena. Am Montagvormittag hatte Rütter einen Auftritt vor einem kleineren Publikum. In einem Saal des nordrhein-westfälischen Landtags war der Hundetrainer als einer von mehreren Sachverständigen geladen.

Grund für Rütters Einladung in den Landtag war ein Besuch des SPD-Fraktionsvorsitzenden Jochen Ott in einer von Rütters Shows. Danach habe man sich ausgetauscht und die Initiative für einen Hundeführerschein entwickelt. Bisher gibt es in Nordrhein-Westfalen einen Sachkundenachweis. Ein sehr einfacher schriftlicher Test, der erst nach der Anschaffung eines Hundes abgelegt werden muss, und auch nur, wenn der Hund größer als 40 Zentimeter ist oder mehr als 20 Kilogramm wiegt. Martin Rüttter findet das unzureichend, in der Landtagsanhörung erklärt er, »viele Menschen schaffen sich unbedarft einen Hund an«. Größe sei nicht unbedingt ein wichtiges Kriterium. Der Dackel, der einem Kind ins Gesicht beiße, richte denselben Schaden an wie ein Schäferhund, der woanders hin beißt.

»Menschen schaffen sich unbedarft Hunde an.«

Martin Rütter betreibt seit 1995 eine Hundeschule in Erftstadt bei Köln. Mittlerweile bietet er ein Franchise-System für Hundeschulen an. Über Auftritte als Ratgeber in Sendungen des WDR und ZDF entwickelte Rütter eine eigene Prominenz. Seit 2008 hat er zahlreiche Hundeshows und Dokuformate für Vox und RTL moderiert. Außerdem ist Rütter Autor mehrerer Bücher. Seine Bühnekarriere will er im kommenden Jahr beenden.

In Hunde betreffenden Tierschutzfragen mischt sich Rütter immer wieder ein. So unterstellte er Schutzhundsportler*innen schwere Tiermisshandlungen und sprach sich gegen die private Haltung von Gebrauchshunden und den Schutzhundesport aus. Jäger*innen bezeichnete Rütter als »400.000 stark bewaffnete, häufig stark alkoholisierte Menschen«, die auf Feldwegen »Schussübungen« machten.

In Martin Rütters Hundeschulen werden bislang kommerziell Hundeführerscheine angeboten. Von der SPD-Initiative will der Hundetrainer aber nicht profitieren. Die neuen Hundeführerscheine sollen an die Tierheime angedockt und als Wochenendkurse absolviert werden. Das soll den Tierheimen bei ihrer Finanzierung und auch bei der Vermittlung helfen. Die SPD hofft auf fraktionsübergreifende Zustimmung. Um »zu vielen glücklichen Mensch-Hund-Beziehungen« beizutragen, solle man nicht nach dem »üblichen Muster von Regierung gegen Opposition« handeln. Wuff!

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Source: nd